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Schalkes Trainer vor dem Revierderby

Tedesco: Es ist wichtig, einen klaren Kopf zu bewahren

Gelsenkirchen Am Sonntag steigt das 175. Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky). Vor dem Rückspiel nach dem unvergessenen 4:4 in der Hinrunde sprach Domenico Tedesco über das Hinspiel, den Gegner und die Bedeutung der Mentalität.

Domenico Tedesco über ... 

... ein emotionales Video vom Hinspiel: Ich hatte Gänsehaut, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Aber das Spiel am Sonntag wird ein komplett anderes Spiel sein. Da können wir nicht so viele Sachen daraus mitnehmen. Wir werden Emotionen brauchen. Die werden auch ohnehin da sein, aber letzten Endes brauchst du auch einen klaren Kopf und daran arbeiten wir die Tage.

... den Plan, dieses Video vielleicht der Mannschaft als Vorbereitung zu zeigen: Eine kleine Idee ist es sicherlich. Aber wir müssen schauen, inwieweit wir noch Emotionalisierung brauchen. Ich glaube für so ein Spiel bist du schon genug motiviert.

11 Derbys für die Ewigkeit

26.9.1964: S04-BVB 2:6 - Liebe Schalker, bitte nicht weiterlesen: Denn das Endresultat ist fast noch das Beste an dem niederschmetternden Ergebnis. Nach 36 Minuten hat der BVB (mit Rudi Assauer übrigens) die Gastgeber vor 40.000 Zuschauern in der Glückauf-Kampfbahn nämlich schon komplett auseinandergenommen, es steht da bereits 6:0 für Borussia Dortmund. Schlimmer geht’s’s nimmer aus Schalker Sicht? Denkste…
26.2.1966: BVB - S04 7:0 - Anderthalb Jahre später kassieren die Königsblauen die höchste Bundesliga-Derby-Klatsche. Der Halbzeit-Rückstand von 0:3 ist ein Beleg dafür, dass eine Aufholjagd wie die vom November 2017 alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, und in diesem Derby ist Schalke davon weit entfernt. NNach der Pause gelingt den Schwarzgelben noch eine historische Marke: Sie treffen vier Mal in nur zehn Minuten.
6.9.1969: BVB - S04 1:1 - Eigentlich für alle Zeiten Spitzenreiter der ewigen Kuriositäten im Duell zwischen Schwarz-Gelb und Blau-Weiß. Schalke geht durch Hansi Pirkner mit 1:0 in Führung, im Stadion „Rote Erde“ bricht Chaos aus. Schäferhund Rex ist nicht mehr zu bändigen und beißt S04-Verteidiger Friedel Rausch ins Hinterteil. Im Rückspiel lässt S04-Präsident Günter Siebert als Konter Löwen aus dem Löwenpark Westerholt auffahren.
10.12.1985: S04 - BVB 6:1 - Ein Derby für die Ewigkeit, weil es in einem Jahrzehnt, im dem Königsblau zwischen Erster und Zweiter Liga pendelt, Balsam für die Schalker Seele ist. Zur Halbzeit (0:0) deutet noch nichts auf das Schützenfest hin, dann schießen Gerd Kleppinger und Olaf Thon (je 2), Frank Hartmann und Bernd Dierßen den BVB ins Tal der Tränen. Für Dortmund tritt ein späterer Schalker Eurofighter: Ingo Anderbrügge.
24.8.1991: S04 - BVB 5:2 - Schalke gelingt an diesem Tag alles, dem BVB so gut wie nichts. Die Freude über das zwischenzeitliche 1:1 durch Michael Schulz (l.) währt nur kurz. Dortmunds neuer Trainer Ottmar Hitzfeld fährt nach seinem in den Sand gesetzten Premieren-Derby mit Dortmunder Journalisten in einem plötzlich viel zu engen Fahrstuhl des Parkstadions zur Pressekonferenz. Trotz sommerlicher Temperaturen ist das Klima eisig…
19.12.1997: BVB - S04 2:2 - Ein einziger Moment reicht, um alle Emotionen freizulegen, die so ein Derby bieten kann. Dortmund führt 2:1, (zweifelhafte) Ecke für Schalke: S04-Torhüter Jens Lehmann, in letzter Minute mit nach vorne geeilt, köpft ein zum 2:2. Erstmals in der Bundesliga-Geschichte trifft ein Torhüter aus dem Spiel heraus. Fassungslosigkeit im ganzen Stadion und Frust bei den Dortmundern wegen der seltsamen Eckball-Entscheidung.
23.9. 2000: BVB - S04 0:4 - Mittlerweile spielt Jens Lehmann beim BVB und erlebt dort nicht nur schöne Stunden. So wie in diesem Spiel. Andi Möller und Co. spielen den BVB an die Wand, gegen den späteren Vize-Meister sind die Gastgeber nahezu chancenlos. Es bleibt auch ein Derby für die Ewigkeit, weil es eines der letzten ganz großen Spiele von Olaf Thon ist, der sich kurze Zeit später verletzt und seine Karriere ausklingen lassen muss.
30.1. 2004: BVB - S04 0:1 - Der BVB ist haushoch überlegen, den Schalker Fans wird angst und bange. Als Frank Rost gleich zwei Dortmunder Elfmeter hält, hoffen die Gäste, sich irgendwie mit einer Null-Nummer zu retten. Alle haben die Rechnung ohne Ebbe Sand gemacht: Der Schalker Däne trifft kurz vor Schluss zum 1:0. Mehr als schmeichelhaft, aber in einem Revier-Derby spielen solche Feinheiten nun mal keine Rolle…
12.5. 2007: BVB - S04 2:0 - Auch dieses Derby werden beide Revier-Klubs nicht vergessen. Obwohl es aus Schalker Sicht eins zum Vergessen ist: Mit bleischweren Beinen schleppen sich die Königsblauen über den Dortmunder Rasen, verlieren völlig verdient mit 0:2 und damit am vorletzten Spieltag auch die mögliche Meisterschaft. Der BVB dagegen rettet eine an und für sich verkorkste Saison, in dem er dem „Lieblings-Feind“ den Titel vermasselt.
13.9. 2008: BVB - S04 3:3 - So etwas wie die „Blaupause“ für den 25. November 2017, nur andersrum. Schalke führt schon mit 3:0, Kuranyi muss das 4:0 machen. Der BVB kommt zurück und feiert am Ende ein 3:3 wie einen Sieg. Für beide Trainer ist es – wie im November 2017 für Peter Bosz und Domenico Tedesco – die Derby-Premiere: Beim BVB jubelt Jürgen Klopp, Fred Rutten versteht die Schalker Welt nicht mehr…
25. 11. 2017: BVB - S04 4:4 – Der Dortmunder Negativlauf mit nur einem Sieg aus den neun Pflichtspielen zuvor macht den FC Schalke im Vorfeld dieses Derbys seit ewig langer Zeit mal wieder zu einem ebenbürtigen Gegner. Doch nach 25 Minuten führt der BVB schon mit 4:0 und berauscht die zuvor wenig verwöhnten Anhänger. Pierre-Emerick Aubameyang, Mario Götze und Raphael Guerreiro treffen, Schalkes Benjamin Stambouli passiert ein Eigentor. In der Schalker Kabine verzichtet Trainer Domenico Tedesco zur Pause auf eine Gardinenpredigt und bittet stattdessen seine Mannschaft, die 90 Minuten wenigstens mit Anstand zu beenden. Er sagt den Spielern, dass auch solche Spiele zur gemeinsamen Reise gehören würden. Tedescos Worte machen Eindruck, nach Guido Burgstallers 1:4 glaubt S04 wieder an sich – beim BVB ist das Selbstvertrauebn direkt wie weggeblasen. Amine Harit trifft zum 2:4, die Dortmunder Abwehr gleicht schon da einem Hühnerhaufen. Nach Daniel Caligiuris 3:4 bleiben vier Minuten plus sieben minuten Nachspielzeit für das große Wunde. Und tatsächlich trifft Innenverteidiger Naldo in der vierten Minute der Extra-Spielzeit das 4:4, auf der einen Tribünenseite brechen beim S04-Anhang alle Dämme, gegenüber auf der anderen Seite herrscht Schockstarre. Das 4:4 markiert einen historischen Tag in der Geschichte des Revierderbys, es war auch der Anfang vom Ende für den neuen BVB-Trainer Peter Bosz, der zwei Wochen später den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommt.

