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Farfan schießt Schalke 04 in die 2. Runde

DFB-Pokal

Der Pokal, na klar, hat seine eigenen Gesetze. Und seine eigenen Phrasen. Einer davon durften sich Schalkes Bundesliga-Fußballer Mintag Abend nach dem 2:1 (1:0)-Sieg beim Drittligisten VfR Aalen bedienen: „Hauptsache, weiter!“ Ein Spaziergang war es wie erwartet nicht.

GELSENKIRCHEN

von Frank Leszinski

, 17.08.2010
Farfan schießt Schalke 04 in die 2. Runde

Gut gemacht: Jefferson Farfan.

Robert Robert Lechleiter heißt der Spieler, der Schalke das Leben vor allem in der ersten halben Stunde schwer machte – so schwer, dass S04-Trainer Felix Magath rasch reagierte und den überforderten Neuzugang Escudero auf der linken Abwehrseite durch Hao ablösen ließ – der Spanier durfte dafür mehr nach vorne rücken, bevor er in der Halbzeit „erlöst“ und ausgewechselt wurde.Vorher hatte Lechleiter Schalkes Torhüter Neuer zu einer ersten Parade gezwungen (5.) und auch danach noch viel Betrieb gemacht. Und wer weiß, wie sich das Spiel entwickelt hätte, wenn Aalens Mittelfeldspieler Schön seinem Schalker Kontrahenten Jermaine Jones in der 18.Minute nicht so rüde in die Parade gefahren wäre, dass Schiedsrichter Aytekin sich veranlasst sah, die Rote Karte zu zeigen.

Gegen den taktisch sehr diszipliniert und klug spielenden Drittliga-Aufsteiger bestätigte Schalke jedenfalls unfreiwillig eindrucksvoll die These von Magath, dass die Mannschaft unbedingt noch Verstärkung benötigt. Ohne Raul, der wegen Trainings-Rückstandes wie angekündigt fehlte, gab es kaum Torgefahr, auch weil brauchbare Ideen aus dem Mittelfeld fehlten. Im „Monopoly der Regisseure“ (über Özil, Diego und Misimovic gibt es in der Szene weiter nur Kauf-Gerüchte diverser Clubs) fehlen Vollzugsmeldungen – dazu passt, dass sich Schalkes Manager Felix Magath am Sonntag Abend mit dem Berater von Misimovic getroffen haben soll. Dieser Berater wurde nun zitiert, dass Misimovic – wenn überhaupt – wohl eher nach Galatasaray Istanbul wechseln würde.

Unbeeindruckt vom Trubel in der Gerüchteküche zeigte sich zumindest Jefferson Farfan: Schalkes Angreifer, dessen Einsatz wegen einer Trainingsverletzung gefährdet war, personifizierte den Zwei-Klassen-Unterschied zwischen Aalen und Schalke. Farfan war so ziemlich der einzige S04-Spieler, der Torgefahr ausstrahlte, folgerichtig schoss er Schalke auch mit 1:0 und 2:0 in Führung (42./46.).Gegen nun müder werdende Aalener versuchte Schalke nicht mehr, als das Spiel ohne größeren Aufwand über die Bühne zu bringen. So etwas wirkt dann souverän und wird einem Bundesligisten gerecht, solange das Konzept ohne Turbulenzen aufgeht.Das war aber nur bis zur 81. Minute der Fall: Fast schon peinlich für Schalke, dass der seit der 18. Minute in Unterzahl spielende Drittligist plötzlich doch noch an der Sensation schnuppern durfte.  

Nach einem fatalen Stellungsfehler des ohnehin nicht immer auf Ballhöhe agierenden Metzelder mit anschließendem Foul des Neuzugangs verwandelte Aalens Bauer den Elfmeter zum 2:1 – und Schalke musste sich in die nächste Runde zittern.Aber auch Verlierer Aalen war ein Gewinner: Der Außenseiter verkaufte sich gut und durfte sich außerdem über die vereinsinterne Rekordkulisse von 13500 Zuschauern freuen – VfR-Fans hatten in der „Scholz-Arena“ eine Zusatztribüne aufgebaut. Die kann nun abgebaut werden. In der nächsten Runde (26./27. Oktober, Auslosung 21. August) steht Schalke. Mit der Erkenntnis, dass dann mit einer ähnlich dürftigen Leistung nicht nochmal durchgeatmet werden kann: Hauptsache, weiter!

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