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EHC vor dem Kollaps - Neugründung der Eisadler

Eishockey

Paukenschlag in der Sportstadt Dortmund: Der Eishockey-Oberligist EHC steht vor dem Aus. Nach Informationen dieser Redaktion wurden beim EHC die Spielergehälter für den Monat März bislang nicht gezahlt, und Trainer Krystian Sikorski, der erst vor einigen Wochen seinen Vertrag verlängerte, zieht gegen den Klub vor das Amtsgericht.

DORTMUND

von Von Jürgen Schwabe

, 01.05.2013
EHC vor dem Kollaps - Neugründung der Eisadler

Der EHC Dortmund am Boden - der Eishockey-Klub kämpft mit Schulden. Eine Mannschaft existiert nicht mehr.

Der EHC Dortmund existiert zwar weiterhin. Doch die Zukunft des Vereins und seines Vorsitzenden Christian Ahrenhöfer ist ungewiss. Der Vorsitzende ist seit Wochen nicht zu erreichen – weder für den zweiten Vorsitzenden Uli Menke („Ich habe seit Wochen keinen Kontakt zu Christian Ahrenhöfer“) noch für Trainer Krystian Sikorski.

 Der Coach erklärte im Gespräch mit dieser Redaktion: „Ich hatte bis heute noch Hoffnung auf ein gutes Ende, nun aber ist meine Frist abgelaufen. Ich werde spätestens in der nächsten Woche meine Unterlagen dem Amtsgericht übergeben.“ Sikorski will ausstehende Gehälter einfordern. Dem Trainer waren aufgrund der unüberschaubaren Lage des EHC die Hände gebunden. Er konnte bis jetzt weder neue Spieler verpflichten, noch mit den vorhandenen Aktiven verlängern. Die Spieler, so Sikorski, mussten von ihm täglich vertröstet werden. Das Gros des Kaders der vergangenen Saison – darunter Topscorer Igor Bacek (jetzt Hamm) – hat sich bereits einen neuen Verein gesucht.Auch mit dem Eissport-Verband NRW gibt es Probleme. Der Grund sind ausstehende Zahlungen vom EHC. Mit der Überschrift „Vorläufige Einstellung der Bearbeitung ihrer Angelegenheiten“ hat der Verband seine Tätigkeit für die Dortmunder eingestellt. Es geht um nicht gezahlte Abgaben für Spieler in Höhe von 6000 Euro. Dies scheint nach unseren Informationen nur die Spitze des finanziellen Eisberges zu sein. Die Verbindlichkeiten des EHC sollen sich insgesamt im sechsstelligen Bereich bewegen.

Auch die Abgaben an die Berufs-Genossenschaft wurden vom Verein zuletzt nicht entrichtet. Ungemach droht auch vom Hallenbetreiber. Es soll ein fünfstelliger Betrag offen stehen. Zwar war Stützpunktleiter Frieder Dieck am Dienstag nicht zu erreichen, doch die Schlösser für den Vereinsbereich im Eissportzentrum sollen bereits ausgewechselt worden sein. Bis Mittwoch, zum 2. Mai, müsste der EHC die Teams, die zur neuen Saison aufs Eis gehen sollen, beim Verband melden. Stand Dienstag war noch keine Meldung, weder für Senioren noch für Jugendteams, eingegangen. Ob es überhaupt eine Zukunft des Klubs geben kann, war am Dienstag ungewiss.

Dies bedeutet aber nicht das Ende des Eishockeys in Dortmund. Denn: Einige Eishockey-Interessierte gründeten bereits am Montag einen neuen Klub: die Eisadler. Hauptziel soll es sein, die früheren Nachwuchsmannschaften des EHC zu übernehmen. Am Ruder der Eisadler stehen Lothar Grabe (Vorsitzender), der ehemalige EHC-Spieler Markus Meister (2. Vorsitzender) und Schatzmeister Fabian Reiling. Ralf Herrmann hatte die Gründung der Eisadler initiiert. Er war es auch, der sich kurz nach Ostern mit dem EHC-Vorsitzenden Christian Ahrenhöfer traf, um sich ein Bild über den Zustand des Vereins zu machen und helfend einzugreifen. Es blieb allerdings bei diesem einen Gespräch. Die Eisadler wollen in der untersten Klasse, der NRW-Liga, einen Neuaufbau im Seniorenbereich wagen. Auf gesunder finanzieller Basis. Was beim EHC nicht mehr möglich scheint. 

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