Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Magaths Ruf nach Verstärkungen wird lauter

Nach Supercup-Niederlage

AUGSBURG Im Interview-Marathon, den mittlerweile jeder Bundesliga-Trainer in einer immer schriller werdenden Medienwelt über sich ergehen lassen muss, benutzte Felix Magath in Augsburg das Wort „Qualität“ fast in jedem dritten Satz.

von Von Frank Leszinski

, 08.08.2010
Magaths Ruf nach Verstärkungen wird lauter

Der Spanier Raul (r.) konnte sich beim Supercup-Spiel nur selten in Szene setzen.

Diese fehlte nämlich dem FC Schalke 04 bei der 0:2 (0:0)-Niederlage im Supercup-Finale gegen den FC Bayern München, der durch Tore von Müller (75.) und Klose (81.) seiner beeindruckenden Titelsammlung einen weiteren hinzufügte. „Vor allem die erste Halbzeit hat mich geärgert. Da sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen und waren viel zu passiv“, bilanzierte Magath, der nur mit der Leistung im zweiten Durchgang ansatzweise zufrieden sein konnte, wo der ansonsten unauffällige Raul und Edu gute Möglichkeiten vergaben.

„In der vergangenen Saison haben wir spielerische Schwächen durch großartigen Einsatz wett gemacht. Doch das lässt sich nicht in jeder Saison wiederholen“, betonte der Schalke-Trainer. Seine wichtigste Erkenntnis aus den 90 Minuten vor 30662 Zuschauern in der ausverkauften impuls arena: „Wir brauchen mehr Qualität, sonst können wir mit Spitzenmannschaften wie den Bayern nicht mithalten. Deshalb müssen wir unbedingt personell noch aufrüsten.“ Als Neuzugänge werden nach wie vor Guillaume Hoarau (Paris St. Germain), Ibrahim Afellay (PSV Eindhoven) und Zvjezdan Misimovic (VfL Wolfsburg) gehandelt. Außerdem haben die Königsblauen ein Auge auf Talent Aleksandar Ignjovski (1860 München) geworfen sowie auf Ciljan Skjelbred von Rosenborg Trondheim. Der norwegische Mittelfeldspieler hat das Schalker Werben mittlerweile bestätigt: „Das Interesse ist ernster als andere Angebote vorher. Es sind nicht nur Gerüchte. Ich fühle mich geschmeichelt. Schalke ist ein großer Klub, einer der vier, fünf besten in Deutschland.“ Skjelbred gilt als eines der größten Talente des norwegischen Fußballs. Seine Karriere begann mit einem Probetraining beim FC Liverpool, das der damals 15-Jährige in einer Fernsehsendung gewonnen hatte. Nach dem einwöchigen Ausflug boten ihm die „Reds“ einen Jugendvertrag an, Skjelbred entschied sich jedoch für einen Profivertrag bei Rosenborg.

Dort debütierte er im Alter von 16 Jahren in der höchsten norwegischen Spielklasse. Er durchlief sämtliche Jugendnationalmannschaften und kann auf zwölf A-Länderspieleinsätze verweisen. Einen kreativen Mittelfeldspieler zu finden scheint Magaths größte Baustelle bei der Neuformierung einer national und international konkurrenzfähigen Mannschaft zu sein. Alexander Baumjohann – blieb 90 Minuten auf der Ersatzbank – traut er eine solche Rolle (noch) nicht zu. Die in Augsburg im Mittelfeld aufgebotenen Spieler wie Matip, Kluge oder Rakitic haben andere Qualitäten. Wobei Rakitic besonders enttäuschte. „Leider war Ivan völlig von der Rolle. Warum kann ich nicht sagen, denn er hat eine Bomben-Vorbereitung gespielt“, rüffelte Magath seinen Mittelfeldspieler. Schalke droht beim Transferpoker um neue Spieler jedoch die Zeit davon zu laufen. Magath hofft, bis zum Bundesligastart in Hamburg (21. August) Neuzugänge präsentieren zu können, hält sich aber alle Optionen offen: „Das Transferfenster schließt ja erst am 31. August.“ Solche Probleme haben die Bayern nicht. Was hatte Trainer Louis van Gaal im Vorfeld des Supercups nicht genörgelt über die viel zu kurze und unzureichende Vorbereitung.

Doch auf dem Spielfeld war von den befürchteten Schwierigkeiten kaum etwas zu sehen. „Wir waren über weite Strecken dominant. Ich glaube, dass die Mannschaft weiter ist als im Vorjahr“, freute sich van Gaal. Die Konkurrenz wird mit gemischten Gefühlen verfolgt haben, wie Bayern selbst ohne Stars wie Robben oder Ribery sowie die fehlenden van Bommel, van Buyten, Gomez oder Neuzugang Kroos Akzente setzte. Auch das ist ein Zeichen von Qualität, die Schalke noch nicht besitzt.

Lesen Sie jetzt