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Was die Stürmersuche des BVB so schwierig macht

Überhitzter Transfermarkt

Borussia Dortmund fahndet noch immer nach einem neuen Stürmer mit eingebauter Torgarantie. Die Zeit wird knapper, der Druck höher. Eine Spur führt zum FC Barcelona.

Dortmund

, 23.08.2018
Was die Stürmersuche des BVB so schwierig macht

Sein Name wird heiß gekocht in der Gerüchteküche: Paco Alcacer vom FC Barcelona könnte Dortmunds Sturmprobleme beheben. © imago

Das Warten geht weiter: Bei Borussia Dortmund ist noch keine Entscheidung gefallen bei der Fahndung nach einem Torjäger. Unpassende Kandidaten, überhöhte Summen, unverkäufliche Spieler und der endliche Faktor Zeit: Was die Stürmersuche so schwierig macht.


Die Kandidaten: Borussia Dortmunds hochgelobte Scouting-Abteilung mag viele und geeignete Kandidaten vorgestellt haben. Und mit ziemlicher Sicherheit haben reihenweise Berater die Namen ihrer Klienten beim BVB ins Spiel gebracht. Die Herzen der Bosse erwärmt haben nur wenige dieser Anwärter. Der Argentinier Lautaro Martinez (21) wäre einer gewesen, entschied sich jedoch für Inter Mailand. Einen Mario Mandzukic (32) hätten die Dortmunder mit Kusshand genommen, der Kroate ist aber nicht von Juventus Turin loszueisen.

Utopische Ausstiegsklausel

In der Gerüchteküche brodeln noch die Namen Divock Origi (23, FC Liverpool, wir berichteten) und Paco Alcacer (24, FC Barcelona). Der Spanier hat eine utopische Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro in seinem bis 2021 laufenden Vertrag stehen. Der BVB, der nach flatterhaften spanischen Medienberichten bereits in Katalonien vorstellig geworden sein soll, müsste demnach auf ein finanzielles Entgegenkommen Barcelonas spekulieren oder ein Leihgeschäft anstreben.

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Sollte der BVB bis zum 31. August noch einen Stürmer verpflichten?

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Vor einem Jahr gehörte Barcelona nicht zu den beliebtesten Klubs in Dortmund, Stichwort: Streiktstürmer Ousmane Dembele. Für dessen 25. Einsatz für seinen neuen Herzensverein am vergangenen Wochenende bekam der BVB übrigens weitere fünf Millionen Euro Nachschlag, so sieht es das Vertragskonstrukt damals vor.


Der Transfermarkt: Überhitzt, überteuert - im internationalen Geschäft vom An- und Verkauf von Fußballern herrscht Hochkonjunktur. Nicht um jeden Preis will sich der BVB hochpokern lassen, vor allem dann nicht, wenn Zweifel mitschwingen, ob der Auserkorene der richtige Griff ist. Ein Transfer müsse auch „Sinn ergeben“ und sei kein Selbstzweck, sagt Sportdirektor Michael Zorc. Trotz gefüllten Portemonnaies und der grundsätzlichen Bereitschaft, für den richtigen Spieler auch mal tief in die Tasche zu greifen, sticht die Prämisse der wirtschaftlichen Vernunft.

Das Bankkonto: Bislang steht die Transferbilanz der Borussia in diesem Sommer bei einem Minus von rund 25 Millionen Euro. In den Jahren zuvor hat der Klub ordentliche Überschüsse erzielt, vor allem dank Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang. Abzüglich Steuern und sonstiger Abgaben müsste seit Sommer 2015/16 immer noch eine hohe zweistellige Millionensumme zur Verfügung stehen. Das wiederum können sich auch Verhandlungspartner leicht ausrechnen.

Gleichzeitig rast in Dortmund der Lizenzspieler-Etat weiter in die Höhe, nach Schätzungen liegt er bei mindestens 130 Millionen Euro, knapp einem Drittel des Gesamtumsatzes im Vorjahr. 2016/2017 nahm dieser Posten um 32 Prozent zu, aktuelle Zahlen gibt es am Freitag.


Der Zeitpunkt: Am 31. August schließt das Transferfenster. Die Zeit wird knapper, der Druck höher, und die Suche und Verpflichtung eines Torjägers bleibt kompliziert. Neu-Trainer Lucien Favre sollte auch erst den Kader in Augenschein nehmen. Fragen lassen muss sich der BVB, warum er sich in diese Bredouille hat bringen lassen. Spätestens im Winter 2017 hatte sich Aubameyangs Abtrünnigkeit angedeutet. Es gab genug Vorlauf, auch wenn viele Wege in einer Sackgasse endeten.

Was die Stürmersuche des BVB so schwierig macht

„Für mich ist entscheidend, ob jemand die Dinger reinmacht“, meint BVB-Sportdirektor Michael Zorc. © Groeger

Andere Vereine konnten ablösefreie Stürmer verpflichten. Man habe ja noch Zeit, hieß es am Rheinlanddamm noch in dieser Woche. „Wir halten die Augen weiter offen“, sagt Zorc. Das Anforderungsprofil für den Mann im Sturm ist ziemlich schnell umrissen. Bullig? Wendig? Groß? Klein? Egal! „Für mich ist entscheidend, ob jemand die Dinger reinmacht“, meint Zorc.

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