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BVB geht optimistisch ins Derby

Stöger fährt mit positiven Erinnerungen nach Schalke

DORTMUND Für die Fans gibt es seit Tagen kein anderes Thema, auch die Spieler werden von der besonderen Situation gefangen genommen - und die Trainer loben sich gegenseitig überschwänglich. Derbyzeit im Revier -nicht nur Borussia Dortmunds Peter Stöger „freut sich riesig drauf“.

Bundesliga-Spiel Nummer 15 unter seiner Verantwortung dürfte für den Österreicher ein ganz besonderes werden. „Man merkt es in der Gruppe“, meinte Stöger, „auch wenn jedes Spiel für uns wichtig ist, hat dieses emotional noch deutlich mehr Bedeutung als andere.“ Stöger erfuhr dies auch am Dienstag, als der BVB öffentlich trainierte und Mannschaft sowie Trainerteam bei der anschließenden Autogramm-Runde „sehr viel Zuspruch“ erhielten. Für Stöger nach eigenem Bekunden „ein sehr schönes Gefühl.“

„Weit weg von einer Krise“

Als Stöger am Freitag über die Herausforderung am Sonntag (15.30 Uhr, Veltins Arena) sprach, da hatte sein Gegenüber Domenico Tedesco schon das große Loblied auf den Dortmunder Trainer gesungen. Stöger leiste Hervorragendes, meinte der Schalker Trainer, „er hat den BVB stabilisiert.“ Und wer von 14 Bundesliga-Spielen nur eins verloren hätte, der sei „weit weg von einer Krise“.

