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Wäre Thomas Tuchel der richtige Bayern-Trainer?

Pro & Kontra

Trainer Carlo Ancelotti entlassen, wieder einen Vorsprung verspielt und eine enttäuschende Leistung geboten - der FC Bayern hinkt seinen Ambitionen derzeit hinterher. Die Münchner suchen unter Hochdruck einen neuen Coach. Wäre Thomas Tuchel der richtige Bayern-Trainer?

DORTMUND

, 04.10.2017
Wäre Thomas Tuchel der richtige Bayern-Trainer?

Wäre Thomas Tuchel der richtige Trainer für den FC Bayern München?

JA, TUCHEL PASST - Akribischer Tüftler

Thomas Tuchel ist ein herausragender Fußballtrainer, ein Taktikexperte, der jedes Details dieses Sportes haarklein betrachtet. Ein Trainings-Tüftler, dessen Akribie ihm ab und zu als Besessenheit ausgelegt wurde. Ein Typ Trainer, den der FC Bayern München in einer Situation, in der sich Spieler über zu lasches Training beschweren, dringend benötigt.

Tuchel hat mit seiner Akribie in zwei Jahren bei Borussia Dortmund bewiesen, dass er ein Trainer von internationalem Top-Format ist. Eine durch den Bombenangriff auf den Mannschaftsbus für den ganzen Verein psychologisch schwierige Saison hat er mit dem DFB-Pokalsieg doch noch positiv enden lassen. Trotz des sportlichen Erfolges haben die Dortmunder Bosse dennoch vorgezogen, Tuchel freizustellen.

Die fehlende Warmherzigkeit im Umgang mit den Dortmunder Spielern war wohl einer der Aspekte für die Trennung. Der 44-Jährige geht eben nüchtern nach dem Leistungsprinzip. Verdienste aus der Vergangenheit haben für ihn keinen Wert.

Emotionen und Warmherzigkeit sind beim FC Bayern keine Eigenschaften, die im Anforderungsprofil eines Trainers stehen. Die Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß wollen das in Seenot geratende Schiff FCB schnellstmöglich wieder in ruhiges Fahrwasser bringen. Tuchel ist dafür der beste aktuell verfügbare Übungsleiter.

Von Moritz Mettge

NEIN, TUCHEL PASST NICHT - Menschliches Minus

Carlo Ancelotti ist beim FC Bayern nicht nur gescheitert, weil der sportliche Erfolg überschaubar blieb. Vorrangig musste der Italiener seine Koffer packen, weil sein Verhältnis zu einem Großteil der Mannschaft nicht mehr zu kitten war – genauso, wie es zuvor bei Borussia Dortmund und Trainer Thomas Tuchel auch war.

Bei allen sportlichen und taktischen Qualitäten Tuchels sollten sich die Bayern dies als Warnung nehmen. Denn die Gefahr ist groß, dass es sich der frühere BVB-Coach ebenfalls mit den Münchner Stars verscherzen würde. Denn womit Tuchel intern besonders aneckte, war seine kalte, schroffe Art, mit seinen Spielern umzugehen. Die feinfühlige Führung der Mannschaft aber ist bei all den Eitelkeiten, die in der Bayern-Kabine umherschwirren, elementar. Tuchel müsste seine zwischenmenschliche Antenne also plötzlich komplett neu ausrichten, um in München klarzukommen.

Und da gibt es ja auch noch das Alphatier-Problem in Münchens Vorstandsetage. Tuchel müsste sich den Granden Rummenigge und Hoeneß unterordnen, müsste akzeptieren, dass die Bosse immer mitreden wollen, der Trainer sportlich nicht das alleinige Sagen hat. Und genau das ist schwer vorstellbar. Thomas Tuchel gilt nicht gerade als Mann der Diplomatie. Ein heftiger Disput mit den Bossen wäre da nur eine Frage der Zeit.

Von Sascha Klaverkamp

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