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Eisadler Dortmund ohne Führungsetage

Eishockey

Eigentlich sind die Eisadler Dortmund für die neue Eishockey-Saison gut gerüstet. Der Landesliga-Kader steht, der neue Trainer hat seine Arbeit aufgenommen, die Finanzlage ist intakt, sechs Nachwuchsteams gehen an den Start. Aber eine andere große Baustelle bereitet jetzt Sorgen: Die Eisadler stehen seit Sonntag ohne geschäftsführenden Vorstand da.

DORTMUND

, 29.08.2017
Eisadler Dortmund ohne Führungsetage

Die Eisadler Dortmund suchen händeringend nach einem neuen Vorstand. Der ehemalige Vorsitzende Lothar Grabe (r.) hofft, dass ein Gang vors Amtsgericht in Dortmund abgewendet werden kann. Grabe scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins verlief die Suche nach neuen Führungskräften im Sande. Der Vorsitzende Lothar Grabe, der zweite Vorsitzende Markus Meister und Schatzmeisterin Brigitte Grabe hatten zuvor ihre Tätigkeiten niedergelegt. Nicht aufgrund von Querelen, wie alle unisono betonen. „Aus gesundheitlichen Gründen können meine Frau und ich diese intensiven Ämter nicht mehr wahrnehmen“, hatte Lothar Grabe schon vorab gegenüber dieser Zeitung erklärt. Markus Meister muss beruflichen Verpflichtungen den Vorzug geben. Aus dem Kreis der Mitglieder ließen sich am Sonntag keine Nachfolger für das Vorstandstrio finden, das bereits bei der Mitgliederversammlung im Vorjahr angekündigt hatte, nur noch übergangsweise die Geschäfte leiten zu wollen.

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Dass die Eisadler nun vor dem Aus stehen könnten, ist aber trotz der Vakanz auf höchster Ebene nicht zu befürchten. Der alte Vorstand hat vier Jahre nach der Gründung einen gesunden Verein hinterlassen, das förderte die Mitgliederversammlung zutage. Mehr als 100 Kinder spielen aktiv Eishockey in Dortmund. Der Haushaltplan für die neue Saison ist abgesegnet, am 1. Oktober beginnt die Spielzeit für die Landesliga-Mannschaft mit einer Partie beim TuS Wiehl. Trainer Uwe Malz und Co Jesper Dahl-Jörgensen lenken die sportlichen Geschicke – ein neuer Vorstand würde also keinen Neuaufbau leisten müssen oder gar vor einem Scherbenhaufen stehen. Trotzdem sucht der Klub ebenso fieberhaft wie erfolglos seit Monaten nach geeigneten Kandidaten.

Gang zum Amtsgericht

Wie es jetzt weitergeht bei den Eisadlern? Sollte sich binnen „zumutbarer Zeit“, wie es in der Vereinssatzung zu lesen ist, kein neuer Vorstand aus freiwilligem Antrieb finden, wäre ein Gang zum Amtsgericht in Dortmund unvermeidlich. Dies würden einen Antrag des Vereins auf eine Berufung eines „Notvorstandes“ prüfen. Lothar Grabe hält einen Zeitraum „bis Ende September“ für die Frist, die den Eisadlern jetzt bleibt, um den Gang zum Gericht noch zu verhindern. Sollte es einen Notvorstand geben, wäre zwar auch dann der Trainings- und Spielbetrieb an der Strobelallee nicht gefährdet. Viel lieber aber wäre es den Eishockey-Freunden, sie blieben zu 100 Prozent Herr im eigenen Klub – deshalb richten sie auch einen Appell an mögliche Vorstandskandidaten, die noch mit sich ringen: „Wir wollen den Standort Dortmund langfristig erhalten. Für die erste Mannschaft und vor allem im Nachwuchsbereich. Es muss Eishockey in Dortmund geben!“