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Asamoah über Triumphe und Tragödien im Derby

"Die hatten doch alle Angst"

Gerald Asamoah hat Stress. Neben seinen vielfältigen Aufgaben als Schalke-Botschafter büffelt der 37-Jährige für die A-Trainer-Lizenz in Hennef. Trotzdem nahm sich die Schalke-Legende Zeit, um im Interview mit Frank Leszinski über das "Spiel der Spiele" zu reden.

GELSENKIRCHEN

28.10.2016
Asamoah über Triumphe und Tragödien im Derby

18 Derbys, nur zwei Niederlagen: Gerald Asamoah.

Sind Sie schon im Derby-Fieber oder lässt das nach dem Ende der Karriere nach?

Das lässt auf keinen Fall nach. Das Derby ist kein Spiel wie jedes andere für mich. Es elektrisiert mich immer noch.

 

Sie haben von 18 Duellen mit dem BVB nur zwei verloren.

Tolle Bilanz, oder? (grinst) Aber im Ernst: In den Spielen gegen den BVB habe ich immer alles rausgehauen, was ich konnte. Ich habe schnell gemerkt, wie wichtig gerade für unsere Fans dieses Spiel war und ist. Deshalb war es für mich immer eine Verpflichtung, bis an die körperlichen Grenzen zu gehen.

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Vier mögliche Schlüssel-Duelle beim 171. Revierderby

Borussia Dortmund empfängt den FC Schalke 04 – das elektrisierende Revier-Derby steigt am Samstag (18.30 Uhr/live bei Sky) in der Fußball-Bundesliga. Die Favoritenrolle scheint diesmal nicht so klar verteilt, den BVB plagen Personalsorgen, die Gäste aus Schalke bewiesen zuletzt deutlich ansteigende Form. Wir werfen einen Blick auf vier mögliche Schlüssel-Duelle der Partie zwischen Schwarzgelb und Königsblau.
27.10.2016
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THOMAS TUCHEL ist ein Fußball-Wissenschaftler. Er plant alle erdenklichen Spiel-Situationen im Kopf voraus. Über das durch die Verletzungsmisere bedingte Maß hinaus hat er in den vergangenen Spielen rotieren lassen und seiner Mannschaft auch wechselnde Spielsysteme verordnet. Das ging zu Lasten der Eingespieltheit und Stabilität. Tuchel hasst nichts mehr, als wenn sein Plan nicht aufgeht und daraus Niederlagen resultieren. Seine überbordende Akribie und Verbissenheit steht ihm dabei nicht selten im Weg.© Foto: dpa
MARKUS WEINZIERL: Der Schalker Trainer blieb trotz des Bundesliga-Fehlstarts (fünf Niederlagen in Serie) nach außen hin gelassen und arbeitete unbeeindruckt weiter. Er hat die volle Rückendeckung von Manager Heidel und genießt bei den Führungsspielern hohe Anerkennung. „Der Trainer ist ein kommunikativer Typ, der unheimlich positiv mit der schwierigen Situation zum Saisonstart umgegangen ist“, lobte Kapitän Höwedes. Weinzierl lebt in jeder Partie an der Seitenlinie das Engagement vor, was er von seinen Spielern erwartet.© Foto: dpa
PIERRE-EMERICK AUBAMEYANG: 33 Ballkontakte in Ingolstadt, nur 19 gegen die Hertha, 31 in Leverkusen – Dortmunds Top-Stürmer fehlte in der Liga zuletzt ein wenig die Bindung zum Spiel. Seiner Torgefährlichkeit tat dies keinen Abbruch, er hat den richtigen Riecher. Gelingt es dem BVB, Aubameyangs Schnelligkeit zur Geltung zu bringen, steigen automatisch die Siegchancen.© Foto: imago
MATIJA NASTASIC: Es wird sein erstes Derby gegen den BVB, weil er in der vergangenen Saison wegen eines Achillessehnenrisses fast komplett ausfiel. Seit er wieder fit ist, überzeugt der Serbe mit seiner Ruhe und Übersicht in der Innenverteidigung. Diese Nervenstärke ist gerade im Derby eine wichtige Qualität, weil die Atmosphäre im Stadion eben eine ganz besondere sein wird. Vor dem BVB hat Nastasic Respekt, aber keine Angst. „Wir arbeiten richtig hart. In den letzten Spielen konnte man sehen, dass wir auf einem guten Weg sind,“ betonte er.© Foto: imago
JULIAN WEIGL: Kam nach der EM nur schwer in Tritt, mittlerweile aber ist der wegen seiner Pass-Sicherheit und Übersicht von Tuchel so geschätzte 21-Jährige nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Auch als alleiniger Sechser im 4-1-4-1 gesetzt. Spannend wird sein, ob sich Weigl aus der persönlichen Manndeckung besser befreien kann als zuletzt – Schalke dürfte nicht verborgen geblieben sein, dass diese Variante ein adäquates taktisches Mittel darstellt.© Foto: imago
NABIL BENTALEB: Der Algerier hat sich innerhalb weniger Wochen zum Führungsspieler entwickelt. Er ist ein Balleroberer mit gutem Auge und sehr lernwillig. Heidel hat Bentaleb von den Tottenham Hotspur ausgeliehen, jedoch beinhaltet das Vertragswerk eine Kaufoption, die es Schalke ermöglicht, den 21-Jährigen am Saisonende zu verpflichten. Die Entscheidungsgewalt bei dieser Personalie liegt also allein bei den Königsblauen. Billig würde eine Verpflichtung allerdings nicht: Rund 20 Millionen Euro würde dieser Transfer kosten.© Foto: dpa
SOKRATIS: Seit dem Wechsel von Mats Hummels Borussia Dortmunds unumstrittener Abwehrchef. Einsatzwille und Robustheit im Zweikampf sind sein Markenzeichen. Gegen den Ball ein sehr unbequemer Abwehrspieler, allerdings manchmal mit Stellungsfehlern. Mit Ball muss er in die Rolle des aufbauenden Verteidigers als einer der Hummels-Nachfolger noch hineinwachsen. Der lange Pass ist nicht so sein Ding.© Foto: imago
YEVHEN KONOPLYANKA: „Er hat das gewisse Etwas und wird uns viel Freude machen “, sagte Manager Heidel bei der Verpflichtung des Ukrainers, der diese Einschätzung in den ersten Partien noch nicht rechtfertigen konnte. Doch spätestens nach seinen beiden Pokal-Toren in Nürnberg ist „Kono“ auf Schalke angekommen. Enorme Schnelligkeit und Dribbelstärke zeichnen den 27-Jährigen aus, der fleißig Deutsch lernt, damit die Integration bei seinem neuen Klub noch leichter fällt. Bisher lässt Konoplyanka „nur“ starke Leistungen sprechen. Das ist Schalke ganz recht.© Foto: dpa
Schlagworte BVB , Schalke 04

