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"Eben in't Weer kieken"

"Eben in't Weer kieken"

<p>Dreharbeiten auf einem Wüllener Hof: Ulla Lachauer hat mit einem Kamerateam der Geschichte des Wetterberichts im ländlichen Raum nachgespürt. WDR</p>

Wüllen/Kreis Ein Landwirt soll wutentbrannt mit der Axt das Radio zertrümmert haben, weil der Wetterbericht Sonne prophezeite und es ihm dann das Heu verregnete, erzählt die Bäuerin Marlies Lessing-Rudde. Im westlichen Münsterland sei man gegenüber der Vorhersage der Meteorologen lange skeptisch gewesen.

Ulla Lachauer, deren Eltern aus Wüllen stammen, hat einen Film über die Meteorologie, Land und Leute im Westmünsterland gedreht. Unter dem Titel "Wie der Wetterbericht ins Münsterland kam" wird der Dokumentationsfilm am Freitag gesendet. Er entstand mit Unterstützung des Wüllener Heimatvereins, der Familie Demes aus Oberortwick und vieler anderer Wüllener. Interviewt wurden das Bauernehepaar Bernhard und Marlies Lessing-Rudde aus Barle, Pfarrer Gereon Beese und Tierarzt Dr. Heiko Appelius sowie Wilhelm Elling, der ehemalige Leiter des Hamalandmuseums Vreden. Eigene Erfahrungen, so zeigt der Film von Lachauer, waren früher wichtiger als der Wetterbericht: "Eben in't Weer kieken", hieß es morgens. Der Wind, der von Holland weht, wusste der Bauer, bringt schlechtes Wetter. "Wenn der Hund stinkt", gibt es Regen, wenn Kinder "weerig" sind und viel krakeelen, ist erfahrungsgemäß ein Gewitter im Anzuge.

Schon seit 1906 bot die preußische Regierung ihren Untertanen einen täglichen Wetterbericht, der per Telegraf verbreitet wurde und bis in die Dörfer gelangte - wahrgenommen wurden die wissenschaftlichen Prognosen erst Jahrzehnte später. Das Wetteramt Essen, nach 1945 zuständig für die Region, bemühte sich redlich. Nur was sollte man mit einer Vorhersage anfangen, die bestenfalls für zwei Tage zuverlässig war? Die Heuernte dauerte länger. Erst mit der Mechanisierung in den 1960er Jahren wurde der Wetterbericht für die Bauern interessant. Ein, zwei Tage Sonne reichten nun, und der Mähdrescher hatte das Getreide geerntet. Auch auf dem Lande sah man jetzt fern, kein Tag ohne "Das Wetter" auf dem Bildschirm, und man schaute immer weniger in den Himmel.

Gesendet wird die 45-minütige Dokumentation im WDR-Fernsehen am Freitag, 28. November, um 20.15 Uhr. www. heimatverein-wuellen.de

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