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Rassismus und fliegende Fäuste im Dinkelstadion

18-jähriger Spieler vor Gericht nicht geständig

Ahaus Es ist ein Fall, bei dem es nur Verlierer gibt. Das war schon vor dem Prozessauftakt am Ahauser Amtsgericht gegen den 18-jährigen Fußballer klar, der im Oktober 2017 einen Zuschauer tätlich angegangen haben soll.

18-jähriger Spieler vor Gericht nicht geständig

Was genau war passiert? Beim A-Jugendspiel zwischen dem SV Heek und der Ahauser Eintracht kam es nach Schlusspfiff zu tumultartigen Szenen. Nach rassistische Kommentaren seitens der Heeker Zuschauer brannten beim Torjäger der Ahauser offenbar die Sicherungen durch. So zumindest lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft. Er habe dem Zuschauer – ein 16-jährigen Heeker – zunächst eine Kopfnuss verpasst und dann mit der linken Faust ins Gesicht geschlagen. Bilder dokumentieren die Verletzungen. Vor Gericht wies der Eintracht-Kicker die Vorwürfe entschieden von sich – und ging in die Offensive.

„Du Affe“

„Nachdem ich zum 2:1 und 3:1 getroffen hatte, riefen schon während des Spiels einige Zuschauer: ‚Du Affe, geh raus aus unserem Land!‘“.

Ein 14-jähriger Heeker – der sich durch sein neutrales Auftreten als Schlüsselfigur der Verhandlung entpuppte – bestätigte rassistische Beleidigungen in Richtung des Ahauser Spieler. Gleichzeitig war er sich aber „absolut sicher“, dass der Angeklagte den Heeker Zuschauer mit Kopf und Faust attackiert habe. „Ich habe ihn eindeutig erkannt.“ Auch die passende Rückennummer des Spielers konnte er auf Nachfrage des Richters nennen.

Neuer Termin

Wie in ähnlichen Sachverhalten üblich, bot der Richter dem Spieler eine Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung „eines kleines Schmerzensgeld“ an – Geständnis vorausgesetzt. Der 18-Jährige lehnte ab. Als sich der Prozess seinem scheinbaren Ende entgegen neigte, machte der Angeklagte von seinem „Recht des letzten Wortes“ gebrauch. Allerdings nicht, um zu gestehen, sondern um Entlastungszeugen aus seinen Reihen zu fordern. Entnervt erklärte der Richter: „Mir bleibt nichts anderes übrig, als einen neuen Termin anzusetzen. Für Beweisanträge ist es im Strafrecht nie zu spät.“

Der Eintracht-Spieler wurde für diesen Vorfall vom Sportgericht für drei Monate gesperrt und für einen anderen Vorfall neun weitere Monate.

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