Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rolf Rojek muss seinen Job als Fanbeauftragter abgeben

Machtkampf mit Magath

GELSENKIRCHEN Rolf Rojek ist nicht mehr Fanbeauftragter des FC Schalke 04. Dieser Entscheidung, die vom Schalker Vorstand einstimmig gefällt wurde, sorgte am Wochenende in den diversen Internetforen für hitzige Diskussionen.

von Von Frank Leszinksi

, 15.08.2010
Rolf Rojek muss seinen Job als Fanbeauftragter abgeben

Fanbeauftragter Rolf Rojek: "Manuel Neuer hat Chance zum Idol verpasst."

Doch der von einigen Usern propagierte „Fanaufstand“ gegen diese Entscheidung blieb beim Abschlusstraining am Sonntag vor dem DFB-Pokalspiel in Aalen (20.30 Uhr, live im ZDF) aus. Nur rund 20 Anhänger schauten bei Dauerregen ganz friedlich zu, wie Neuer und Co. sich auf das erste Pflichtspiel vorbereiteten. Von einer angespannten Stimmung war überhaupt nichts zu spüren.

Ob dies nur eine Momentaufnahme ist oder sich massiver Widerstand formieren wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Denn Rojek ist bei vielen Anhängern äußerst populär. Der 55-Jährige war seit 1988 Fanbeauftragter, ist außerdem Vorsitzender des Schalker Fanclubverbandes mit über 85 000 Mitgliedern und seit 1994 Schalker Aufsichtsratsmitglied. Die beiden letztgenannten Funktionen wird Rojek weiter ausführen. Doch seit der Jahreshauptversammlung Anfang Mai soll sich die Zusammenarbeit zwischen Felix Magath und Rolf Rojek rapide verschlechtert haben. Der von den Mitgliedern verweigerten Satzungsänderung, die Magath die Abwicklung von Transfergeschäften erleichtern sollte, lastet der Schalker Trainer und Manager angeblich Rojek an. Und dass die Fangruppierung der „Ultras“ öffentlich zu einem Boykott des Freundschaftsspiels bei RB Leipzig aufgerufen hatte, löste bei Magath nur noch Kopfschütteln aus.

Denn Schalke soll für diesen Freundschaftskick 250 000 Euro bekommen haben. Geld, das die finanziell nicht auf Rosen gebetteten Königsblauen gut gebrauchen konnten. Schalkes Pressechef Rolf Dittrich betont: „Es geht nicht darum, Rolf Rojek zu beschädigen. Er hat hervorragende Arbeit geleistet. Doch der Vorstand sieht in der Doppelfunktion von Herrn Rojek als Fanbeauftragter und Vorsitzender des Schalker Fanclub-Dachverbandes einen Interessenkonflikt. Ein Fanbeauftragter sollte Ansprechpartner für alle Schalke-Fans sein, nicht nur für die im Dachverband organisierten Anhänger. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu moderneren Strukturen, wie wir sie dringend braucht. Deshalb hat der Vorstand Rolf Rojek gebeten, schnell einen Nachfolger für ihn als Fanbeauftragten zu benennen.“ Denn nach den Richtlinien der Deutschen Fußball-Liga muss jeder Bundesligist einen Fanbeauftragten haben, der sich zum Beispiel bei Auswärtsspielen um Problemfans und Sicherheitsfragen kümmert.

Wer das für Schalke heute in Aalen sein, stand am Sonntag noch nicht fest. Wie Rolf Rojek den Vorstandsbeschluss aufgenommen hat, wollte Dittrich nicht kommentieren. Rojek war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.Der Schalker Fanclub-Verband kündigte indessen Widerstand gegen die Absetzung von Rojek als Fanbeauftragter an. „Wir betrachten diese Entscheidung als einen massiven und grundlosen Angriff auf die jahrzehntelang gewachsenen, intakten und durchaus manchmal auch kritischen Strukturen der gesamten Schalker Fanszene.“ Schon in der kommenden Woche wollen sich die Fan-Organisationen zusammen setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.