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"Currywurst ist auch super"

DORTMUND „Super-Finne“, „Der Held vom Brehmplatz“ oder „Ausnahmestürmer“: Nach nur acht Spielen im Trikot des EHC-Dortmund hat sich Antti-Jussi Miettinen bei den Fans bereits einige ehrenhafte Beinamen verdient.

von Von Jan Büsse

, 31.10.2007
"Currywurst ist auch super"

Erzielte den Treffer zum 5:4: Antti-Jussi Miettinen

Der so Gerühmte sieht aus, wie man sich einen ordentlichen Finnen vorstellt: blond, aus dem offenen, freundlichen Gesicht blicken mir zwei eisblaue Augen entgegen. So sitzt er da und erzählt aus dem Leben eines Eishockey-Profis im unteren Ligenbereich. Von seiner ersten Station in Deutschland, in Ratingen. Von seiner Heimatstadt Tampere in Südfinnland, wo Eishockey Sportart Nummer 1 ist – und wo er sich entschied, das Hobby zum Beruf zu machen. Oder von seinem bislang schwersten Profi-Jahr in Waldkraiburg. Eine Knieverletzung ließ ihn dort gerade mal auf acht Saison-Einsätze kommen – die Versicherung weigert sich bis heute für die Behandlungskosten aufzukommen, und auch der Verein zahlte damals kein Gehalt. „Nie wieder will ich so etwas erleben“, sagt der 24-Jährige.

Zurück  - und wie!

Das alles ist abgehakt. Miettinen ist zurück  – und wie: 11 Tore und 14 Assists sprechen für sich. „In Dortmund“, sagt er, „kann ich mich wieder voll auf Eishockey konzentrieren.“ Dabei hilft ihm im Wesentlichen EHC-Obfrau Gabriele Dittko, die dem Finnen ein organisatorisches Rundum-sorglos-Paket schnürt. Das Verhältnis geht inzwischen über die Hilfe bei Behördengängen und Arztbesuchen hinaus. „Wir unternehmen auch in der Freizeit etwas zusammen – er ist öfter Mal bei uns zum Essen, und im Auto üben wir Deutsch“, sagt Dittko. Auch seine Vermieterin, Birgit Bock, die ihre Wohnung neben ihren drei Katzen nun auch mit dem Finnen teilt, hat nur Positives zu berichten: „Der Antti ist ein ganz Netter. Total ruhig und unkompliziert.“ Nur die Katzen trauen dem neuen Mitbewohner noch nicht so ganz.

Er kann auch anders

Der liebe, nette Finne kann aber auch ganz anders, nämlich dann, wenn er die Eisfläche betritt. Zuletzt bekam das ein 110-Kilogramm-Brocken des Königsborner JEC zu spüren, den der 25 Kilo leichtere EHC-Angreifer kurzerhand aus dem Weg räumte. Die Kraft für solche Aktionen holt sich der 175 cm kleine Miettinen im Fitnessstudio, in dem er vier Mal pro Woche anzutreffen ist. Explosivkraft, Maximalkraft, Koordination. Der Rest der wenigen Freizeit geht für den Deutschkurs an der VHS und das Kinder- und Jugendtraining beim EHC drauf. Es sei denn, Freundin Kirsi ist zu Gast, dann ist natürlich jede trainingsfreie Minute für sie reserviert. Ein Mal im Monat sehen sich die beiden für ein paar Tage.

Mit Kirsi über den Weihnachtsmarkt

Vielleicht schlägt er ja tatsächlich Wurzeln in Dortmund. Vom Besuch des Signal Iduna Parks war Miettienen jedenfalls begeistert – „Currywurst ist auch super, und ich freue mich schon darauf, mit Kirsi über den Weihnachtsmarkt zu schlendern“, sagt er. Bis der größte Weihnachtsmarkt der Welt wieder in der Dortmunder Innenstadt steht, sollen sich auch die Katzen von Birgit Bock an ihn gewöhnt haben.

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