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Viertklässler aus Wessum machen Kunst aus Müll

Künstler wirbt mit Projekt für saubere Flüsse und Meere

Wessum Wenn Artur Bundeskanzler wäre, würde er Plastiktüten verbieten. Artur ist neun Jahre alt und hat, wie die anderen 67 Viertklässler der Kappenberg-Schule in Wessum, viele Ideen, wie man die Umwelt schützen kann.

Künstler wirbt mit Projekt für saubere Flüsse und Meere

Der Müllberg, den die 4a gesammelt hat. Er bietet den Stoff, aus dem Kunst entsteht. Foto: Christiane Hildebrand-Stubbe

Nach normalem Unterricht sieht das nicht aus, was sich da in der Klasse 4a der Kappenberg-Schule in Wessum tut: In der Mitte des Raumes türmt sich Müll – ausgebreitet auf einer Plastikplane. Um ihn herum stehen Mädchen und Jungen, beäugen den Inhalt. Alle tragen Handschuhe. Und immer wieder ziehen die Schüler einzelne Objekte aus dem Müll – Flaschen, Handys, Safttüten und sehr viel mehr. Das alles haben die Kappenberg-Schüler am Samstag beim „Dorfputz“ aus der Landschaft gefischt. Und jetzt soll daraus Kunst werden. Genauer: Sie alle sind Akteure beim großen Kunstprojekt von Stephan Horch, der deutschlandweit als Fotokünstler für saubere Flüsse und Meere wirbt. In Ahaus ist es für ihn die erste Kooperation mit einer Schule.

Viele positive Reaktionen

Schulleiterin Christiane Wilhelmus war durch einen Fernsehbeitrag auf Horch gestoßen und neugierig geworden: „Ich habe ihm eine E-Mail geschrieben und war überrascht, wie schnell die Antwort kam.“ Für Wilhelmus war klar, dass „Umwelterziehung eine wichtige Aufgabe der Bildungsarbeit ist“. Von den Eltern habe es nur positive Reaktionen gegeben, freut sich Wilhelmus. Dass aber Vorsichts- und Hygienemaßnahmen getroffen werden, für den sicheren Umgang mit dem Müll, verstehe sich von selbst, so die Schulleiterin.

Am Samstag ist das Pilotprojekt beim „Dorfputz“ gestartet, am Dienstag ging es für die letzte von den drei vierten Klassen der Schule an die künstlerische Arbeit. Ganz unterschiedliche „Produktionsschritte“ sind die Puzzleteilchen, die sich zum Abschluss zu einem Gesamtwerk zusammenfügen und als Videopräsentation beim Wessumer „Holzschuhtag“ gezeigt werden.

Eine Menschenkette aus Bildern

So hat Kristoff (9) gerade seinen ersten Schritt hinter sich und zeigt ein Blatt Papier, auf das er ein leeres Trinkpäckchen Apfel-Kirsch geklebt hat und drum herum eine Figur gemalt hat. Stephan Horch fotografiert Kristoffs Menschen mit Trinkpäckchenbauch und lädt es auf den Rechner. „Aus den Bildern von allen wird schließlich eine Menschenkette.“ Währenddessen ist eine Mädchen- und eine Jungengruppe mit ihrer Gruppenarbeit beschäftigt. An einem Tisch wird aus vielen leeren Flaschen eine „Burg“, am anderen haben Mädchen eine geradezu revolutionäre Idee: „Wir bauen einen Roboter, der Müll aus dem Wasser fischt.“

Künstler wirbt mit Projekt für saubere Flüsse und Meere

Diese Mädels haben einen ganz besonderen Roboter entwickelt. Foto: Christiane Hildebrand-Stubbe

Hinter der verschlossenen Tür eines Schulraumes nebenan herrscht absolute Ruhe. Zumindest für Franziska Braunschädel, die eine Videokamera bedient. Reden darf nur der oder die vor der Kamera. Alle Schüler hatten zuvor die Gelegenheit, ihre „Rede an die Menschheit“ zu Papier zu bringen und sie dann vor der Kamera zu halten.

Der Tenor ist bei allen Rednern ähnlich. Wie bei Artur sind es meist Appelle an die Erwachsenen, Müll zu vermeiden – zum Wohle von Natur, Mensch und Tier. Zusätzlich stellen sich Artur und Schulfreund Jasper noch einem kleinen Interview von Projekt-Begleiterin Braunschädel. Sie wünschen sich, dass es in den Supermärkten keine Plastiktüten mehr gibt. „Wenn die Polizei doch noch einen trifft, der Plastiktüten wegschmeißt, dann soll er hart bestraft werden“, wünscht sich Artur.

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