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Schöffengericht

23-Jähriger kommt mit Bewährung davon

WITTEN „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Mit diesen Worten kommentierte Richter Bernd Grewer am Mittwoch das milde Urteil gegen einen 23-jährigen Wittener, dem das Schöffengericht trotz einschlägiger Vorstrafen und laufender Bewährungsfristen erneut eine Bewährungschance einräumte.

Der Mann musste sich am Mittwoch gleich gegen vier Tatvorwürfe verantworten: Raub, räuberische Erpressung, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der teilgeständige Mann an einem frühen Nachmittag im April in der Innenstadt auf einen ihm flüchtig Bekannten gestoßen war, mit dem er zunächst im Lutherpark Bier trank. Währenddessen nahm er den MP3-Player des späteren Opfers an sich und geriet in Rage, als dieser sein Eigentum zurückverlangte. In der Folge schlug der Angeklagte seinem Trinkkumpan mit der Faust ins Gesicht und drohte mit weiteren Schlägen, falls er ihm nicht sein Bargeld aushändigen würde.

Als das Opfer daraufhin um Hilfe rief und mit dem Handy die Polizei anrufen wollte, schlug der Angeklagte dem Opfer das Gerät aus der Hand und zertrat es. Dann verlangte er von ihm unter Drohungen, Geld von seinem Konto abzuheben. In der Sparkasse nutzte das Opfer dann die Anwesenheit von Mitarbeitern, um auf seine Lage aufmerksam zu machen. Die Sparkassen-Mitarbeiter riefen die Polizei, worauf der Täter die Bank verließ. Er wurde wenige Tage darauf von einem Polizeibeamten in der Innenstadt identifiziert und festgenommen.

Ein Jahr Haft lautete die Quittung am Mittwoch dafür, die das Gericht auf drei Jahre zur Bewährung aussetzte. „Sie scheinen gerade etwas Grund unter die Füße zu bekommen“, begründete Richter Grewer die Entscheidung angesichts der Tatsache, dass der bis dahin arbeitslose Mann seit einigen Wochen eine Arbeitsstelle hat. Eine klare Ansage gab es aber auch: „Passiert noch was, ist es vorbei!“

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