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Bewegende Spurensuche

Ottenstein Er ist die letzte Ruhestätte für rund 6000 deutsche und 857 spanische Soldaten: Der Soldatenfriedhof Nowgorod, zwischen den Großstädten Moskau und St. Petersburg nördlich des Ilmensees gelegen. Er war jetzt auch der Ort der KAB-Gedenkfeier während der Polen-Russland-Reise.

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Gastwirt Josef Schnell (l.) gab Alfons Beckmann Heimaterde für den Soldatenfriedhof in Russland mit auf die Reise. MLZ-Foto

Um das Symbolkreuz in der Mitte des Soldatenfriedhofs in Nowgorod versammelten sich die 73 Reiseteilnehmer aus dem Westmünsterland zur Gedenkfeier. Die Gräberfelder dort sind mit Rasen begrünt. MLZ-Fotos (4) privat

Vor Beginn der Bildungsreise hatten die Ottensteiner Zeitzeugen und KAB-Mitglieder Bernhard Orthaus, Josef Leuker und Josef Schnell aus ihrer Soldatenzeit, von ihren Fronteinsätzen im Zweiten Weltkrieg in Russland, Polen und Frankreich und ihren mehrjährigen Kriegsgefangenschaften den KAB-Vertretern Josef Osterhues und Alfons Beckmann berichtet, um diese Informationen in der Gedenkveranstaltung vorzutragen.

Der Krieg forderte auch in der kleinen Gemeinde Ottenstein einen hohen Blutzoll. Vielfach waren zeitgleich mehrere Brüder zum Kriegsdienst verpflichtet - 106 kamen nicht wieder zurück.

"Vielleicht findet ihr Hinweise auf meinen vermissten Bruder Franz", so Gastwirt Josef Schnell zuvor, "meine Schwester Katharina und ich haben seit 1944 von ihm kein Lebenszeichen erhalten, und wir wären dankbar, wenn wir über sein Schicksal Bescheid wüssten." - Dieser Wunsch nach Gewissheit blieb unerfüllt.

Versöhnung

"Unser Beitrag muss schon in unseren Familien beginnen, indem wir das Miteinander und damit die Grundlage für den Frieden legen und pflegen", so Josef Osterhues in Nowgorod am Jahrestag des Widerstands gegen das Naziregime (20. Juli 1944). Als Zeichen der Versöhnung über den Gräbern reichten sich die Teilnehmer die Hände und sprachen das christliche Grundgebet, das "Vater unser...". Umrahmt wurde die Feier vom Lied "Vom guten Kameraden", gespielt auf der Mundharmonika von Raimund Webelhaus.

Alfons Beckmann und Josef Osterhues übergaben auf dem Soldatenfriedhof Now gorod Heimaterde aus Ottenstein, die ihnen von Josef Schnell mitgegeben worden war: "Das ist guter Mutterboden aus Hörsteloe. Er ist als Gruß aus der Heimat für alle Gefallenen und Vermissten in Russland gedacht."

Patenschaft

Als "stets wachsenden Beitrag zum Frieden" hat die Ottensteiner KAB auch die Patenschaft für einen Baum auf der größten deutschen Kriegsgräberstätte in St. Petersburg-Sologubowka übernommen. Spontan beteiligten sich die Reiseteilnehmer mit einer Spende daran. be

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