Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige


Der BVB verspielt in der Saison 17/18 viel Kredit

Geschäftsführung hat Augen verschlossen

Mit viel Glück qualifiziert sich der BVB als Tabellenvierter für die Champions League. Zuallererst stehen die Spieler am Pranger, aber auch auf der Funktionärsebene läuft einiges schief. Dirk Krampe kommentiert.

SINSHEIM

, 12.05.2018
Der BVB verspielt in der Saison 17/18 viel Kredit

Der BVB erlebte trotz der Champions-League-Qualifikation eine Saison zum Vergessen. © dpa

Aus dem Stegreif lieferte Nuri Sahin nach dem glücklichen Ende dieser so verkorksten BVB-Saison eine schonungslose Analyse der vielen Missstände, die hineingespielt haben müssen, wenn eine Mannschaft über ein ganzes Jahr in ihrem Auftreten und in ihren Leistungen so weit von ihrem Potenzial abweicht. Probleme in der Kabine, streikende Spieler, Disziplinlosigkeiten - das alles habe in diese Saison hineingespielt und nun, meinte er, müsse folglich alles auf den Prüfstand.

Dritter Trainer in zwölf Monaten

Nur indirekt sprach er damit an, was offensichtlich ist: Wenn eine Mannschaft so aus der Spur läuft wie Borussia Dortmund in dieser Saison, dann stehen zwar zuallererst die Spieler am Pranger und im Blickfeld. Dann müssen sich aber auch die hinterfragen, die die Dinge zu lange laufen ließen, die vielleicht auch die Augen verschlossen haben und nicht den Mut hatten, rechtzeitig und energisch einzuschreiten. Bei Pierre-Emerick Aubameyang zum Beispiel, der die Abhängigkeit der Borussia von seinen Toren massiv ausgenutzt haben soll. Aubameyang war freilich längst nicht das einzige Sorgenkind in diesem Kader.

Jetzt lesen

Innerhalb von zwölf Monaten wird Borussia Dortmund nun zum dritten Mal den Trainer wechseln. Das allein zeigt, wieviel schief gelaufen ist - auch auf der Funktionärsebene. Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke haben den Verein mit klugem Handeln und auch dem scharfen Blick in die Nischen trotz immer noch geringerer wirtschaftlicher Möglichkeiten wieder in den elitären Kreis der europäischen Spitzenklubs geführt. Sich dort zu behaupten, gestaltet sich nicht überraschend als die noch größere Herausforderung.

Leadertypen fehlen

Nicht erst in dieser Saison lag die Vereinsführung zu oft daneben. Bei der Trainerwahl, größtenteils bei den Transfers, bei der generellen Zusammenstellung des Kaders, dem Leadertypen fehlen - aber auch die charakterliche Eignung so manchen Dribbelkünstlers, von dessen Fähigkeiten am Ball man sich blenden ließ und bekannte Probleme im Verhalten in einer heterogenen Gruppe ignorierten. Aubameyang, Mor und Dembele sind nur drei Beispiele.

Umfrage

Peter Stöger und der BVB gehen zum 30. Juni getrennte Wege. Die richtige Entscheidung?

4533 abgegebene Stimmen

Der große Schnitt wird nun kommen. Ein erster Schritt ist gemacht mit der Verpflichtung von Sebastian Kehl, der seine Meinung deutlich vertreten wird und vor allem das Ohr sehr nahe an der Mannschaft haben soll. Der frische Wind wird der muffigen Luft auf der Geschäftsstelle gut tun. Hoffentlich finden seine Anregungen auch Gehör.

Lange Pause wird den Spielern gut tun

Es gibt viel zu tun in diesem Sommer. Dass die Pause lang ist, wird nicht nur den Spielern gut tun, um die Köpfe frei zu bekommen. Es wird auch den Verantwortlichen helfen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der BVB hat viel Kredit verspielt in diesem Jahr - den bei den Fans zurückzuholen, wird mindestens genau so wichtig werden wie Tabellenplatzierungen.

Jetzt lesen
Jetzt lesen
Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt