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VfR Aalen freut sich auf Raul und Magath

Weltstar in der Provinz

GELSENKIRCHEN Als Nationalspielerin Kim Kulig dem VfR Aalen in der ersten Runde des DFB-Pokals den FC Schalke 04 zuloste, verwandelte sich das Clubheim des Drittligisten in ein Tollhaus.

von Von Frank Leszinski

, 12.08.2010
VfR Aalen freut sich auf Raul und Magath

Gastiert mit Schalke in Aalen: Superstar Raul.

Viele Fans und Mitglieder hatten sich dort versammelt, um die Auslosung live im Fernsehen zu verfolgen. Seitdem ist im ländlichen Aalen, einer Stadt mit 66000 Einwohnern in Ostwürttemberg, das Pokalfieber ausgebrochen. „Schalke ist das beste Los, was wir kriegen konnten“, sagt Aalens Vizepräsident Guido Walter.

„Königsblau ist noch besser als der FC Bayern. Wenn wir die Münchner bekommen hätten, wäre es für uns ein Auswärtsspiel geworden, weil in unserer Umgebung sehr viele Bayern Fanclubs beheimatet sind“, erläutert Walter. Die Scholz-Arena fasst zwar nur 11 183 Plätze, doch die Gastgeber haben nach der Pokalauslosung blitzschnell reagiert und eine Zusatztribüne für 3000 Fans installiert. „Am Montag haben wir sogar eine Sicherheitsbesprechung durchgeführt, denn normalerweise verfolgen unsere Spiele durchschnittlich nur 4000 Zuschauer“, erzählt Walter, der gespannt ist, wie sich ein Weltstar wie Raul in der Fußball-Provinz darstellt. Der 33-Jährige wird von den Aalener Fans mit besonderer Spannung erwartet. „Aber am meisten gespannt bin ich auf Felix Magath. Wie er arbeitet, das nötigt mir den größten Respekt ab“, freut sich Walter auf die Begegnung mit dem Schalker Trainer, der in der Vorbereitung auf dieses Spiel nichts dem Zufall überlassen hat.

„Schalke hat unsere Mannschaft mehrere Male beobachtet. Zuletzt war Co-Trainer Seppo Eichkorn am vergangenen Sonntag beim 0:0 gegen Unterhaching zu Gast“, erzählt Walter. Glaubt der Drittligist gegen den Bundesliga-Vizemeister an eine Sensation? Walter augenzwinkernd: „Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen. Aber im Ernst: Eine Niederlage mit zwei bis drei Toren Unterschied wäre für uns ein tolles Ergebnis.“ In der Dritten Liga wartet Aalen nach vier Spieltagen immer noch auf den ersten Sieg. Erst zwei Punkte holte das junge Team von Trainer Rainer Scharinger, der als einziger Aalener über Bundesliga-Erfahrung verfügt. Der 43-Jährige war Profi beim Karlsruher SC und dem SSV Ulm. „Für den Verein ist diese Partie der größte Höhepunkt der letzten 20 Jahre. Rein sportlich haben wir überhaupt keine Chance, aber wir werden 90 Minuten kämpfen“, verspricht Scharinger.

In einem Pflichtspiel sind beide Mannschaften noch nie aufeinander getroffen. „Ich kann mich nur an ein Freundschaftsspiel vor rund 30 Jahren erinnern. Da sind wir nach einer Minute mit 1:0 in Führung gegangen, am Ende hieß es aber 4:2 für Schalke“, erinnert sich Walter. In finanzieller Hinsicht haben die Gastgeber schon gewonnen. Weil das Pokalspiel am Montag ab 20.30 Uhr live im ZDF übertragen wird, kann Aalen als Heimverein schon 270 000 Euro plus 100 000 Euro als Sockelbetrag als sichere Einnahme in der Vereinskasse verbuchen.