11 Derbys für die Ewigkeit

26.9.1964: S04-BVB 2:6 - Liebe Schalker, bitte nicht weiterlesen: Denn das Endresultat ist fast noch das Beste an dem niederschmetternden Ergebnis. Nach 36 Minuten hat der BVB (mit Rudi Assauer übrigens) die Gastgeber vor 40.000 Zuschauern in der Glückauf-Kampfbahn nämlich schon komplett auseinandergenommen, es steht da bereits 6:0 für Borussia Dortmund. Schlimmer geht’s’s nimmer aus Schalker Sicht? Denkste…
26.2.1966: BVB - S04 7:0 - Anderthalb Jahre später kassieren die Königsblauen die höchste Bundesliga-Derby-Klatsche. Der Halbzeit-Rückstand von 0:3 ist ein Beleg dafür, dass eine Aufholjagd wie die vom November 2017 alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, und in diesem Derby ist Schalke davon weit entfernt. NNach der Pause gelingt den Schwarzgelben noch eine historische Marke: Sie treffen vier Mal in nur zehn Minuten.
6.9.1969: BVB - S04 1:1 - Eigentlich für alle Zeiten Spitzenreiter der ewigen Kuriositäten im Duell zwischen Schwarz-Gelb und Blau-Weiß. Schalke geht durch Hansi Pirkner mit 1:0 in Führung, im Stadion „Rote Erde“ bricht Chaos aus. Schäferhund Rex ist nicht mehr zu bändigen und beißt S04-Verteidiger Friedel Rausch ins Hinterteil. Im Rückspiel lässt S04-Präsident Günter Siebert als Konter Löwen aus dem Löwenpark Westerholt auffahren.
10.12.1985: S04 - BVB 6:1 - Ein Derby für die Ewigkeit, weil es in einem Jahrzehnt, im dem Königsblau zwischen Erster und Zweiter Liga pendelt, Balsam für die Schalker Seele ist. Zur Halbzeit (0:0) deutet noch nichts auf das Schützenfest hin, dann schießen Gerd Kleppinger und Olaf Thon (je 2), Frank Hartmann und Bernd Dierßen den BVB ins Tal der Tränen. Für Dortmund tritt ein späterer Schalker Eurofighter: Ingo Anderbrügge.
24.8.1991: S04 - BVB 5:2 - Schalke gelingt an diesem Tag alles, dem BVB so gut wie nichts. Die Freude über das zwischenzeitliche 1:1 durch Michael Schulz (l.) währt nur kurz. Dortmunds neuer Trainer Ottmar Hitzfeld fährt nach seinem in den Sand gesetzten Premieren-Derby mit Dortmunder Journalisten in einem plötzlich viel zu engen Fahrstuhl des Parkstadions zur Pressekonferenz. Trotz sommerlicher Temperaturen ist das Klima eisig…
19.12.1997: BVB - S04 2:2 - Ein einziger Moment reicht, um alle Emotionen freizulegen, die so ein Derby bieten kann. Dortmund führt 2:1, (zweifelhafte) Ecke für Schalke: S04-Torhüter Jens Lehmann, in letzter Minute mit nach vorne geeilt, köpft ein zum 2:2. Erstmals in der Bundesliga-Geschichte trifft ein Torhüter aus dem Spiel heraus. Fassungslosigkeit im ganzen Stadion und Frust bei den Dortmundern wegen der seltsamen Eckball-Entscheidung.
23.9. 2000: BVB - S04 0:4 - Mittlerweile spielt Jens Lehmann beim BVB und erlebt dort nicht nur schöne Stunden. So wie in diesem Spiel. Andi Möller und Co. spielen den BVB an die Wand, gegen den späteren Vize-Meister sind die Gastgeber nahezu chancenlos. Es bleibt auch ein Derby für die Ewigkeit, weil es eines der letzten ganz großen Spiele von Olaf Thon ist, der sich kurze Zeit später verletzt und seine Karriere ausklingen lassen muss.
30.1. 2004: BVB - S04 0:1 - Der BVB ist haushoch überlegen, den Schalker Fans wird angst und bange. Als Frank Rost gleich zwei Dortmunder Elfmeter hält, hoffen die Gäste, sich irgendwie mit einer Null-Nummer zu retten. Alle haben die Rechnung ohne Ebbe Sand gemacht: Der Schalker Däne trifft kurz vor Schluss zum 1:0. Mehr als schmeichelhaft, aber in einem Revier-Derby spielen solche Feinheiten nun mal keine Rolle…
12.5. 2007: BVB - S04 2:0 - Auch dieses Derby werden beide Revier-Klubs nicht vergessen. Obwohl es aus Schalker Sicht eins zum Vergessen ist: Mit bleischweren Beinen schleppen sich die Königsblauen über den Dortmunder Rasen, verlieren völlig verdient mit 0:2 und damit am vorletzten Spieltag auch die mögliche Meisterschaft. Der BVB dagegen rettet eine an und für sich verkorkste Saison, in dem er dem „Lieblings-Feind“ den Titel vermasselt.
13.9. 2008: BVB - S04 3:3 - So etwas wie die „Blaupause“ für den 25. November 2017, nur andersrum. Schalke führt schon mit 3:0, Kuranyi muss das 4:0 machen. Der BVB kommt zurück und feiert am Ende ein 3:3 wie einen Sieg. Für beide Trainer ist es – wie im November 2017 für Peter Bosz und Domenico Tedesco – die Derby-Premiere: Beim BVB jubelt Jürgen Klopp, Fred Rutten versteht die Schalker Welt nicht mehr…
25. 11. 2017: BVB - S04 4:4 – Der Dortmunder Negativlauf mit nur einem Sieg aus den neun Pflichtspielen zuvor macht den FC Schalke im Vorfeld dieses Derbys seit ewig langer Zeit mal wieder zu einem ebenbürtigen Gegner. Doch nach 25 Minuten führt der BVB schon mit 4:0 und berauscht die zuvor wenig verwöhnten Anhänger. Pierre-Emerick Aubameyang, Mario Götze und Raphael Guerreiro treffen, Schalkes Benjamin Stambouli passiert ein Eigentor. In der Schalker Kabine verzichtet Trainer Domenico Tedesco zur Pause auf eine Gardinenpredigt und bittet stattdessen seine Mannschaft, die 90 Minuten wenigstens mit Anstand zu beenden. Er sagt den Spielern, dass auch solche Spiele zur gemeinsamen Reise gehören würden. Tedescos Worte machen Eindruck, nach Guido Burgstallers 1:4 glaubt S04 wieder an sich – beim BVB ist das Selbstvertrauebn direkt wie weggeblasen. Amine Harit trifft zum 2:4, die Dortmunder Abwehr gleicht schon da einem Hühnerhaufen. Nach Daniel Caligiuris 3:4 bleiben vier Minuten plus sieben minuten Nachspielzeit für das große Wunde. Und tatsächlich trifft Innenverteidiger Naldo in der vierten Minute der Extra-Spielzeit das 4:4, auf der einen Tribünenseite brechen beim S04-Anhang alle Dämme, gegenüber auf der anderen Seite herrscht Schockstarre. Das 4:4 markiert einen historischen Tag in der Geschichte des Revierderbys, es war auch der Anfang vom Ende für den neuen BVB-Trainer Peter Bosz, der zwei Wochen später den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommt.

