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Tamas Hajnal nach Nichtberücksichtigung geschockt

Endstation Abstellgleis?

DORTMUND Als die Spieler von Borussia Dortmund um 17.18 Uhr am Samstag den 3:0-Pokalerfolg über Wacker Burghausen mit den über 2 000 mitgereisten Fans in der Wacker-Arena ausgiebig feierten, saß ein Borusse geknickt auf der heimischen Couch: Mittelfeld-Regisseur Tamas Hajnal.

von Von Matthias Dersch

, 16.08.2010
Tamas Hajnal nach Nichtberücksichtigung geschockt

Hajnal (links) steht vor einer ungewissen Zukunft.

Der Ungar war von BVB-Trainer Jürgen Klopp nicht in den 18er-Kader berufen worden und saß am Freitag deshalb nicht im Flieger in Richtung Salzburg. Stattdessen musste Hajnal in Dortmund mit den anderen Kollegen, die das gleiche Schicksal ereilt hatte, trainieren. Der feine Techniker fand sich plötzlich in einer Reihe wieder mit Spielern wie Nelson Valdez, mit dem nicht mehr geplant wird und der infolgedessen nicht einmal mehr bei offiziellen Pressekonferenzen erwähnt wird.

Droht Hajnal nun ein ähnliches Schicksal? Wird auch er ein Opfer von Klopps eisernem Besen? Völlig ausgeschlossen scheint das nicht. Auch deshalb sagt der Nationalspieler: „Ich war geschockt, als mein Name fiel und klar war, dass ich nicht zum Kader gehören würde. Dass ich nicht in der Startelf stehen würde, habe ich erwartet, aber nicht, dass ich nicht mitfliegen darf.“ In allen acht Testspielen hatte Klopp ihm zuvor die Möglichkeit gegeben, sich zu beweisen. Signale, dass die Qualitäten des Spielmachers nicht mehr ausreichen würden oder sein Einsatz nicht stimme, gab es laut Hajnal nicht. Im Gegenteil: „Der Trainer hat mir sogar gesagt, ich solle nicht zu viel trainieren, sondern langsamer machen.“ Allerdings ist die Konkurrenz für den Ungarn groß: Mit Shinji Kagawa, Super-Talent Mario Götze, Neuzugang Robert Lewandowski und im Herbst auch dem derzeit noch verletzten Mohamed Zidan können noch vier andere Kaderspieler auf der zentralen Mittelfeldposition agieren. Hajnal ist in diesem Quintett der Älteste. 

Der 29-Jährige will trotz des Schocks nicht aufstecken. An seinem Vorhaben, seinen noch zwei Jahre laufenden Vertrag bei der Borussia zu erfüllen und mit dem Verein „wichtige Ziele zu erreichen“, habe sich durch die Entscheidung vom Wochenende nichts geändert. Auch ein Gespräch mit Klopp oder BVB-Sportdirektor Michael Zorc wird er zunächst aus eigener Initiative nicht suchen. „Ich warte jetzt ab, ob von ihnen etwas kommt“, sagt Hajnal, der erwartet, dass man offen mit ihm umgeht und ihm sagt, was Sache ist. „Ich hoffe, dass man mir ehrlich sagt, ob man noch mit mir plant oder nicht.“

Es wäre nicht das erste Mal, dass Jürgen Klopp unpopuläre Entscheidungen trifft. Auch Florian Kringe, dessen Verdienste für den BVB unbestritten sind, bekam dies zu spüren. Als Resultat daraus ließ er sich für eine Saison nach Berlin ausleihen. Jetzt ist er zurück in Dortmund und fahndet nach einem neuen Arbeitgeber. Ob Hajnal ein ähnlicher Weg droht, dürfte sich in den nächsten Tagen entscheiden. Die Transferliste schließt am 31. August, danach ist ein Wechsel erst im Winter möglich. Dass sich Hajnal Klarheit wünscht, ist verständlich. Die Zeit drängt... 

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