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Nico Oetzel kritisiert fehlende Konzepte in der Dortmunder Leichtathletik-Szene

Leichtathletik in Dortmund

Sprinttrainer Nico Oetzel vom TSV Kirchlinde arbeitet sich an der LG Olympia ab. Die zeigt Verständnis und bietet ein Gespräch an.

Dortmund

, 15.08.2018
Nico Oetzel kritisiert fehlende Konzepte in der Dortmunder Leichtathletik-Szene

Ein Foto aus dem vergangenen Jahr: (v.l.) Elisa Englisch, Alina John, Marissa Linnert, Victoria Isensee und Vanessa Teichmann von der Sprintstaffel des TSV Kirchlinde. © TSV

Es sollte eigentlich die Möglichkeit sein, den eigenen Verein mal einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren: Aufgrund der großen Präsenz der LG Olympia in den vergangenen Wochen auch in dieser Zeitung sollten nun auch mal die kleineren Dortmunder Leichtathletik-Klubs dran sein. Doch aus den Antworten von Sprinttrainer Nico Oetzel auf den verschickten Fragenkatalog vom TSV Kirchlinde spricht große Frustration.

Leichtathletik bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück

Der Tenor: Die Dortmunder Leichtathletik bleibt deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Es fehlten Konzepte, die Zusammenarbeit untereinander sei mangelhaft und „ich sage es ganz deutlich: Bei den Voraussetzungen, die es in Dortmund mit dem Stadion und der Halle gibt, dürften die Olper, Wattenscheider und Gladbecker nicht den Hauch einer Chance gegen uns haben“, schreibt Oetzel.

Der ehemalige Bobfahrer trainiert ehrenamtlich unter anderem die vielseitige 15-jährige Viktoria Isensee, die sich über 100 Meter mit vorzüglichen 12,49 Sekunden für die deutschen Schülermeisterschaften qualifiziert hat, sowie Vanessa Teichmann, Marissa Linnert und den Sprinter Niklas Rapp (24). Weitere Talente stünden kurz vor dem Sprung in die Leistungsgruppe, und im Sprintbereich der WU 16 sieht Oetzel den TSV auf Augenhöhe zur LG Olympia, seine 4 x 100-Meter-Staffel biete ihr stets Paroli.

Persönliche Abneigung gegen einige LGO-Akteure

„Das Ziel sind regionale Meisterschaften und die Qualifikation für deutsche Titelkämpfe, und das schaffen wir beständig seit Jahren“, sagt Oetzel und meint: auch ohne die Unterstützung der LGO. Denn in der Leichtathletik-Gemeinschaft sei „das Leistungsprinzip ausgeschaltet und Staffeln nach Sympathie statt nach Leistung“ besetzt worden. Deshalb sei der TSV bereits vor seiner Zeit als Trainer aus der LGO ausgetreten. Deren „hauptamtliche Trainer im Sprintbereich ziehen die guten Leute raus und leisten keinerlei Basisarbeit“, beschwert sich Oetzel, der aus seiner persönlichen Abneigung gegen einige LGO-Akteure keinen Hehl macht: „Warum sollte ich hauptamtlichen Trainern zuarbeiten, die mir fachlich und intellektuell nicht das Wasser reichen können?“

Auf die Vorwürfe möchte der Sportliche Leiter der LGO, Pierre Ayadi, öffentlich nicht eingehen, weist allerdings darauf hin, dass man hauptamtliche Trainer bei der LGO vergeblich suchen würde: „Ich verstehe, dass das Konstrukt LGO manchmal undurchsichtig aussieht, aber seit Uli Kunst weg ist, gibt es hier keine hauptamtlichen Trainer mehr.“

Ayadi zeigt sich offen für Vorschläge

Er selbst sei beim Olympiastützpunkt angestellt und betreut damit auch Athleten, die nicht in der LGO sind. Ayadi zeigt sich jedoch offen für konstruktive Vorschläge: „Wir verändern seit einigen Jahren die Strukturen in der Dortmunder Leichtathletik, aber natürlich gibt es viele Sachen, die man verbessern kann.“ Für Ayadi ist es wichtig, „dass wir die Leichtathletik weiter nach vorne bringen“, denn - und da ist er sich mit Oetzel einig - die Infrastruktur sei in Dortmund nahezu einmalig: „Wir sind als LGO immer offen für Gespräche. Ich schlage vor, wir setzen uns mal mit Nico Oetzel zusammen.“

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