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Schalker Nachwuchsarbeit ist nur noch Mittelmaß

Schalke 04

Die Saison in den Jugendfußball-Bundesligen ist noch jung. Aber aus Schalker Sicht ist der Blick auf die Tabellen sehr schmerzhaft.

Gelsenkirchen

, 08.09.2018
Schalker Nachwuchsarbeit ist nur noch Mittelmaß

Letzter „Local Player“: Ralf Fährmann ist der einzige Spieler im Profikader, der noch auf Schalke ausgebildet wurde © dpa

Nach vier Spieltagen hat die A-Jugend der Blau-Weißen als Tabellenachter ganze vier Punkte auf dem Konto. Erzrivale Borussia Dortmund hat als Tabellenführer bereits acht Punkte Vorsprung vor den Königsblauen. Nur ein Sieg gelang der Elf von Trainer Norbert Elgert bisher.

Nur fünf Punkte nach fünf Spieltagen

Noch düsterer sieht es momentan bei der B-Jugend aus. Nach fünf Spieltagen hat die Mannschaft von Trainer Frank Fahrenhorst erst fünf Zähler gesammelt. Nur zum Vergleich: Tabellenführer VfL Bochum hat bereits 13 Punkte.

Kein Grund zur Panik, werden Jugendfußball-Experten jetzt einwenden. Traditionell startet insbesondere die Schalker A-Jugend schwach in eine Saison, doch Talentschmied Norbert Elgert ist es in den vergangenen Jahren fast immer gelungen, sein Team in Deutschland ganz vorn zu positionieren.

Insider befürchtet magere Jahre

Doch diesmal hört man keine optimistischen Stimmen rund um den Schalker Nachwuchsbereich. Im Gegenteil, ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will, befürchtet vielmehr, dass dem königsblauen Nachwuchs magere Jahre bevorstehen: „In den Schalker Mannschaften sind momentan keine herausragenden Talente zu sehen“, so der Experte.

Der Name und die Fähigkeiten von Norbert Elgert reichen längst nicht mehr aus, um hochbegabten Nachwuchs nach Gelsenkirchen zu locken, zumal die Rahmenbedingungen in Sachen Infrastruktur im Vergleich zur Konkurrenz eher bescheiden waren. Erst seit Sportvorstand Christian Heidel vor zwei Jahren seine Arbeit aufgenommen hat, sind den Absichtserklärungen bei der Verbesserung der Infrastruktur Taten gefolgt. Aber es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, ehe die verbesserten Trainingsbedingungen womöglich dazu führen, dass Schalke auch wieder mehr Talente mit Bundesliga-Niveau herausbringt.

Elgert schlägt Alarm

Dass mit Ralf Fährmann aktuell nur noch ein „Local Player“, ein Spieler der mindestens drei Jahre im eigenen Verein ausgebildet wurde, im Kader steht, muss als Alarmsignal gelten. Elgert drängt offenbar intern darauf, dass Schalke nicht nur in Steine, sondern auch zukünftig in Beine investieren müsse. Nach der deprimierenden Derby-Pleite gegen den BVB schlug der 61-Jährige Alarm: „Wir brauchen perspektivisch auch deutlich mehr Qualität. Von unten nach oben, aber natürlich auch von auswärts dazu geholt.“ Bisher hat Schalke größtenteils darauf verzichtet, hohe Ablösesummen für Jugendspieler zu zahlen.

Momentan gibt es nur zwei Spieler aus der Schalker A-Jugend, die ab und zu mit den Profis trainieren dürfen: Niklas Wiemann und Benjamin Goller. Doch kurzfristig dürften beide keine Chancen haben, in der Bundesliga zum Einsatz zu kommen. Wiemann hat als Innenverteidiger zu starke Konkurrenz, während Goller zwar schnell und wendig ist, aber körperlich noch zulegen muss.

Auf Knäbel wartet viel Arbeit

Auf Peter Knäbel, der seit April 2018 die neu geschaffene Position des Technischen Direktors Entwicklung beim FC Schalke 04 innehat, wartet also sehr viel Arbeit. Der 51-Jährige ist sich bewusst, dass schnelle Erfolge im Nachwuchsbereich nicht die Regel sind. „Wir müssen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Richtigen und Besten es schaffen. Das wollen wir richtig gut machen, aber dafür benötigt man Zeit,“ sagte Knäbel im Juni. Der Blick auf die Tabellen macht deutlich, dass Schalke keine Zeit mehr verlieren darf.

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