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Suche nach Stabilität: VfB Stuttgart wackelt defensiv bedenklich

BVB-Gegner im Porträt

Als Spieler hatte Fredi Bobic (38) den Ruf eines impulsiven Kämpfers weg, der knallhart austeilen konnte. Auf dem Feld und auch in seiner Funktion als Mitglied im Mannschaftsrat bei Prämien-Verhandlungen. Jetzt sitzt Bobic am Verhandlungs-Tisch auf der anderen Seite.

STUTTGART

von Von Dirk Krampe

, 28.08.2010
Suche nach Stabilität: VfB Stuttgart wackelt defensiv bedenklich

Stuttgarts Abwehrspieler Georg Niedermeier (r.) hinterließ in den letzten Spielen nicht den sichersten Eindruck.

Bobic kann sich über Arbeit nicht beklagen, seit er Ende Juli als neuer Sportdirektor und Nachfolger von Horst Held zu dem Klub zurückgekehrt ist, für den er von 1994 bis 1999 in der Bundesliga 69 Tore (148 Spiele) schoss. Zweieinhalb Jahre trug der gebürtige Schwabe danach auch das Trikot Borussia Dortmunds und tourte im Spätherbst seiner Karriere auch noch durch Europa.

In seinem neuen Job muss Bobic diplomatische Qualitäten nachweisen. Sportlich sitzt ihm Trainer Christian Gross im Nacken, der nach dem Wechsel von Sami Khedira noch Handlungsbedarf im Kader sieht. Auf der anderen Seite stehen Aufsichtsrat und Vorstand, die schwäbische Tugenden pflegen: Sparen. Kein Problem habe er damit, sagt Bobic. „Ich bin nicht der Sparmeister, ich will Geld ausgeben. Aber nur in Spieler, bei denen es sinnvoll ist.“ Weil die Qualifikation für die Champions League verpasst wurde, war der Aderlass durchaus beachtlich. Khedira, Hilbert, Osorio und Lanig sind weg – und Gross hat nach einer Bundesliga-Rückrunde, in der der VfB das beste Team stellte, frühzeitig gewarnt. Ob er Genugtuung empfindet, weil sich seine Befürchtungen in der noch jungen Spielzeit schon früh bestätigt haben, ist dabei nicht überliefert.

Stuttgart droht ein Bundesliga-Fehlstart. Das noch schmeichelhafte 0:2 in Mainz hat die Alarmglocken schrillen lassen, das Rückspiel in den Europa-League-Playoffs, als der VfB einen 0:2-Rückstand nur mit einem Kraftakt wettmachen konnte, war erst recht nicht dazu angetan, den kommenden Wochen mit Zuversicht entgegenzusehen. Es krankt an allen Ecken und Enden: Im Mittelfeld ist die Ordnung verloren gegangen, offensiv die Durchschlagskraft und defensiv die Stabilität. Gegen eher drittklassige Norweger aus Molde gab es vier Gegentore, eins in Babelsberg (DFB-Pokal), dann zwei in Mainz. Donnerstag der Beinahe-K.o. gegen Bratislava.

Gross testete in diesen Spielen diverse Innenverteidiger-Duos – nachhaltig überzeugen konnten auch die zuletzt aufgebotenen Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz nicht, die in Mainz und auch gegen Bratislava stellenweise wie verwirrte Hühner umherschwirrten. Tasci schmollt Dass gleichzeitig mit Serdar Tasci (23) ein Stuttgarter WM-Teilnehmer seit Wochen auf der Bank schmort, der seine Unzufriedenheit mehr oder minder deutlich dadurch zum Ausdruck bringt, dass er mit Abwanderung drohte, deutet an, dass im Schwabenland derzeit einiges an Zündstoff geboten ist. Es war die Aufgabe Bobics, ein Machtwort zu sprechen, und der ehemalige Stürmer ließ sich nicht lange bitten. Tasci muss bleiben und darf sich am Sonntag sogar gute Einsatzchancen ausrechnen.

Und der Klub sucht nach der Qualifikation für die Gruppenphase, die fünf Millionen Euro und mehr in die Kassen spülen wird, nach weiteren Verstärkungen. Vor allem für die schwach besetzten Außenbahnen. Christian Gross wird das sicher gerne hören. 

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