Wer ist diesmal Favorit?

Wenn man sich die Dortmunder Entwicklung ansieht, muss man neidlos anerkennen, dass sie viele gute Dinge gemacht haben. Insofern haben sie vielleicht einen kleinen Vorteil. Andererseits wissen beide Teams, was auf dem Spiel steht. Der Ausgang dieser Partie kann eine ganze Saison beeinflussen. Deshalb ist Schalke bestimmt nicht chancenlos.

 

Was war ihr liebstes Derby?

Ganz klar unser 3:2-Erfolg in Dortmund am 10. Februar 2008. Mir ist ein Tor gelungen und die Vorarbeit zum 3:2 durch Fabian Ernst. Aber diese 90 Minuten haben mich emotional besonders bewegt, weil es im Vorfeld der Begegnung schon mächtig knallte.

 

War die Vorbereitung auf dieses Derby eine besondere?

Ja, denn ein ganzes Stadion war damals gegen mich – BVB-Torhüter Weidenfeller und ich waren ja zuvor aneinander geraten. Als ich in den Mannschaftsbus stieg, war ich total in mich gekehrt. Kein lustiger Spruch, kein Spaß, ich war nur auf diese 90 Minuten konzentriert. Meine Mitspieler haben sofort gemerkt, was mit mir los war. Da haben sie mal den leisen „Asa“ kennengelernt. Dass wir dann gewonnen haben und ich eine Hauptrolle spielen durfte, machte das Ganze für mich zu einem perfekten Nachmittag.

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Ganz anders wird Ihnen zumute gewesen sein, als Schalke im Mai 2007 ausgerechnet beim Erzrivalen die Deutsche Meisterschaft vergeigte.

Ich würde alle Derby-Siege eintauschen, wenn wir damals Meister geworden wären. Aber irgendwie haben wir uns damals selbst geschlagen. Es lief von der ersten Minute an nichts zusammen. Obwohl die Dortmunder damals nur eine durchschnittliche Saison spielten, waren sie uns an diesem Tag in allen Belangen überlegen.

Welchen Dortmunder Gegenspieler haben Sie besonders gefürchtet?

Keinen. Die hatten doch alle Angst vor mir (grinsend). Aber im Ernst: Im Derby war es mir egal, wer mein Gegenspieler war. Da habe ich immer Vollgas gegeben.

 

Ihr Tipp für Samstag?

Ich sage mal 1:1.

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