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Jahreshauptversammlung

Schalke will in zehn Jahren schuldenfrei sein

Gelsenkirchen Viel Harmonie, wenig Konfliktstoff: Der FC Schalke 04 präsentierte sich auf der Jahreshauptversammlung in der Emscher-Lippe-Halle als selbstbewusste Kraft, die sich für die Zukunft ehrgeizige Ziele gesetzt hat. Dabei hat der Schuldenabbau für den Bundesligadritten hohe Priorität.

Schalke will in zehn Jahren schuldenfrei sein

Schalkes Finanzvorstand Peter Peters will den Club entschulden. Foto: Achim Scheidemann

„Wir wollen in zehn Jahren weitgehend schuldenfrei werden. Das werden wir auch schaffen. Die finanzielle Konsolidierung unseres Vereins ist alternativlos“, betonte Finanzchef und Vorstandsmitglied Peter Peters. Zwar hat Schalke im vergangenen Jahr die Finanzverbindlichkeiten um die Rekordsumme von 32 Millionen Euro gesenkt, aber das reicht Peters noch nicht.

Dass Schalke bei einem Rekordumsatz von 224 Millionen Euro nur einen Jahresüberschuss von fünf Millionen Euro verzeichnete, kann Schalkes Finanzchef nicht zufrieden stimmen. Die hohen Personalkosten des Schalker Kaders sowie die unvorhergesehenen Kosten (ca. sieben Millionen Euro), durch die Reparatur des Arena-Daches sind die Gründe für diese Entwicklung. Deshalb postulierte Peters Einnahmesteigerungen in allen Bereichen, damit Schalke wettbewerbsfähig bleibt: „Wir brauchen mehr Geld, um unsere Ziele zu erreichen.“ Deshalb werden in den nächsten fünf Jahren die Dauerkartenpreise in einigen Kategorien kräftig erhöht (wir berichteten mehrfach), was an der Basis gar nicht gut ankommt und auch kritische Redebeiträge provozierte. Auch wenn der Verein in Härtefällen helfen will, werden die Fans in den nächsten Jahren tiefer in die Tasche greifen müssen.

Einnahmesteigerungen erhofft sich Schalke auch im Sponsoring und Merchandising-Bereich. Hier nahm der Club im vergangenen Jahr 52 bzw. 14 Millionen Euro ein. Die Zusammenarbeit mit zwei neuen Sponsoren steht kurz vor dem Abschluss. Manager Horst Heldt ist jedoch überzeugt davon, dass Schalke den Spagat zwischen wirtschaftlicher Konsolidierung und sportlichem Erfolg hinbekommt. „Wir werden in allen drei Wettbewerben eine Mannschaft stellen, die konkurrenzfähig ist“, betonte der 42-Jährige. Dass Heldt beim Transfer von Obasi in der Kritik steht, ist ihm bewusst: „Es stimmt. Er hat noch nicht das gezeigt, was wir von ihm erwarten. Aber warum pfeift man ihn sofort bei der ersten Aktion aus, wenn er den Ball verliert?“

Keine Pfiffe, sondern stehende Ovationen gab es für der wie Rudi Assauer in die Schalker Ehrenkabine gewählt wurde. „Schade, dass Rudi nicht kommen konnte. Ich habe vor der Versammlung noch mit ihm telefoniert und soll ihm ein Video mitbringen. Er wollte unbedingt wissen, wie die Stimmung hier ist“, erzählte der 33-jährige Schalker Publikumsliebling, der jetzt für die Spvgg. Fürth spielt. Trotz des Vereinswechsels bleibe er immer ein Schalker, versicherte Asamoah. Er habe nie gedacht, als er mit 20 Jahren von Assauer zu den Königsblauen geholt wurde, dass er so lange bei diesem Club bleiben würde. „Dabei habe ich auch meine Macken, aber die werden zum Glück nicht so nach außen getragen“, schmunzelte Schalkes Rekord-Nationalspieler (43 Länderspiele), der mit Ehefrau Linda sichtlich bewegt die Aufnahme in die Ehrenkabine annahm.

In sehr persönlichen Worten erinnerte Schalkes Ehrenpräsident an die Verdienste von Rudi Assauer, der Anfang des Jahres seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. „Die Nachricht von seiner Krankheit hat uns erschüttert und traurig gemacht. Aber nicht nur die Schalker Vereinsfamilie, sondern ganz Fußball-Deutschland. Ich hoffe sehr, dass sich seine Krankheit nicht verschlimmert. Wir wünschen ihm alle für die Zukunft ein herzliches Glückauf.“

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