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„Treten auf der Stelle“

DORTMUND Die Quintessenz des Samstages ging auf das Konto eines Premiere-Moderators: „Wenn man Schwarz und Gelb mischt“, sagte Sebastian Hellmann im Anschluss an Borussia Dortmunds 1:1 (0:0) gegen die Eintracht Frankfurt, „kommt Grau raus“.

von Von Sascha Fligge

, 11.11.2007
„Treten auf der Stelle“

Florian Kringe (li.) hebelt Chris aus – und schiebt die Kugel zum 1:1 ein.

Viel grauer als für den selbst ernannten UEFA-Cup-Platz-Aspiranten geht es in der Tat nicht mehr: Seine neue Heimat ist Platz 13. 6 Punkte beträgt der Rückstand auf Platz 5, ebenfalls 6 der Vorsprung auf Rang 16. Nach 13 Partien (18:22 Tore) stehen 7 Niederlagen zu Buche. Zahlen aus dem Niemandsland.

Das Kicker Sportmagazin befürchtete bereits in der vergangenen Woche, „Dortmund“ hungere „im miefigen Maschinenraum“ der Liga. Hinter Klubs wie Karlsruhe, Hannover, Wolfsburg oder Bochum. Und trotz eines 7,6-Mio.-Euro-Invests in den Kader nur einen Zähler vor Rostock, das häufig als am schwächsten besetztes Team der Eliteklasse geführt wird.

  Vor 75 300 Fans hatte Amanatidis den Gast am Samstag nach ungenießbarer erster Hälfte mitten in eine Borussen-Drangphase hinein in Führung gebracht (55., Kopfball nach Stellungsfehler von Brzenska). Florian Kringe erzielte neun Minuten vor Schluss noch den erlösenden Ausgleich. Zuvor hatte er allerdings Eintracht-Verteidiger Chris im Strafraum ausgehebelt, was den starken Frankfurter Schlussmann Markus Pröll erzürnte: „Das Tor darf niemals zählen!“

Am Ende musste Pröll sogar glücklich sein, einen Punkt mit nach Hessen nehmen zu können, denn der eingewechselte Nelson Valdez scheiterte aus kürzester Distanz jämmerlich (86.). Einer von insgesamt 28 BVB-Torschüssen (Frankfurt: 9).

Zu diesem Zeitpunkt waren die übrigen Offensivkräfte, Diego Klimowicz und Mladen Petric, schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Argentinier klagte über eine Sehschwäche auf dem linken Auge und ein Taubheitsgefühl im linken Arm. Petric, so Trainer Thomas Doll „hat nach einem Luftduell so gut wie gar nichts mehr gesehen“. Am Abend gaben die Mediziner schließlich Entwarnung: Beide Profis werden ab Dienstag wieder mit der Mannschaft trainieren.

"Engagement hat jeder gezeigt"

Die war von Doll nach dem 1:2 in Hannover zwar schwer abgestraft worden („Einige werden sich auf der Bank oder der Tribüne wiederfinden“) – beim Vergleich der Startformationen fiel am Samstag aber nur das (vorläufige) Fehlen von Valdez und Buckley auf. Sollte es jemals die Furcht einiger Spieler vor der Verbannung gegeben haben – sie war unbegründet. Trotzdem machte Doll Konsequenzen seiner Verbalschelte aus: „Engagement hat jeder gezeigt, wir hatten unendlich viele Chancen, müssen aber vor dem Gehäuse viel cooler sein.“

Konsequenzen könnte das Tabellenbild für Doll selbst, Mentaltrainer Jürgen Lohr und Sportdirektor Michael Zorc haben. Denn die Verlängerung ihrer 2008 auslaufenden Verträge war von KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke stets „an unsere sportliche Entwicklung“ gekoppelt worden. Diese beschrieb Kringe am Samstag mit einem Satz, der das Zeug zum Klassiker hat. „Im Vergleich zum Hannover-Spiel“, sagte er, „haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Aber so treten wir auf der Stelle."

  

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