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Schalke feiert vierten Sieg in Serie

Innenverteidiger Thilo Kehrer: Malocher auf Höhenflug

Gelsenkirchen Mentalität und Leidenschaft führen den FC Schalke 04 in Richtung Champions League. Als Sinnbild für eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft in Mainz steht der junge Verteidiger Thilo Kehrer.

Innenverteidiger Thilo Kehrer: Malocher auf Höhenflug

Die Begegnung mit Robin Quaison hatte Spuren hinterlassen: Thilo Kehrer (r.) verletzte sich nach einem Zweikampf mit dem Mainzer am Auge. Foto: imago

Wie sieht ein perfektes Wochenende für einen Fußball-Workaholic aus? Für Domenico Tedesco waren die vergangenen Tage wohl nahe an der Perfektion. Erst der mühsame, aber für Schalke ungemein wichtige 1:0-Erfolg in Mainz, dann der Auftritt im ZDF-Sportstudio, der dem 32-Jährigen viele Sympathiepunkte und zwei Treffer an der Torwand einbrachte. Und zu guter Letzt freute er sich als Zuschauer auch noch über das 4:2 der königsblauen A-Jugend gegen Borussia Dortmund.

Effizienz statt Spektakel

Was will man mehr? Tedesco surft mit Schalke auf einer Erfolgswelle, die vor der Saison die wenigsten Experten erwartet hätten. Seine Mannschaft spielt nicht spektakulär, aber effizient; sie glänzt nicht mit technischen Kabinettstückchen, sondern arbeitet größtenteils Fußball von der 1. bis zur 90. Minute; sie ist nicht auf ein System festgelegt, sondern ist auch während einer Partie jederzeit in der Lage, die jeweilige Spielphilosophie zu verändern. Und - auch das ist ein wichtiger Faktor, der aber selbst für einen so akribischen Trainer wie Tedesco nicht zu beeinflussen ist - sie hat bislang das nötige Spielglück, um einen Champions-League-Platz zu erreichen.

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Das weiß auch der Schalker Trainer, der beim Erfolg in Mainz zugab: „Das Spiel hätte auch anders ausgehen können.“ Ging es aber nicht, weil sich die Blau-Weißen im unerbittlichen Kampfmodus befinden. Wie der notfalls aussieht, dafür stand sinnbildlich Thilo Kehrer. Der Abwehrspieler trug nach einem Zweikampf mit Robin Quaison eine große Beule an seiner rechten Augenbraue davon. Nach kurzer Behandlung spielte Kehrer jedoch durch.

Heidel lobt die Mentalität

„Thilo sah aus wie ein Boxer und ging trotzdem in jedes Kopfballduell. Ich wäre da sofort nach Hause gegangen. Das macht deutlich, dass gegen Mainz alle Spieler an ihre Grenzen gegangen sind. Das war auch notwendig, weil wir das Spiel sonst wohl nicht gewonnen hätten“, lobte Sportvorstand Christian Heidel die Mentalität und den Einsatzwillen der Mannschaft. Die starke Schwellung bei Kehrer konnte übrigens konservativ mit Salbenverband und Kühlung behandelt werden. Es waren keine weiteren Eingriffe notwendig. Ob der U21-Nationalspieler am Dienstag schon wieder trainieren kann, muss man noch abwarten.

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Auch Siegtorschütze Daniel Caligiuri freute sich über Komplimente, aber der 30-Jährige steht nicht in der Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren. „Früher war ich beim Torabschluss zu hektisch. Ich hatte mir vorgenommen, die Ruhe zu bewahren und mich mehr auf den Schuss zu konzentrieren. Das hat diesmal geklappt“, sagte Caligiuri, der in dieser Saison nun auf vier Treffer und sechs Torvorbereitungen kommt.

Ton wird selbstbewusster

Der Ton bei den Königsblauen wird acht Spieltage vor dem Saisonende selbstbewusster. Heidel: „Es war sehr wichtig, auch solche Spiele nach Hause zu bringen. Wir sind jetzt auf dem zweiten Platz und haben nicht vor, uns zu verschlechtern.“ Noch studiere er keine Flugrouten, denn „ohne Arbeit werden wir dort oben nicht bleiben“. Doch dass bei Schalkes Spielern jetzt der Schlendrian einkehrt, scheint sehr unwahrscheinlich. Dafür wird schon Tedesco sorgen, der dem Team eine Malocher-Mentalität verordnet hat, die ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist.

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