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Schalke hält den Ball flach

Tedesco ist zu klug für das Glatteis der Bayern-Jagd

Gelsenkirchen Während Schalke-Boss Clemens Tönnies eine Kampfansage Richtung München losschickte, wollen Manager Christian Heidel und Trainer Domenico Tedesco die Erwartungen nicht zu groß werden lassen. Der Verein tut gut daran, den Ball flach zu halten. Norbert Neubaum kommentiert.

Tedesco ist zu klug für das Glatteis der Bayern-Jagd

Blicken auf eine erfolgreiche Saison beim FC Schalke, die mit der Vize-Meisterschaft belohnt wurde: Christian Heidel (l.) und Clemens Tönnies. Foto: dpa

Clemens Tönnies war bei der Feier mit Mannschaft und VIP-Fans im La-Ola-Club der Arena so außer Rand und Band, dass ein Party-Gast mutmaßte, „dass das nicht Tönnies, sondern Matze Knop ist“ - der Comedian, der Schalkes Aufsichtsratschef bestens zu imitieren weiß. Spätestens als Tönnies zur Attacke auf die Liga-Spitze blies, blieb manch einem Zuhörer das Bierchen im Halse stecken. Nimmt Schalke den Mund da etwa - was dem Verein nie gut bekommen ist - zu voll?

Umgang im Alltag ist entscheidend

Wollen wir Tönnies‘ Kampfansagen mal nicht überbewerten. Schalke, das muss erlaubt sein, freute sich über den unerwarteten zweiten Platz und die Rückkehr in die Champions League. Da darf man mal einen Spruch raushauen - entscheidend ist, wie die Chefetage im Alltag mit diesem Erfolg umgeht. Und hier wirken Manager Christian Heidel und Trainer Domenico Tedesco zu klug, um sich aufs Glatteis der Bayern-Jagd führen zu lassen.

Schalke feiert die Vize-Meisterschaft

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Heidel verweist zurecht auf eine gewisse Nicht-Vergleichbarkeit mit dem Rekordmeister, und Tedesco bleibt der Meister der leisen Töne. Diese Linie sollte er beibehalten, sie hat ihn schon in seinem Premieren-Jahr stark gemacht. So ließ sich Tedesco auch nicht von der Frage locken, dass die Ziel-Entwicklung nach Platz zwei in der Tabelle nun doch nur noch nach ganz oben gehen könne. Souverän erklärte Tedesco, dass es ihm weiter darum ginge, „Details auf unsere Seite zu ziehen“. Beispielsweise darum, ob es vor Auswärtsspielen sinnvoller sei, mit Zug oder Flugzeug anzureisen. Unspektakulärer geht’s kaum. Dem Verein tut dieses Ball-Flach-Halten gut.

„Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“

Tedesco weiß: Es wird schwer genug, den aktuellen Status zu verteidigen. Und Bayern-Jäger wird man nicht durch große Sprüche. Tönnies weiß das übrigens auch. „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, waren am Samstag seine Schlussworte. Spätestens jetzt war klar: Da sprach nicht Matze Knop. Sondern Tönnies leibhaftig.

Gelsenkirchen Tränen flossen bei ihm nicht, aber dass er feuchte Augen nach dem 1:0 gegen Frankfurt gehabt habe, das gab der zum FC Bayern München wechselnde Mittelfeldstratege Leon Goretzka bereitwillig zu.mehr...

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