... die Bedeutung der Mentalität: Grundsätzlich brauchst du Mentalität immer. Aber nicht nur. In solchen Spielen ist es  wichtig, auch einen klaren Kopf zu bewahren. Intelligent zu spielen, ist enorm wichtig. Man darf sich nicht unterkriegen lassen von kleinen Episoden, die vielleicht gegen dich sprechen könnten. Fouls und Ballverluste - all das soll nicht dazu führen, dass du nicht mehr stabil bist.


... den Gegner: Ich höre oft, dass die Dortmunder in der Krise sind. Das war ja beim Hinspiel ähnlich. Da hieß es auch: Spielerische Krise, Ergebniskrise. Aber ich muss sagen, wenn man von 14 Spielen unter einem neuen Trainer nur ein einziges verliert, ist man weit weg von einer Krise. Ich sehe das nicht. Da möchte ich auch mal eine Lanze brechen für Peter Stöger, der das in Dortmund in einer schwierigen Phase übernommen hat und die Mannschaft stabilisiert hat. Sie machen das gut, haben super Einzelspieler und sind jetzt im Vergleich zum Hinspiel noch einen Tick stabiler.

Gelsenkirchen/Dortmund Mit kollektivem Kampfgeist und großer Moral haben die Königsblauen im Hinspiel das 0:4 zur Pause noch aufgeholt und durften sich anschließend als der gefühlte Sieger fühlen. Im Rückspiel könnte es aber auch auf den Ausgang in fünf intensiven Duellen ankommen.mehr...



