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Dortmunderin Magull brennt auf Start der Saison

Frauenfußball

Zwei Wochen nach den Männern treten nun auch die Frauen wieder in Aktion: Ab Samstag rollt in der Frauenfußball-Bundesliga der Ball. Und mit dabei ist Lina Magull, die es von Dortmund über den VfL Wolfsburg zum SC Freiburg verschlagen hat. Enrico Niemeyer hat mit der 23-jährigen, zweimaligen Champions-League-Siegerin über das Kribbeln, die EM-Enttäuschung und ihre Heimat gesprochen.

DORTMUND

, 31.08.2017
Dortmunderin Magull brennt auf Start der Saison

Im DFB-Dress lief es für Lina Magull (l.) bei der Europameisterschaft nicht sonderlich gut. Doch die gebürtige Dortmunderin hat das Turnier abgehakt und will in der Liga mit dem SC Freiburg neu angreifen.

Frau Magull, mit dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg beginnt für Sie die neue Spielzeit. Wie groß ist die Vorfreude?

Sie ist sehr groß! Ich bin froh, dass ich die enttäuschende EM abhaken und mir neue Ziele mit der Mannschaft setzen kann. Wir sind gut vorbereitet und brennen auf den Start.

Was glauben Sie, wie wird sich die neue Saison entwickeln?

Ich schätze die Liga als sehr ausgeglichen ein, ähnlich wie im vergangenen Jahr. Wir wollen uns nicht mit dem VfL Wolfsburg oder Bayern München vergleichen, aber schon zum oberen Feld gehören. Wir haben das Potenzial, die Großen zu ärgern und wollen zudem noch mehr Konstanz in unser Spiel kriegen. Einen speziellen Platz haben wir aber nicht ausgegeben.

Im Vorjahr gelangen Ihnen elf Treffer. Haben Sie sich persönlich eine neue Marke gesetzt, die Sie knacken wollen?

Ich definiere mich selbst nicht über die Treffer. Wenn ich zwei, drei Tore in einem Spiel schieße, die restliche Leistung aber nicht passt, bin ich trotzdem unzufrieden. Ich will mich von Spiel zu Spiel steigern. Ob dann ein Tor oder eine Vorlage gelingt, ist erst einmal nebensächlich.

Sie gehen in Ihr drittes Jahr beim SC Freiburg und haben sich sportlich dort gut eingelebt. Ist das auch über das Sportliche hinaus der Fall?

Definitiv, sonst wäre ich sicher nicht mehr dort. Für mich muss das Gesamtpaket stimmen und das ist in Freiburg der Fall. Es ist sehr idyllisch da, man muss sich einfach wohlfühlen dort. Und die Mannschaft ist toll, wir haben einen guten Spirit.

Wenn man Ihre Stationen Dortmund, Wolfsburg und Freiburg vergleicht: Was ist Ihr Favorit?

Als Stadt gefällt Freiburg mir sehr gut. Es ist etwas ländlicher und man kann gut abschalten. Aber eigentlich bin ich schon ein Großstadtmensch. Dortmund ist auch nicht riesig, aber dort kann man auch mal durch die Straßen gehen und shoppen. Wolfsburg ist nicht mein Fall: eher tote Hose und VW. Aber mit den richtigen Leuten ist es egal, in welcher Stadt du lebst.

Schaffen Sie es denn noch oft in die Heimat nach Dortmund?

Doch schon, wenn wir mal mehrere freie Tage haben, verbringe ich sie bei meiner Familie in Dortmund. Aber meine Mutter und mein Bruder besuchen mich auch häufig in Freiburg. Denen gefällt es so gut dort, dass sie auch gerne mal die längere Fahrt auf sich nehmen (schmunzelt).

Der BVB hat eine ungeheure Strahlkraft in Dortmund. Wie wichtig wäre da mal ein weibliches Pendant, ein Frauen-Bundesligist?

Ich denke, der Zug ist langsam abgefahren. Es würde zu lange dauern, einen Verein jetzt noch aufzubauen. Ich finde es schade, dass das nicht schon vor ein paar Jahren in Angriff genommen wurde. Borussia Dortmund ist ein super Verein, es ist nur schade, dass die Frauen da nicht so mit einbezogen werden.

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Wenn Sie nun hören, dass im Männerfußball Spieler für über 200 Millionen Euro transferiert werden und das dann mit dem Frauenfußball vergleichen: Was löst das in Ihnen aus?

Ich finde es einfach nicht gerechtfertigt. Da geht es nicht nur um den Spieler, sondern auch um Sponsoren, Berater und wie viel Geld da einfach im Umlauf ist. Das nimmt zu krasse Ausmaße an. Man sollte sich auf den Fußball konzentrieren und überlegen, was man mit dem Geld sonst noch anstellen könnte.

Die EM verlief für die DFB-Frauen sehr enttäuschend. Was kann man als Mannschaft daraus ziehen?

Ich weiß nicht genau, wie stark der DFB das schon analysiert hat. Aber ich denke, dass die vielen Wechsel ein großer Faktor waren. Dazu hatten wir eine Trainerin, die in ihrem ersten Jahr gleich diese bittere Erfahrung hat machen müssen. Aber sie und wir werden daraus lernen. Ich habe selbst lange mit mir gehadert, aber nun geht der Fokus in Richtung Bundesliga.

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