Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Bürkis Status bekommt Kratzer - Weidenfeller tritt ab

BVB-Saisonanalyse: Die Torhüter

In unserer großen BVB-Saisonanalyse beschäftigen wir uns zunächst mit den Torhütern: Hinter Roman Bürki liegt eine schwierige Saison. Sein Status als klare Nummer eins hat Kratzer bekommen.

DORTMUND

, 03.06.2018
Bürkis Status bekommt Kratzer - Weidenfeller tritt ab

Roman Bürki spielte eine durchwachsene Saison, Roman Weidenfeller hat seine Karriere beendet. © imago

Roman Bürki:

Bei seiner Ankunft in Lugano wurde Roman Bürki abgelichtet, wie er mit einer fetten Sonnenbrille und breitem Grinsen aus dem Auto stieg. Bürki war bester Laune. Im Tessin bereitet sich die Schweizer Nationalmannschaft derzeit auf die Fußball-WM vor. Borussia Dortmunds Nummer eins wird froh sein, nach einer schwierigen Saison in Dortmund eine neue Umgebung und andere Gesichter beim Training zu sehen.

Arrived in Lugano ☀️ @fotototomarti

Ein Beitrag geteilt von Roman Bürki (@rbuerki) am

Bürkis Status als unangefochtener Stammtorhüter hat trotz einiger ordentlicher statistischer Werte Kratzer bekommen. Da sind auf der einen Seite die zwölf Bundesliga-Spiele ohne Gegentor, die ihn hinter dem führenden Ralf Fährmann (Schalke 04) auf Platz zwei in dieser Kategorie hieven. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Ron-Robert Zieler und Sven Ulreich aus München.

Anfällige Defensive

Auch seine Passquote von 69 Prozent ist ordentlich - Fährmann und Zieler liegen deutlich darunter, Ulreich kommt auf starke 74 Prozent. Und Bürki hat 57 Großchancen des Gegners vereitelt, 25 mehr als in der Saison zuvor - was allerdings auch daran liegt, dass die BVB-Defensive (69 Gegentore in allen Wettbewerben) weitaus anfälliger agierte in dieser abgelaufenen Spielzeit.

Im Gedächtnis hängen bleiben aber vor allem die Spiele, in denen Bürki keinen guten Eindruck hinterließ - und die die Diskussionen um seinen Status befeuerten. So wie beim Saisonfinale in Hoffenheim, als er zwei Mal schwer patzte. So wie beim letzten Heimspiel gegen Mainz, oder beim 0:6 in München, als schon zur Pause (0:5) ein Debakel drohte. Auch für Bürki ein Spiel mit hohem Frustfaktor.

Internationale Spielzeit zum Vergessen

Im Vergleich zur ordentlichen Hinrunde in der Liga (Durchschnittsnote 2,65) mit eigentlich nur einem unterdurchschnittlichen Spiel in Leipzig war die Rückrunde in der Bundesliga mit einem Schnitt von 3,17 sehr durchwachsen. Bürkis internationale Saison mit zehn Spielen in der Champions- und Europa League (Notenschnitt 3,40) war eine zum Vergessen.

Bürkis Bundesliga-Notenschnitt von 2,92 ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgesackt. Im Torhüter-Ranking des Fußballmagazins „kicker“ belegt der 27-Jährige unter allen 18 Erstligisten lediglich Rang 15 - ernüchternd. Bürki wird froh sein, dass die Saison endlich vorbei ist.


Ausblick: In Marwin Hitz hat der BVB einen Landsmann Bürkis als Weidenfeller-Nachfolger verpflichtet. Hitz verzichtet auf die Fußball-WM und wird vom ersten Vorbereitungstag an in Dortmund sein - das könnte ihm einen kleinen Startvorsprung gegenüber Bürki verschaffen.

Jetzt lesen

Einen offenen Zweikampf im Tor ruft Borussia Dortmund ganz bewusst nicht aus und hat die Frage nach der Nummer eins zunächst eindeutig beantwortet. Das soll Bürki nach seiner durchwachsenen Saison stärken. Der neue Trainer Lucien Favre wird allerdings genau hinschauen, wie Roman Bürki auf die neue Konkurrenzsituation reagiert.


Roman Weidenfeller:

Nach 16 Jahren im BVB-Tor ist Schluss. Wenn Roman Weidenfeller seinen Urlaub in diesem Sommer beendet, wartet keine schweißtreibende Saisonvorbereitung auf den Schlussmann. Weidenfeller beendet seine Karriere, die durchaus als groß bezeichnet werden darf. Zwei Deutsche Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege, dazu der WM-Titel 2014 als Backup für Manuel Neuer sowie das Champions-League-Finale 2013 gegen Bayern München: Der Mann, der in seiner Profikarriere nur für zwei Klubs gespielt hat, den BVB und den 1. FC Kaiserslautern, hat in Dortmund fast alles mitgenommen.

„Das ist ein großes Privileg“

Die Würdigung dafür gab es am 33. Spieltag nach dem Spiel gegen Mainz 05. Die Südtribüne verneigte sich vor Weidenfeller - und Weidenfeller verneigte sich vor den Fans. „Ich durfte mein Hobby zum Beruf machen“, sagte der 37-Jährige jüngst im Interview mit dieser Redaktion, „das ist ein großes Privileg. Dazu noch das Glück, so lange bei solch einem großen Klub mit so vielen Fans spielen zu dürfen. Sie haben mich immer getragen, nicht nur in den goldenen Zeiten. Das ist einzigartig, das macht diesen Verein auch aus. Deshalb bin ich auch dankbar und stolz, so viele Jahre hier gespielt zu haben.“

Sportlich griff Weidenfeller in der vergangenen Saison noch dreimal aktiv ins Geschehen ein. Zwei Kurzeinsätze in Hoffenheim am letzten Spieltag und in der Champions League gegen Tottenham spielen dabei nicht die große Rolle, doch sein vorletztes Bundesligaspiel, das 348. für den BVB, wird Weidenfeller nie vergessen - es war das 4:4 gegen den FC Schalke 04.

Jetzt lesen