Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Tourist aus Schalke

Benedikt Höwedes

Für Benedikt Höwedes ist mit der Nominierung für den EM-Kader endlich ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen.

DANZIG

23.06.2012
Der Tourist aus Schalke

Benedikt Höwedes könnte auf der rechten Abwehrseite spielen. Foto: Andreas Gebert

Zwischenzeitlich durfte sich der Schalker Kapitän sogar Hoffnungen machen, auf der rechten Abwehrseite seinen Platz in Joachim Löws Startelf zu finden. Doch der Traum ist geplatzt, der 24-Jährige spielt nur noch die Rolle des Touristen. Auf Schalke ist Benedikt Höwedes eine ganz große Nummer. Er ist Kapitän, Identifikationsfigur, Aushängeschild. Der Junge aus der Region, der den Sprung zu den ganz Großen geschafft hat.

In der DFB-Elf hingegen ist er nur ein Lehrling. Einer, der zwar mit der U 21 schon Europameister wurde, der auch schon häufig dabei war, der aber noch nie eine wirkliche Rolle gespielt hat. Kurz vor der EM schien sich Höwedes’ Lage zum Positiven zu wenden. Der Verteidiger hatte beim Trainingslager in Südfrankreich einen guten Eindruck hinterlassen. In Abwesenheit der Bayern-Spieler stellte ihn Löw gegen die Schweiz in seine Startelf. Es war das achtes Länderspiel des Schalkers – und wohl sein bis dato schlechtestes. Statt sich auf der rechten Seite einen Vorteil vor Jerome Boateng zu verschaffen, patzte er mehrfach und manövrierte sich so ins Abseits. In der Innenverteidigung, wo er nach wie vor am liebsten spielt, ist ohnehin kein Platz für ihn. Und auf rechts ist jetzt sogar Lars Bender, ein gelernter Mittelfeldspieler und entscheidender Torschütze gegen Dänemark zum 2:1-Sieg, am Halterner vorbeigezogen. Zuletzt erwähnte Löw ihn erst gar nicht, als es um mögliche Ersatzkandidaten ging. Es war die Höchststrafe für den einzigen Schalker im Aufgebot. Einen kleinen Trost gibt es aber immerhin: Weil bei einer EM alle Spieler auf der Bank sitzen dürfen, muss er wenigstens nicht auf die Tribüne.