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"Ich gehe jetzt den geraden Weg"

Ahaus A. (20) lässt gerade mit Unterstützung seiner Bewährungshelferin Dorothe Fait eine kriminelle Vergangenheit hinter sich. Stefan Grothues sprach mit ihm.

Was ist schief gelaufen, dass ich Sie hier bei der Bewährungshilfe treffe?

A: Oh, oh ... Sie sprechen auf meine Straftat an? (zögert) Ich habe mit einem Kollegen einen Jungen ausgeraubt. Der andere hat zugeschlagen. Und ich habe das Portmonee abgezogen. Das war vor zwei Jahren.

Das ist keine Kleinigkeit. Wie kam es dazu?

A . . : Ich hab wirklich Mist gemacht Seit ich 14 war, habe ich mich in der Schule als Außenseiter gefühlt Wie ein Schwarzes Schaf, das von den Lehrern immer abgelehnt wird. Da war immer auch eine Wut in mir. Und ich hatte keinen Plan, wie man mit Gewalt umgeht.

Das ist heute anders?

A: Ja. In den vier Wochen im Knast habe ich extrem über mein Leben nachgedacht und beschlossen, die Zeit hinter mir zu lassen. Ich habe an mir gearbeitet. Ich gehe jetzt den geraden Weg. Mein Vater und Frau Fait haben mir dabei sehr geholfen.

Fait: A. hat es mir aber auch einfach gemacht: Viele versuchen andere für ihre Taten verantwortlich zu machen. A. aber hat selbst Verantwortung übernommen. und gesagt. "Das war ich." Er hat überlegt: "Was muss ich machen, dass es anders läuft?" Und er ist sehr zuverlässig.

Wie hat Frau Fait Ihnen denn geholfen?

A: Ich bin hier alle vier Wochen zum Gespräch. Sie hat immer gute Tipps. Sie hilft mir auch, wenn ich mit Behörden zu tun habe. Und ich habe ein Anti-Gewalt-Training gemacht.

Was haben Sie dort gelernt?

A: Mehr auf mich selbst zu achten. Dass ich nicht wie Herkules herumlaufe, wenn es mal Probleme gibt. Ein Schauspieler hat uns Typen vorgespielt, mal cool, mal schüchtern. Und er hat geguckt, wie sie auf uns wirken. Ich weiß jetzt, wie ich ohne Schlägerei aus Situationen herauskomme: Der Klügere gibt nach.

Und es droht kein Rückfall?

A: (schüttelt energisch den Kopf) Nein! Das wäre der größte Absturz! Ich habe inzwischen eine Ausbildungsstelle als Metallbauer. Ich bin weitergekommen. Das will ich mir auf gar keinen Fall kaputt machen.

Was ist denn aus Ihrem Kumpel geworden?

A: Der sitzt in Herford im Knast. Ich habe keinen Kontakt mehr. Ich will das auch nicht mehr.

Fait: Das ist eine kluge Entscheidung. Ich sage den Probanden, die hier Leben ändern möchten: "Achtet auf Euren Freundeskreis!"

Und wie geht es jetzt weiter?

A: In anderthalb Jahren mache ich meinen Gesellenbrief und dann noch den Schweißerschein. Ich werde gutes Geld verdienen - und die Arbeit macht Spaß.

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