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Stalkingprozess

44-jähriger Ahauser soll Verkäuferin monatelang gestalkt haben

AHAUS/MÜNSTER "Er sah mich an. Aber er sah auch durch mich durch.“ Der Polizist konnte den Angeklagten, als er am Einsatzort mit ihm sprach „nicht erreichen“. So schilderte er seine Erfahrung mit jenem 44-Jährigen Ahauser, der am Landgericht angeklagt ist, weil er einer Verkäuferin aus Gronau monatelang nachgestellt haben soll.

Auch ein weiterer Polizist erklärte am Freitag als Zeuge, der Ahauser habe „den Eindruck gemacht, als wenn er nicht versteht, was ich sagen wollte“. Es habe den Beschuldigten – trotz Platzverweisen und gerichtlicher Nährungsverbote – anscheinend auch nicht besonders interessiert. Nach dem Motto „macht Ihr von der Polizei doch, was Ihr wollt. Ich ziehe mein Ding hier durch“.

Zahlreiche Zeugen berichteten

Etliche Zeugen berichteten am zweiten Verhandlungstag des Stalking-Prozesses, wie sie den Angeklagten erlebten. Auch Kolleginnen der Gronauerin, die zusammen mit dem Opfer in einzelnen Supermärkten arbeiteten. Die Frau hatte wegen der Belästigungen erst von Ahaus zu einer Filiale der Kette in Gronau gewechselt und dann noch einmal innerhalb der Dinkelstadt.

Betroffener ging es immer schlechter

„Ihr (dem Opfer, die Red.) ging es immer schlechter. Wenn er im Laden auftauchte, war ihr danach übel, sie hat gezittert und geweint“, sagte eine Mitarbeiterin. Einmal etwa habe er im Laden „rumgeschrien“, so die Zeugin, sei auf und ab gelaufen und habe Blumen, die er für die vermeintliche große Liebe mit hatte, wütend „auf das Obst und Gemüse geschmissen“.

Die Zeugin und ihr Partner hätten das Opfer mehrmals bei sich übernachten lassen, damit die Frau wegen ihrer Angst vor dem Stalker nicht zu Hause habe schlafen müssen. Denn bis zu ihrer Wohnung verfolgte der Ahauser die Verkäuferin laut Anklage auch.

Polizei fühlte sich hilflos

„Es kam soweit, dass wir sein Fahrrad kannten. Das stand, wenn wir gerufen wurden, häufig am Stromkasten gegenüber des Hauses. Da konnte man ihn meist auch antreffen“, schilderte einer der Polizisten. „Wir waren hilflos. Wir wussten als Polizeibeamte nicht mehr, was wir tun sollten“, sagte ein Polizist. Der 44-Jährige sei im Auftreten und bei Festnahmen „immer aggressiver“ geworden. Einer seiner Kollegen sagte: „Ich konnte nur das tun, was der Gesetzgeber mir vorgibt.“ Bis der Ahauser habe eingewiesen werden können, ohne dass der Beschluss wenige Tage später behördlich wieder aufgehoben wurde, habe es „sehr lange gedauert“.

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