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Erdfrucht bringt Hefe in Fahrt

Südlohn Unaufhörlich strömt die klare Flüssigkeit aus dem Gefäß unter der Glasglocke hervor - wie bei einem Brunnen. Nur dass hier in dem roten Backsteingebäude in Eschlohn kein Wasser fließt, sondern Alkohol, gemacht aus Kartoffeln.

Erdfrucht bringt Hefe in Fahrt

<p>Michael Gehling kontrolliert mehrmals täglich, wie viel Volumenprozent der Alkohol enthält. MLZ-Foto (2) Herbers</p>

Genau kontrolliert Michael Gehling die in dem Gefäß steckende Messvorrichtung - wie so oft schon an diesem Tag. "Zwischen 83 und 87 Volumenprozent hat der von uns hergestellte Industriealkohol", erklärt der 36-Jährige, der seit 13 Jahren als Brennermeister der Kartoffelgemeinschaftsbrennerei Südlohn arbeitet. Zehn Gesellschafter liefern in dieser Saison 1700 Tonnen Kartoffeln für 1800 Hektoliter Alkohol, den die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) dem Betrieb in diesem Jahr zur Produktion genehmigt hat. "Wir stellen hier den Rohbrand her. Die BfB kümmert sich um den Feinbrand", beschreibt der Südlohner die Arbeitsteilung zwischen Brennereien und der Bundesoberbehörde.

Langwieriger Prozess

Und wohin fließt das Destillat aus der braunen Erdfrucht, das seit knapp 35 Jahren in der Südlohner Bauerschaft hergestellt wird? "Viel geht in die Essigindustrie und Kosmetikindustrie, aber auch in die Pharmazie", weiß Gehling. Doch bis es soweit ist, wird die Knolle im Betrieb einem langwierigen Prozess unterzogen.

Vier Tage gären

Zunächst nehmen die Kartoffeln den Weg von der Lagerstätte, in der zurzeit rund 800 Tonnen lagern, durch die Waschtrommel. Nach und nach poltert das Gemüse in die Mühle. "Wir geben Enzyme hinzu. Sonst wird die Stärke steinhart", brüllt Gehling in der von süßlichem Duft und Lärm erfüllten Halle. Dann wandern die Kartoffeln durch die zahlreichen, bis fast an die Decke des mehrstöckigen Gebäudes reichenden Behälters, werden auf 90 Grad erhitzt und später wieder heruntergekühlt. Gehling öffnet den Deckel am Hefesatzgefäß. Im Innern blubbert die braune Masse, die bis zu vier Tage gären muss. Dann wird sie unter Wasserdampf in einem säulenförmigen Apparat destilliert.

"Ein stärkehaltiger Stoff - hier die Kartoffeln - wird in Zucker umgewandelt. Die Hefe frisst diesen und scheidet den Alkohol als Stoffwechselprodukt aus", beschreibt er den ganzen Vorgang. Der Behälter sei vom Zoll verplombt. "Da ist nichts mit Schwarzbrennen, meint Gehling augenzwinkernd. Anders als in Zeiten des Krieges, wo der Alkohol eine gute Währung war. kh

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