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Verbaler Gegenwind

VfL-Fans gehen mit Luthe hart ins Gericht

BOCHUM Es ist bekannt, wie schnell sich bei den Bochumer Fans der Wind dreht - vor allem in der Ostkurve. In den ersten Wochen der Saison wurden die Spieler gefeiert, nach dem 0:3 gegen den TSV 1860 München gab es verbalen Gegenwind. Ein Teil der Anhänger machte Torwart Andreas Luthe zum Sündenbock und forderte: "Luthe raus!"

VfL-Fans gehen mit Luthe hart ins Gericht

Wieder zurück zwischen den Pfosten: VfL-Torhüter Andreas Luthe.

Sein Patzer beim dritten Treffer war haarsträubend, aber nicht mehr spielentscheidend. Dass der Kapitän seine Mannschaft gegen München vor einem viel früheren Rückstand bewahrt hatte, war nicht einmal eine Spielhälfte her. Auch Trainer Peter Neururer bekam den Frust der Zuschauer ab. Was ihn wirklich traf, waren andere Gesänge.

Angesichts der Rufe gegen den Schlussmann war Neururer bedient: "Damit muss man leider leben. Das ist ein Problem der Gesellschaft. Aber man muss überlegen, was man mit solchen Rufen bezwecken will. Diese Art und Weise ist nicht dem VfL entsprechend." Auch das ewige "wir wollen euch kämpfen sehen", geht dem Coach allmählich auf den Wecker: "Da sollte man sich mal was anderes einfallen lassen."

BOCHUM Fußball-Zweitligist VfL Bochum rutscht nach dem 0:3 (0:0) gegen 1860 München immer tiefer in die Krise. Es war bereits die sechste Liga-Partie in Serie ohne Sieg für den Revierklub. Spieler des Tages war am Sonntag Rubin Okotie mit einem Doppelpack (62./74. Minute).mehr...

Verstehen kann der Coach den Unmut. Sechs 1:1-Heimremis in Serie nahmen die Fans hin. Die erste Heimpleite aber war ein Schlag ins Kontor und "eine deftige Niederlage, an der wir zu knabbern haben", wie Torjäger Simon Terodde einräumte. Mittlerweile sieben Pflichtspiele ohne Sieg lassen die Alarmglocken schrillen.

Dem Höhenflug ist der Fall gefolgt. Bochums Trainer hatte mehrfach auf kommende Rückschläge hingewiesen. "Das ist auch eine Frage der Qualität", betont er. Der Absturz schmerzt, nun jedoch gilt es, diesen abzufedern - schnell, denn der Vorsprung vor Relegationsrang 16 ist auf drei Zähler zusammengeschmolzen. Ob der Tiefpunkt der sportlichen VfL-Krise erreicht ist, wird sich schon am Freitag beim Spiel in Kaiserslautern zeigen. Peter Neururer strahlt Ruhe aus. Um die verunsicherte Mannschaft wieder in die Spur zu bringen, "werden wir genau so weiter arbeiten, denn die Arbeit ist gut. Auch wenn sich das zuletzt nicht in den Punkten niedergeschlagen hat. Ich bin sicher, dass wir die Ziele nach wie vor erreichen." Allerdings stellt er klar: "Der Anspruch muss realistisch bleiben."  

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