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Zwei Gefühlswelten

DORTMUND Im Sommer waren sie Konkurrenten, kämpften um den Job des Spielmachers. Vergangenheit. Inzwischen sitzt Giovanni Federico (27) auf der Ersatzbank, Mladen Petric (26) macht seinem Ruf als Top-Torjäger alle Ehre – und die Position des Regisseurs wurde ersatzlos aus dem System von Thomas Doll gestrichen.

Zwei Gefühlswelten

Szene mit Seltenheitswert: Mladen Petric (li.) und Giovanni Federico jubeln gemeinsam.

„Ein 4-4-2 mit Raute“, sagte der Trainer am Freitag, „kannst du eben nur dann spielen, wenn du eine absolute Nummer 10 hast“. Klingt wie eine schallende Ohrfeige für Federico, den Mann mit dem Spielmacher-Selbstverständnis.

Es soll wohl auch eine sein. „Giovanni“, raunzte Doll, „muss die Herausforderung 1. Fußball-Bundesliga jetzt annehmen. Er soll in jedem Training den Platz umwühlen, aggressiv sein, sich einbringen. Im Moment sind ihm andere im direkten Vergleich einen Schritt voraus.“ Delron Buckley zum Beispiel, den Doll zuletzt im Mittelfeld installierte. Oder Stürmer Nelson Valdez, der sich beim 0:0 gegen Bayern München eine Reihe weiter hinten als im Normalfall um den BVB verdient machte. „Da mögen jetzt einige wieder sagen: Der Valdez ist ein Chancentod, der trifft nicht. Aber er leistet eben unglaublich wertvolle Arbeit für die Mannschaft.“

Petric übernimmt Verantwortung

Von Federico, der im vergangenen Jahr 19 Tore für den damaligen Zweitligisten Karlsruher SC erzielte und 14 weitere vorbereitete, würde Doll dies zurzeit wohl kaum behaupten. Der Italiener gilt teamintern als Feinfuß mit Instinkt. Aber nicht als dynamische Wühlmaus. Federicos ehemaliger Konkurrent Mladen Petric übernimmt im Gegensatz zu ihm in kritischen Situationen Verantwortung. Wohlgemerkt als Stürmer, denn das Experiment mit dem Kroaten hinter den Spitzen ging schief und wurde nicht weiter fortgeführt. „Endlich“, sagt Doll, „ist Mladen richtig fit. Das hat lange genug gedauert, denn schon in seiner letzten Halbserie beim FC Basel hat Petric zwar gespielt – aber so gut wie gar nicht mehr trainiert.“

Andere Position

Seine physischen Fortschritte kommen dem in der Schweiz aufgewachsenen Kroaten nun zugute. Sechs Treffer hat Petric in der Liga erzielt (je ein „Doppelpack“ gegen Bremen, in Berlin und in Leverkusen), zwei im DFB-Pokal. Zuletzt ging das Siegtor gegen Frankfurt auf seine Kappe, vier weitere hochkarätige Chancen spielte sich Petric im Duell mit den Hessen heraus, ging Eins-gegen-Eins, setzte Sprints an und riss Lücken in den Deckungsverbund. Die Ablösesumme in Höhe von 3,5 Mio. Euro scheint sich zu rentieren.

Dass Petric nicht jene Position bekleidet, für die er im Sommer geholt wurde, ist derzeit  nur eine Fußnote. Wer will denn gleich kleinlich sein...?

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