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Angeklagter in die Psychiatrie

Ahaus Das Opfer war zehn, der Angeklagte 30. Sie trafen sich im Wald, auf einem Industriegelände und an anderen einsamen Orten. Mindestens sieben Mal hat der Mann aus Ahaus das Kind dabei sexuell missbraucht. Gestern ist er in Münster verurteilt worden.

Richter sieht Gefahr

Die 1. Strafkammer des Landgerichts verhängte zweieinhalb Jahre Haft. Ins Gefängnis muss der 30-Jährige trotzdem nicht, weil gleichzeitig die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet wurde. Richter Winfried Kröger: "Ohne Therapie besteht die Gefahr, dass der Angeklagte weitere schwerwiegende Taten begehen wird - auch unter Einsatz von Gewalt." Schon in der Vergangenheit war der Ahauser immer einen Schritt weitergegangen. Erst war es nur zu Berührungen oberhalb der Kleidung gekommen, dann auch unterhalb, später kam es zu richtig schweren sexuellen Übergriffen. In Freiheit sei das jedoch nicht zu gewährleisten. Richter Kröger: "Eine Bewährung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verantworten."

Therapie notwendig

Erst müsse der Angeklagte weiter therapiert werden. Sobald sich erste Erfolge einstellten, könnten die Maßnahmen jedoch gelockert werden. Langfristig, so die Richter, sollte der 30-Jährige in einer Einrichtung für betreutes Wohnen untergebracht werden.

Gebärdendolmetscher

Der Ahauser selbst hat das Urteil am Ende akzeptiert. Aber hat er es auch verstanden? Gleich zwei Gebärdendolmetscher hatten sich im Prozess um den taubstummen und minderbegabten Angeklagten bemüht. Eine psychiatrische Gutachterin hat seinen Entwicklungsstand weit unterhalb seines Alters angesiedelt. Dass es verboten war, was er mit dem zehnjährigen Jungen getan hat, sei ihm allerdings bewusst gewesen. Eine völlige Schuldunfähigkeit habe nach Ansicht der Richter nicht bestanden. jöh

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