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Präsidial von der Wiege an

Ahaus Und dann war da noch die Gummibärenkrise im Hause des Bundespräsidenten. Sie ist nicht in die Geschichtsbücher eingegangen. Die Ahauser erfuhren dennoch von ihr. Schließlich hat die ehemalige First Lady Christina Rau am Mittwochabend im Fürstensaal des Schlosses aus dem präsidialen Nähkästchen geplaudert.

Von der "einzigen wirklichen Ehekrise", als ihr Mann Johannes Rau den drei Kindern immerzu Gummibären zusteckte - sogar vor dem Essen. Aber sonst, so betonte Christina Rau, waren "mein Mann und ich wie die zwei Seiten einer Medaille - wir haben uns perfekt ergänzt." In der VHS-Reihe "Zeitgenössische (Selbst-)Porträts" spürten Silvia Schilde und Dr. Claus Urban dem präsidialen Leben nach. Hat Christina Rau unter dem Präsidentengattinnen-Klischee "Designerkostüme, Dauerlächeln und Damenprogramm" gelitten. Ein klares Nein war die Antwort. "Ich war immer gerne an der Seite meines Mannes". Schließlich war wohl keine andere Präsidentengattin besser auf die Herausforderung des Amtes vorbereitet als die Enkelin des Bundespräsidenten Heinemann, die vor ihrem Wechsel nach Berlin bereits Landesmutter war.

"Ich wusste wie es ist, niemals alleine zu sein, ständig Objekt- und Begleitschutz zu haben und eigentlich immer in der Öffentlichkeit zu stehen - für manchen anderen wäre das sehr viel schwerer gewesen." Dennoch seien zu Beginn der Präsidentschaft die Erwartungen "überwältigend" gewesen. Sie selbst habe sich die Förderung des Ehrenamtes als Schwerpunkt ihrer Arbeit gewählt. Mit ihrem Mann bereiste sie die Welt. Und die Welt kam auch zu ihr nach Haus. Clinton habe ihren Mann tief beeindruckt. "Der war wirklich an den Menschen interessiert." Für sie persönlich war die Begegnung mit Kofi Annan die herausragendste: "Der hat unserem Sohn mit einer schönen Geschichte die Welt erklärt: Wie ihm im kalten New Yorker Winter fast die Ohren abgefroren sind, weil er keine Ohrenwärmer tragen wollte. Seine Lehre: "Always look what the natives do!" (Achte immer darauf, was die Einheimischen machen).

Charmant und präsidial - gelernt ist gelernt - unterhielt Christina Rau mit vergnüglichen Anekdoten und bezog dabei auch immer wieder Tochter Anna ein, die in der ersten Zuschauerreihe saß. Noch tiefer aber beeindruckte Christina Rau ihr Publikum mit ernsten und sehr persönlichen Erinnerungen: an die bewegende Rede ihres Mannes vor dem Parlament in Jerusalem, an seine Niedergeschlagenheit nach dem Brandanschlag von Solingen, an seinen Weg in den Tod.

Am Ende bedankte sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und VHS-Direktor Dr. Claus Urban mit einem Foto, das vor zehn Jahren in Ahaus aufgenommen wurde: "Ihr Mann trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein - und Ratzinger und andere spielen die Ministranten". Und wie nun hat die gelernte Politologin die Gummibärenkrise gelöst? "Ich habe eine große Schüssel mit Bärchen auf den Tisch gestellt - und jeder durfte essen soviel er wollte." gro

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