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Lebensberatung des Bistums

Partnerschaft ist heute verletzlicher

Ahaus 909 Fälle hat die Ehe-, Lebens- und Familienberatung des Bistums im vergangenen Jahr abgeschlossen. Für Ursula Demmel, Leiterin der Beratungsstelle Ahaus, werden die Beratungen eher noch wichtiger als sie bisher schon waren. Mit Redakteur Stephan Teine hat sie über die Beratung im Wandel der Zeit, über Partnerschaft früher und heute und die Grenzen des Angebots gesprochen.

Partnerschaft ist heute verletzlicher

Die Diplom-Psychologin Ursula Demmel (53) leitet die Beratungsstelle des Bistums in Ahaus seit vergangenem Jahr. Sie geht davon aus, dass die Beratung in Zukunft eher noch an Bedeutung gewinnen wird.

Wie sieht Ihr üblicher Klient aus?

Einen typischen Klienten haben wir gar nicht. Unsere Türen stehen allen Menschen offen und das wird auch so verstanden. Darauf sind wir stolz. Etwa die Hälfte der Klienten kommt mit ihrem Partner, die Themen der Paarberatung sind vielfältig und abhängig von der jeweiligen Lebenssituation. Ein weiterer Teil unserer Klienten kommt alleine und wendet sich mit sehr individuellen Fragen und Themen an uns. Der kleinste Anteil sind die Familienberatungen.

Die Beratungsstelle in Ahaus gibt es seit über 30 Jahren. Die Ehe-, Familien- und Bildungsberatung im Bistum gibt es seit über 50 Jahren. Haben sich die Klienten über die Jahre geändert?

An sich nicht. Die Anliegen sind von der Thematik her ähnlich. Was sich geändert hat, ist das Leben selbst: Es ist unsicherer, komplexer und schneller geworden. Wir leben stärker zwischen zwei Polen: Auf der einen Seite dem Bedürfnis nach Individualität, auf der anderen Seite dem Wunsch nach Bindung und einer stabilen Lebenslage. Das zeigen auch aktuelle Studien.

Hat sich also das Leben in einer Partnerschaft gewandelt?

Die Partnerschaft selbst hat einen anderen Stellenwert bekommen. Die Qualität der Partnerschaft ist wichtiger für die Lebenszufriedenheit. Gleichzeitig treibt das Leben uns an, während Beziehung einfach Zeit braucht. So stehen sich Anspruch und Realität oft gegenüber. Dazu kommt: Trennung war früher keine Option. Heutzutage trennen sich Paare oft zu früh. Trennungsgedanken können ein Hinweis auf eine ausstehende Entwicklung des Paares sein. Hier lohnen die Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation und das Ausloten unterschiedlicher Bewältigungsmöglichkeiten. Die hohe Emotionalität und dieser Stellenwert machen das System Partnerschaft viel verletzlicher als früher.

Wird eine Beratung also in Zukunft eher wichtiger?

Meiner Meinung nach schon.

Gibt es immer einen Auslöser, durch den die Klienten zu ihnen kommen?

Ein Problem hat immer eine Geschichte. Jemand, der uns anruft, tut das aber in der Regel nicht wegen etwas, was gerade erst passiert ist. Meist ist es ein langer Prozess, der in eine Krise geführt hat. Es gibt aber oft den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Einmal ganz praktisch: Wie komme ich überhaupt an so eine Beratung?

Jemand, der sich beraten lassen möchte, meldet sich bei uns an. Wir stehen in Trägerschaft des Bistums Münster. Die Finanzierung läuft über Kirche, Kommunen und das Land. Für die Klienten ist die Beratung kostenlos. Man braucht auch keine Anträge. Wir bitten zwar um eine Spende, aber niemand sollte aus finanzieller Not auf eine Beratung verzichten müssen.

Wie lange dauert eine Beratung?

Das ist genauso individuell wie die Klienten und ihre Probleme. So ein Beratungsprozess ist immer länger. Ein begrenztes Anliegen lässt sich vielleicht in zwei oder drei Gesprächen klären. Paare können schon einmal über zehn Termine wahrnehmen, die sich dann über ein oder eineinhalb Jahre strecken können.

Wo liegen ihre Grenzen?

Wir sind angesiedelt zwischen Seelsorge und Psychotherapie und in Richtung Psychotherapie ganz klar abgegrenzt. Wir sind auf die Bewältigung von partnerschaftlichen, persönlichen oder familiären Krisen spezialisiert.

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