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Chorgemeinschaft St. Marien in der Krise

Ahaus Die 142 Jahre alte Chorgemeinschaft St. Mariä-Himmelfahrt steckt in einer Krise. In einer außerordentlichen Mitgliedsversammlung ist das komplette siebenköpfige Leitungsteam des Chores vorzeitig zurückgetreten. Die jüngsten Proben wurden nur noch von 15 der 45 Sängerinnen und Sängern besucht.

"Ausschlaggebend für unseren Rücktritt war das Verbot des Kirchenvorstandes, zum Abschied des Kirchenmusikers Hans Küblbeck das Oratorium Adam aufzuführen", erklären Cornelia Sanders, Alexandra Kexel, Monika Leuters und Gudula Saueressig vom zurückgetretenen Leitungsteam. Zwar hätten Kirchenvorstand und Chor im Frühjahr abgesprochen, nach den großen Projekten wie Carmina Burana "etwas Ruhe einkehren zu lassen" und sich auf die Alltagsarbeit des Kirchenchores zu konzentrieren. Als dann aber im Sommer bekannt wurde, dass die Kirchengemeinde und der Kirchemusiker und Chorleiter Hans Küblbeck ab 2008 getrennte Wege gehen werden, reifte im Chor der Gedanke eines letzten gemeinsamen Projekts.

"Einsatz missachtet"

"Der Weggang von Hans Kübelbeck ist für die Chorgemeinschaft, für die Pfarrgemeinde und für die Stadt Ahaus ein großer Verlust", so Cornelia Sanders. Das Oratorium hätte nach Ansicht des Leitungsteams ein würdiger Abschluss der Zusammenarbeit sein können.

In einem Brief an den Kirchenvorstand hatte das Chorteam zudem deutlich machen wollen, dass die in den letzten Jahren gewonnene neuen Sänger nur zu halten seien, wenn weiterhin ein attraktives Programm einstudiert werde. "Unsere Argumente wurden aber in der entscheidenden Kirchenvorstandssitzung nicht berücksichtigt", so Gudula Saueressig.

"Kein endgültiges Aus"

Der Rücktritt solle dies deutlich machen. Ist der Rücktritt gleichzeitig eine Abkehr vom Chor? Nein, erklären die Sängerinnen unisono: "Wir würden ja gerne weitermachen. Aber dafür ist ein anderer Umgang miteinander erforderlich."

Dass in der Kommunikation nicht alles glücklich gelaufen sei, räumt auch Rudolf Elsebusch vom Kirchenvorstand ein. Der Rücktritt des Leitungsteams habe in letztlich aber doch überrascht. "Dieser Schritt ist auch nicht für alle Chormitglieder nachvollziehbar." Er glaube aber, dass der Chor eine Zukunft haben werde.

Ab Montag werden sich drei der insgesamt sieben Bewerber um die Nachfolge Küblbecks in Ahaus vorstellen. Und was sagt der scheidende Kirchenmusiker dazu? "Ich wünsche dem Chor und meinem Nachfolger von ganzem Herzen, dass sie Krise überwinden werden." gro

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