Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Plätzchen zum Wohlfühlen

Ahaus Entschlossen wirft Schwester Bernhildis den Teigklumpen auf die Anrichte und knetet ihn kraftvoll mit geübten Händen. Der Backofen hinter ihr verströmt schon vorweihnachtlichen Plätzchenduft, und auf dem Küchentisch lädt eine offene Blechdose mit knusperfrischen Köstlichkeiten zum Naschen ein.

So schafft die Ordensfrau in der Küche des Hauses Abraham an der Kreuzstraße Geborgenheit und ein Gefühl des Daheimseins für obdachlose Männer - und ein wenig wohl auch für sich selbst.

Mit 72 Jahren hat die Franziskanerin vor wenigen Wochen wieder einmal Neuland betreten. Fast ein halbes Jahrhundert hat sie in verschiedenen klösterlichen Konventen gelebt. Jetzt wohnt sie als Nachfolgerin von Schwester Eligia mit Obdachlosen unter einem Dach und gibt ihnen Halt und ein Zuhause. Fürchtet sie sich nicht, plötzlich ganz allein einer neuen Aufgabe gegenüberzustehen?

Sr. Bernhildis schüttelt energisch den Kopf: "Ich bin doch nicht allein. Die Männer sind ja bei mir und helfen, wo sie können. Außerdem kann ich meine Mitschwestern im Krankenhaus regelmäßig besuchen."

"Durchsetzen gelernt"

Aber wenn es im Haus Abraham Konflikte gibt? "Ich habe in den letzten sieben Jahren in Berlin gelernt, mich durchzusetzen", lacht Sr. Bernhildis. Seit dem Jahr 2000 hat sie in Pankow in einer Suppenküche für bis zu 500 Obdachlose und Bedürftige gekocht. "Da blieb auch Zeit für Gespräche, in denen ich erfahren habe, wie schnell ganz normale Menschen durch Scheidung oder Arbeitslosigkeit abrutschen können."

Nach ihren Berliner Jahren hatte sie jetzt eigentlich in einem Altenheim etwas kürzer treten wollen. Doch dann fragte ihre Provinzoberin, ob sie sich diese neue Aufgabe in Ahaus vorstellen könnte. Pfarrer Jürgen Quante hatte zuvor die Oberin um Hilfe bei der Suche nach einer Nachfolgerin für Schwester Eligia gebeten.

"Für die Armen da"

Sr. Bernhildis gesteht, dass sie anfangs skeptisch war: "Ein Haus für Obdachlose - das soll wohl so eine Bruchbude am Stadtrand sein, dachte ich." Doch dann machte sie mit Mitschwestern einen Ausflug nach Ahaus - "und das Haus hat mir sofort zugesagt". Außerdem: "Wenn Arbeit da ist, dann macht man sie auch. Unser Franzsikanerorden ist ja ein Orden für die Armen."

"Glücksfall"

Pfarrer Jürgen Quante nennt Schwester Bernhildis einen "Glücksfall" für das Haus Abraham. "Sonst hätten wir nicht gewusst, wie es weitergeht", sagt der Pfarrer und greift beim Thema Glücksfall gerne noch einmal in die Plätzchendose. gro

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Chor „Once Again“ singt beim Katholikentag

Messe für den Frieden

Ahaus Der Chor „Once Again“ aus Ahaus singt die „Mass for Peace“ von Karl Jenkins auf dem Katholikentag in Münster. Die Pfarrgemeinde St. Marien bietet weiteren Interessierten Mitfahrgelegenheiten mit dem Bus an.mehr...

Ranga Yogeshwar bei der Pushcon

Jeder wird zum Sender

Ahaus Ranga Yogeshwar zog auf der Pushcon bei Tobit die Massen an. Sein Streifzug durch die Innovationen der Menschheit warf auch aktuelle Fragen auf.mehr...

Erste Brandmeisteranwärterin bei Ahauser Feuerwehr

Für Jennifer Norgall geht ein Traum in Erfüllung

Ahaus Jennifer Norgall ist die erste Brandmeisteranwärterin bei der Feuer- und Rettungswache in Ahaus. Jetzt steht sie vor ihrem ersten 24-Stunden-Dienst.mehr...

Vermisster Mann wieder aufgetaucht

Polizei findet vermissten Mann aus Dortmund wieder

Dortmund Der vermisste Mann aus Dortmund, der am Dienstagabend verschwunden war, ist wieder aufgetaucht. Eine Polizeistreife hatte den 58-jährigen in Dortmund-Hombruch am Mittwochvormittag unversehrt aufgefunden und zurück ins Pflegeheim gebracht.mehr...

Gronauerin verliert Kontrolle über Fahrzeug

Unfall auf Ottensteiner Damm geht glimpflich aus

Ahaus Auf dem Ottensteiner Damm ist am Mittwochmorgen zu einem Unfall gekommen. Eine 34-jährige Gronauerin verlor in Höhe des Ahauser Land- und Golfhotels die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Die Frau blieb unverletzt.mehr...

Historische Postkarten aus sechs Orten

So sah unsere Heimat früher aus

Ahaus Viele Jahrzehnte wurde auf Ansichtskarten ein Stück Heimat in die Welt geschickt. Heute gibt es sie zwar auch noch, doch ein mit dem Smartphone gemachtes Foto ist im nächsten Moment schon beim Empfänger. Aus der Zeit, als Postkarten noch „in“ waren, stammen die Motive, die unsere Redaktion für eine Serie zusammengestellt hat.mehr...