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Anklage

Feuerwehrleute sollen Großbrand gelegt haben

AHAUS/KREIS Bis zu 580 Rettungskräfte waren vor einem Jahr drei Tage lang im Einsatz, um das Amtsvenn zwischen Gronau und Ahaus zu löschen. Jetzt stehen fünf junge Feuerwehrmänner aus Gronau und ein Freund von ihnen aus Ochtrup unter Verdacht, das verheerende Feuer in dem landesweit größten Moorschutzgebiet gelegt zu haben – genauso wie 19 andere Brände im westlichen Münsterland.

Feuerwehrleute sollen Großbrand gelegt haben

Um das Feuer im Venn zu kontrollieren, war ein Großeinsatz der Feuerwehr nötig.

Rund 750 000 Euro Schaden gehen auf das Konto der mutmaßlichen Brandstifter, wie Oberstaatsanwalt Heribert Beck aus Münster vermutet – und da sind die Umweltschäden noch gar nicht eingerechnet. Die Männer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren seien nicht immer zusammen unterwegs gewesen, um erst zu zündeln und dann oft zu löschen. Zwischen vier und 14 Taten wirft die Staatanwaltschaft den Männern vor. Jede einzelne Brandstiftung kann mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem Jahr und zehn Jahren geahndet werden.Gelegenheit gesucht Kriminalhauptkommissar Thomas Vortkamp ist davon überzeugt, dass die jungen Männer stets ähnlich vorgingen. Sie hätten sich in unterschiedlicher Zusammensetzung verabredet – entweder bei einem ihrer üblichen Treffen oder per Telefon. Dann seien sie zunächst ohne konkretes Ziel in die Bauerschaften der näheren Umgebung gefahren. Dabei hätten sie günstige Gelegenheiten gesucht und gefunden, Ackerflächen, Waldränder und das Moor in Brand zu setzen, aber auch eine Lagerhalle in Bardel (Schaden allein 600 000 Euro), einen Stall in Gronau (100 000 Euro) und andere Gebäude. Anschließend verließen sie den Tatort und beteiligten sich teilweise an den Löscheinsätzen. Aufgeflogen waren drei der mutmaßlichen Brandstifter durch einen aufmerksamen Zeugen. Er hatte sie im August beobachtet, wie sie im Amtsvenn ein Feuer legten: der vierte Moorbrand des Jahres. Zwei von ihnen – damals 20 und 23 Jahre alt – gestanden die Tat und räumten noch drei weitere Brandstiftungen ein. Anders ihr damals 19-jähriger Kumpel, der auch im Verdacht steht, die Halle in Bardel angesteckt zu haben. Die Ermittler hegten von vorne herein den Verdacht, dass die Brandserie noch länger ist. Die Ermittlungsgruppe unter der Leitung von Thomas Vortkamp nahm ihre Arbeit auf und sammelte akribisch Beweise: „Wir haben alle Branddelikte in Gronau und Umgebung untersucht, eine Vielzahl von Personen vernommen und durch weitere intensive Ermittlungsarbeit nun ausreichend Beweise gesammelt, um unseren Verdacht zu untermauern“, sagt Vortkamp.„Vorerst beurlaubt“ Vier der nach wie vor auf freiem Fuß befindlichen Angeschuldigten sind Mitglieder des Löschzugs Gronau, ein weiterer ist bei der dortigen Jugendfeuerwehr aktiv – zur Zeit aber nur auf dem Papier: „Wir haben alle vom Dienst beurlaubt, die Sache geklärt ist“, sagt Feuerwehrchef Günter Meyer. Der Verdacht sei ein „echter Schock“ für ihn gewesen, „aber leider kommt so etwas bei den Feuerwehren immer wieder vor“.

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