Stöger gab - das gehört mittlerweile zum üblichen Duktus vor den Derbys - das Kompliment gerne zurück. Er habe großen Respekt vor der Arbeit Tedescos auf Schalke, meinte der 52-Jährige, „wie sie in dieser Saison auftreten, das zeugt von großem Teamgeist. Sie bestechen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, haben gute Momente im Umschalten, sind gefährlich bei Standards. Bei allem ist eine gute Idee dahinter.“ Wie fast immer sei kein eindeutiger Favorit auszumachen. „Sie werden ein anderes Gesicht zeigen als in Hamburg“, prophezeite Stöger, „und uns hat nach der Schlappe in München das Spiel gegen Stuttgart gut getan.“

Eindrucksvolle Bilanz

Stöger reist mit einer eindrucksvollen persönlichen Bilanz in die Arena, denn er hat als Trainer des 1. FC Köln nicht eine Partie auf Schalke verloren. Spiegeln für die Partie am Sonntag lasse sich diese Bilanz zwar nicht, „aber ich fahre tatsächlich gern dort hin, habe positive Erinnerungen an dieses Stadion.“

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Wie endet das 175. Revierderby?

64%
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Unentschieden
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Sieg Schalke
1037 abgegebene Stimmen

Personelle Überraschungen wird es am Sonntag nicht geben. Manuel Akanji war wegen eines grippalen Infekts einige Tage aus dem Training raus und dürfte allenfalls auf der Bank sitzen, Lukasz Piszczek wurde wegen muskulärer Probleme geschont, soll aber spielen. „Raphael Guerreiro und Shinji Kagawa sind raus, das war’s aber schon“, so Stöger. Schalke muss auf Matija Nastasic verzichten, für den die Saison nach einem „minimalen“ Kreuzbandanriss gelaufen ist. Er fällt acht bis zwölf Wochen aus, wird aber konservativ behandelt.

Zusätzlicher Reiz

Fünf Spieltage vor Saisonende erfährt die Partie durch die Tabellenkonstellation zusätzlichen Reiz. Der Zweite Schalke empfängt den Dritten Dortmund, der BVB kann Schalke bei einem Erfolg wieder überflügeln. Die Schalker können die Champions-League-Qualifikation bei einem eigenen Sieg fast schon perfekt machen. „Beide“, sagt Stöger, „haben die Chance, mit einem Dreier einen richtig großen Schritt zu machen.“

Die Taktikanalyse zum 175. Revierderby

BVB-Kombinationen gegen kühle Schalker Strategie

DORTMUND/GELSENKIRCHEN Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 vertrauen zuerst auf Stärken in der Defensive. Der BVB setzt dann auf seine Qualität, die Königsblauen auf ihre Kompaktheit. Die Taktikanalyse zum 175. Revierderby. mehr...

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