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Zigarren aus dem Ahauser Schloss

Neue Schlossführung mit Andreas Kosmann

Ahaus Mit der Tabakproduktion kam im 19. Jahrhundert die Industrie nach Ahaus. Eine neue Schlossführung erzählt die Geschichte der Zigarrenherstellung.

Neue Schlossführung mit Andreas Kosmann

Andreas Kosmanns Großvater war Zigarrenmacher im Ahauser Schloss. Kosmann erzählt auf einer neuen Führung die Geschichte der Tabakproduktion in dem historischen Gemäuer. Foto: Robert Wojtasik

Ohne die Tabakfirma Oldenkott wäre Ahaus womöglich nicht das, was es heute ist, sagt Ralf Büscher vom Ahauser Heimatverein. „Es gab damals zwar Schmiede und Bäcker hier, aber Industrie kam eigentlich erst so richtig mit Oldenkott nach Ahaus.“ Das war im Jahr 1819. Die Fürstenfamilie Salm-Kyrburg vermietete das Schloss damals an den Tabakfabrikanten Hermann Oldenkott aus Amsterdam. Der richtete im Nordflügel eine Produktion für Rauch- und Kautabak ein, später kam eine Manufaktur für Zigarren im Südflügel dazu. Bis 1929 wurden im Schloss Tabake hergestellt, die Zigarrenmanufaktur bestand von 1895 bis 1922.

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise konnten sich selbst einst wohlhabende Bürger das Luxus-Gut Zigarre nicht mehr leisten. Die Fabrik musste schließen. Einige ehemalige Mitarbeiter machten sich anschließend mit der Herstellung von Zigarren selbstständig. Einer dieser Ex-Mitarbeiter war Franz Kosmann, der sein Handwerkszeug nach dem Zweiten Weltkrieg seinem Sohn Hermann überließ. Bis 1969 fertigte dieser als Zigarrenmacher in Ahaus eigene Zigarren.

Erlebnisführung

Hermanns Sohn Andreas Kosmann wuchs mit dem Tabakwaren-Geschäft auf. Ihn haben der Heimatverein und Ahaus Marketing und Touristik (AMT) für eine neue Schlossführung rund ums Thema Zigarrenproduktion im Schloss gewonnen. Ab August führt Kosmann interessierte Gruppen durch das historische Gemäuer, in dessen Keller die alten Fertigungsapparaturen von damals stehen. „Es soll eine Erlebnisführung sein“, sagt Kosmann. „Im ersten Teil soll erklärt werden, wie so ein schönes Schloss überhaupt in die Provinz kommen konnte.“ Der zweite Teil drehe sich um die Geschichte der Tabak- und Zigarrenproduktion im Schloss. „Und im dritten Teil wird anhand des alten Handwerkszeugs erklärt, wie der Tabak in die Zigarre kam.“

Andreas Kosmann führt die Führungen ehrenamtlich durch. Den Erlös teilen sich AMT und Heimatverein, die gemeinsam nach einer Möglichkeit gesucht haben, das Angebot der werktägigen Schloss- und Stadtführungen um ein Angebot fürs Wochenende zu erweitern. „Ich freue mich, dass wir mit Herrn Kosmann eine Persönlichkeit aus Ahaus dafür gewinnen konnten“, sagte Bürgermeisterin Karola Voß.

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