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Dokumentation in Arbeit

Schüler säubern Stolpersteine

AHAUS 57 Stolpersteine wurden in den Jahren 2005 bis 2011 in Ahaus verlegt. Sie erinnern an die geflüchteten, deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürger. Anne-Frank-Realschüler kümmern sich jetzt darum, dass die Erinnerung auf den Messingoberflächen nicht zu sehr Patina ansetzt.

Schüler säubern Stolpersteine

Lisa Bergemann, Verena Hoge und Marlen Bröker beim Säubern von Stolpersteinen.

Die Stolperstein-AG unter der Leitung von Hermann Löhring hat dafür gesorgt, dass alle Steine an den 15 Verlegestellen wieder fast golden glänzen. Der Künstler Gunter Demnig hatte die Steine an 15 Stellen vor den ehemaligen Wohnhäusern jüdischer Familien verlegt. Die Messingoberflächen der Steine setzen jedes Jahr dunkle Patina an, so dass die eingestanzten Namen, die Geburtsdaten sowie die Jahre und Orte der Ermordung nur noch schwer lesbar waren. Die zwölf Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9d und 9f der Anne-Frank-Realschule haben in diesem Schuljahr aber nicht nur mit dem Putzschwamm die Erinnerung aufgefrischt. Sie arbeiten auch an einer Dokumentation über Erich Gottschalk (kl. Foto) und seine jüdische Familie. Sie soll im Verlaufe des nächsten Schuljahrs fertiggestellt werden. Erich Gottschalks Söhne Josef (Jossi) und Igal, die in Deutschland und Israel wohnen, wirken an der Erstellung der Arbeit mit. Erich Gottschalk, dessen Mutter Bertha im Holocaust ermordet wurde und dessen Vater Isaak einen Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Ahaus hat, hat als einziger Jude mit seiner Familie nach dem Krieg und der NS-Zeit längere Zeit (von 1960 bis 1984) wieder in Ahaus gewohnt und im Kusenhook ein Haus gebaut. Die beiden Söhne des Viehhändlers gingen ab 1960 zur Jungenvolksschule, der Bernsmannskampschule in Ahaus. Die Dokumentation wird auch viele Zeitzeugen aus Ahaus, die die Gottschalks noch kannten, zu Wort kommen lassen.

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