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Tedesco verteidigt königsblauen Minimalisten-Fußball

Schalke-Ärger um Max Meyer

Schalke spielt sich mit glanzlosen Ergebnis-Fußball gegen Hertha auf Platz zwei der Bundesliga. Doch der Ärger um den wechselwilligen Max Meyer trübt die Stimmung. Manager Christian Heidel kontert die Kritik des Meyer-Beraters.

GELSENKIRCHEN

04.03.2018
Tedesco verteidigt königsblauen Minimalisten-Fußball

Beim FC Schalke 04 gibt es neuen Ärger um Mittelfeldspieler Max Meyer. © dpa

Erst tätschelte Domenico Tedesco dem wechselwilligen Max Meyer fast liebevoll die Wange, dann verteidigte er auch den glanzlosen Ergebnisfußball gegen Hertha BSC. „Uns war es wichtig, clever und intelligent zu spielen“, sagte Schalkes Trainer nach dem 1:0-Sieg gegen die Berliner, die er zuvor genau studiert hatte. „Immer wenn der Gegner mehr Ballbesitz hatte, hat Hertha gepunktet. Wir hatten heute 51 Prozent Ballbesitz und haben trotzdem gewonnen“, meinte der 32 Jahre alte Fußball-Lehrer nicht ohne Stolz nach der von der Taktik geprägten Partie gegen den Hauptstadtklub.

"Zwei E-Mails reichen nicht"

Nach dem dritten Sieg in Serie und dem Sprung auf Platz zwei, vorbei am Rivalen Borussia Dortmund, könnte die Stimmung eigentlich ungetrübt sein. Doch in die Freude über das zweite Saisontor von Marko Pjaca (37. Minute) und den zehnten Heimsieg nacheinander gegen Berlin mischte sich Ärger über den wohl unabwendbaren Abgang von Meyer am Saisonende. Nachdem der 22-Jährige das neue verbesserte Vertragangebot mit Verweis auf die Entscheidungsfrist (Mitte Februar) ausgeschlagen hat, sorgten nun Aussagen von dessen Berater Roger Wittmann für Verdruss.


Wittmann warf den Königsblauen in einem Sky-Interview vor, sie hätten sich nicht genug bemüht, um Meyers Abgang zu verhindern. „Zwei E-Mails reichen nicht, um einen Schalker Jung zum Verbleib zu bewegen“, hatte Wittmann kritisiert. „Ich kann es kaum glauben, dass er das sagt. Aber ich werde in der Öffentlichkeit nicht darüber reden. Weil ich glaube, dass es nicht gut ist für Max und für die Sache auch nicht“, konterte Christian Heidel. „Ich kenne Berater, die schreiben zwei E-Mails und wollen Millionen dafür“, ergänzte der Manager, betonte aber, die Aussage sei nicht auf Wittmann bezogen.

Konstant gute Leistungen

Meyer, der seit Monaten im defensiven Mittelfeld konstant gute Leistungen bietet und erheblichen Anteil hat am Schalker Aufschwung hat, bekam indes ein Lob. „Max spielt eine gute Saison, das will keiner leugnen. Aber es geht hier auch um Schalke 04. Es ist nicht so, dass Schalke da sitzt und zittert von morgens bis abends, ob ein Spieler den Vertrag verlängert“, sagte Heidel, der wohl selbst nicht mehr an ein Umdenken von Meyer glaubt. „Ich akzeptiere jede Entscheidung eines Spielers, weil es seine persönliche Karriere ist. Wenn er sich anders entscheidet, dann ist das so“, sagte Heidel.

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Bundesliga, 25. Spieltag: FC Schalke 04 - Hertha BSC 1:0 (1:0)

03.03.2018
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC.© dpa
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC.© Kirchner/Inderlied
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC.© dpa
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC.© dpa

Es ist kein Geheimnis, dass Tedesco den U21-Nationalspieler gern weiter auf Schalke sehen würde. Doch auch er konnte ihn offenbar nicht von einem Verbleib überzeugen. Immerhin kann der Coach trotz des störenden Vertragspokers keinen Leistungsabfall bei Meyer erkennen: „Wir sind zufrieden, wie er gespielt hat. Die Art und Weise zeigt, dass es ihn auch nicht tangiert.“

Der Zweck heiligt die Mittel

Ungeachtet dessen sorgt Schalkes Spielweise für wenig Euphorie. Nach der Führung begnügte sich der S04 damit, den knappen Vorsprung gegen die defensiv starke Berliner aus Angst vor Kontern über die Zeit zu retten. Der Zweck heiligt die Mittel. „Wir würden auch lieber 20 Mal aufs Tor ballern“, sagte Tedesco. „Aber wir wussten, dass Hertha eine Mannschaft ist, die enorm ekelig ist, wenn es ums Verteidigen und um Umschaltsituationen geht. So ist es mir lieber.“

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Von dpa

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