... die Bedeutung des Spiels und des Vergleichs mit dem BVB: Wir müssen es ein bisschen differenzieren. Dass die Fans und wir auch das Spiel als besonders wichtig sehen, ist logisch. Es geht darum, dass wir gut und mutig spielen, um am Ende sagen zu können: 'Wir haben alles rausgehauen.' Dann sind es Partien, in denen es um Nuancen geht und die versuchen wir mit allem, was wir haben auf unsere Seite zu ziehen.


... die Unsicherheiten bei der 2:3-Niederlage gegen den HSV: Wenn du sechs Bundesliga-Spiele in Folge gewinnst, dann kannst du ein bisschen anders auftreten. Wir haben aus dem Spiel definitiv unsere Lehren gezogen. Das ist wichtig für den Endspurt. Da gibt es keinen Grund verunsichert zu sein. Das ist nicht Schalke. Wir spielen eine stabile Saison und so wollen wir direkt wieder weitermachen. Wir haben aus dem Hamburg-Spiel gelernt, dass bei uns nichts mit 99,9 Prozent geht. Wir brauchen 100 Prozent, um ein Bundesliga-Spiel zu beginnen. Erst recht gegen Dortmund. 

Bei Fährmann kribbelt's vor dem Revierderby

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Gelsenkirchen Auch wenn er schon viele Derbys gegen Borussia Dortmund gespielt hat, bei Schalke-Torhüter Ralf Fährmann steigt von Tag zu Tag die Anspannung. Bevor das „Spiel der Spiele“ am Sonntag um 15.30 Uhr in der Veltins-Arena angepfiffen wird, gibt der 29-Jährige Einblicke in seine Gefühlswelt.mehr...


... das Personal: Matija Nastasic wird uns für den Saisonendspurt fehlen. Er hat einen kleinen Anriss am hinteren Kreuzband. Das ist bitter für uns, er war super drauf und eine stabile Säule. Wir wissen das trotzdem zu kompensieren. Für ihn tut es uns natürlich sehr leid. Amine Harit hat einen kleinen Schlag abbekommen. Er konnte aber ganz normal trainieren. Bei Breel Embolo ist es so, dass er einen kleinen Muskelfaserriss hatte. Wo andere bei Muskelfaserrissen einen Stich fühlen, spürt er mit seinen Paketen ein leichtes Ziehen. Er kann viel kompensieren, es ist nicht unwahrscheinlich, dass er spielen kann.


... sein erstes Derby in der Arena: Meine Bilanz ist bis jetzt nicht so schlecht. Ein Heimspiel-Derby habe ich noch nicht verloren. Spaß bei Seite. Die Atmosphäre vor einem Heimspiel ist bei uns ja immer gut. Wie die Fans brennen - das ist bei uns ja nicht die Ausnahme - fühlt sich gut an. Die Stimmung ist gut und positiv. Das Derby bedeutet den Menschen hier sehr viel, das spürst du.

GELSENKIRCHEN Der FC Schalke 04 treibt seine Personalplanungen für die kommende Saison voran. Nach Mark Uth (1899 Hoffenheim) haben die Königsblauen auch im Poker um Salif Sane (Hannover 96) die Nase vorne.mehr...



Christian Heidel über ... 

... die Verpflichtung von Salif Sané: Ich will da wirklich nicht viel drüber reden, weil wir respektieren, dass Salif jetzt noch wichtige Spiele für Hannover zu absolvieren hat. Ich kann nicht auf der einen Seite mein Unbehagen äußern bei Leon, dass aus München auf einmal alles gesprochen hat. Deswegen wollten wir es eigentlich bei der Pressemitteilung belassen. Aber jeder weiß, dass ich normalerweis versuche, so einen Transfer einzufädeln, ohne dass die Öffentlichkeit wochen- und monatelang mitdiskutiert. Das ist uns ganz gut gelungen. Wir wissen, dass da einige Klubs auf der Matte standen. Wir hatten vom ersten Tag an ein sehr gutes Gefühl, dass wir ein Chance haben, diesen Spieler zu holen. Seine Entscheidung ist nicht vorgestern gefallen. Er hat sich bei Hannover korrekt verhalten. Das ist alles sauber gelaufen. Wir können uns auf einen super Fußballer freuen, der ab der neuen Saison für Schalke spielt. Jetzt ist er noch ein Spieler von Hannover 96.

Nastasic darf noch auf die WM hoffen

Der FC Schalke 04 kalkuliert bei der Kreuzbandverletzung von Matija Nastasic mit einer Ausfallzeit von acht bis zwölf Wochen. „Wir werden alles dafür geben, dass er die WM spielen kann. Aber wir werden kein Risiko gehen oder etwas Unvernünftiges machen“, erklärt Sportdirektor Axel Schuster.

FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund

Die „4“ spielt beim 175. Revierderby eine große Rolle

DORTMUND/GELSENKIRCHEN Spektakulärer als im Hinspiel - das ist kaum möglich. 4:4 endet Ende November das 174. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Vor dem Rückspiel spielt die „4“ ohnehin eine magische Rolle.mehr...

Die Taktikanalyse zum 175. Revierderby

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