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Prozess am Landgericht

26-Jähriger soll zwei Wittenerinnen vergewaltigt haben

BOCHUM/WITTEN Raus aus den Drogen – rein ins Gefängnis? Für einen 26-jährigen Mann aus Berlin steht vor dem Bochumer Landgericht viel auf dem Spiel. Er soll in Witten seine Ex-Freundin und deren Halbschwester vergewaltigt haben.

Als der Prozess im Februar das erste Mal angesetzt war, hatte sich der Angeklagte zunächst auf eine Erinnerungslücke berufen, dann unter Tränen doch noch ein Teil-Geständnis abgelegt. Eigentlich war damit alles klar. Doch dann ist der Prozess überraschend geplatzt, einer der Richter war plötzlich erkrankt.

Bei der Neuaufnahme hat der Angeklagte jetzt allerdings gleich den direkten Weg gewählt und sofort mit offenen Karten gespielt. Es war die Fernsehserie „Endlich frei – Raus aus dem Drogensumpf“ (RTL 2), die Täter und Opfer zusammengeführt hat. Der Angeklagte war einer der Teilnehmer, hatte 2008 einen Monat mit Kameraleuten und Therapeuten auf Mallorca verbracht. Als die Sendungen 2009 ausgestrahlt wurden, saß auch seine spätere Freundin – eine junge Frau aus Witten – vor dem Fernseher. Und sie verliebte sich offenbar in den Mann, der seine Drogensucht so tapfer bekämpft hat. Was sie nicht ahnte: Als der 26-Jährige später zu ihr nach Witten kam, rauchte er längst wieder Cannabis und trank Alkohol.

Der schwerste Vorwurf im Prozess: Der Angeklagte soll über die schlafende Halbschwester seiner damaligen Freundin hergefallen sein. Dabei soll er erst die Wohnungstür eingetreten und die 19-Jährige anschließend sogar gewürgt haben. Um nicht erkannt zu werden, hatte er bei der Tat sogar seine Stimme verstellt. Die junge Frau hatte ihn nach eigenen Angaben aber trotzdem erkannt und auch mit richtigem Namen angesprochen. Die weiteren Vorwürfe betreffen die Ex-Freundin des 26-Jährigen. Das Urteil soll voraussichtlich in der nächsten Woche gesprochen werden.

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