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Atommüll aus Gorleben soll nach Ahaus

Weiterer radioaktiver Abfall zur Lagerung nach Ahaus

Ahaus Bis Mitte 2019 muss das Abfalllager in Gorleben geräumt sein. 584 Fässer mit radioaktivem Abfall könnten in Ahaus eingelagert werden. Der Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ist entsetzt.

Weiterer radioaktiver Abfall zur Lagerung nach Ahaus

Bei einer Inspektion aller 1309 eingelagerten Fässer in Gorleben sind in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 26 angerostete und beschädigte Behälter gefunden worden. Foto: dpa

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums sollen 584 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall vom Abfalllager Gorleben im nächsten Jahr nach Ahaus transportiert und hier zwischengelagert werden. Das geht aus einer Anfang der Woche veröffentlichten Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Miriam Staudte hervor.

„Das schlägt dem Fass den Boden aus“, kommentierte Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ am Mittwoch die Situation. Laut Felix Ruwe sollen insgesamt mehr als 1300 Fässer nach Ahaus verschoben werden. Felix Ruwe: „Die Fässer sind in Gorleben verwahrlost und teilweise völlig verrostet.“ Daraufhin, so Ruwe, habe die niedersächsische Landesregierung eine Nachkonditionierung (Neuverpackung) in Duisburg veranlasst und Gorleben gleichzeitig zugesichert, dass die Fässer danach nicht mehr nach Gorleben zurückkommen.

26 beschädigte Fässer in Gorleben festgestellt

Der Atommüll in den Fässern stammt aus Atomkraftwerken und der Forschung. Eigentlich sollte dieser Atommüll im Schacht Konrad in Salzgitter endgelagert werden. Dafür werden die Fässer in Duisburg und Jülich in spezielle Stahlblechcontainer verpackt, die mit Beton ausgegossen werden. Ursprünglich sollte ab 2013 in Schacht Konrad eingelagert werden, ein genaues Fertigstellungsdatum ist aber noch nicht bekannt.

Im Zuge der anstehenden Auslagerung der Fässer aus Gorleben wurden in den vergangenen beiden Jahren alle 1309 Fässer inspiziert. „Dabei wurden insgesamt 26 korrodierte und beschädigte Fässer aufsichtlich festgestellt“, heißt es in der Antwort des Umweltministeriums. Allerdings bemühte sich das niedersächsische Umweltministerium, am Dienstag noch eine Information nachzusenden: Die „Dichtheit“ aller Fässer sei gewährleistet. Das Ergebnis der Inspektion gebe keinen Anlass zur Besorgnis. „Eine sichere Handhabung und ein sicherer Transport der Gebinde ist gegeben. Aktuell befinden sich noch 584 Fässer in Gorleben, sie werden bis spätestens Mitte 2019 ausgelagert und zukünftig im Transportbehälterlager Ahaus zwischengelagert.“

Antrag auf Verlängerung der Lagergenehmigung gestellt

Das Zwischenlager in Ahaus sei grundsätzlich für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Abfall vorgesehen, erklärte Burghard Rosen, Leiter Unternehmenskommunikation der Gesellschaft für Zwischenlagerung, am Mittwoch auf Anfrage. „Einzelne Gebinde sind immer mal wieder angeliefert worden.“

Die Genehmigung der Bezirksregierung Münster, diese Abfälle im Zwischenlager zu lagern, sei auf zehn Jahre befristet worden und ende im Jahr 2020. „In der Genehmigung steht, dass wir zeitnah vor Ablauf den weiteren Umgang darstellen müssen.“ Das sei mit dem Antrag auf Verlängerung der Lagergenehmigung geschehen. „Dieser Antrag wird derzeit bei der Bezirksregierung geprüft.“ Die Betriebsdauer soll bis zum Jahr 2062 laufen. Laut Burghard Rosen sei zudem für den schwach- und mittelradioaktiven Abfall der Bau eines zentralen Bereitstellungslagers geplant. „Das würde das Leeren des Lagers in Ahaus erleichtern.“

Die Verarbeitungskapazität der Konditionierungsanlagen im Ruhrgebiet sei begrenzt, erklärte Burghard Rosen. Der radioaktive Abfall werde in Ahaus bis zur Konditionierung zwischengelagert. Was nach der Neuverpackung mit dem Atom-Abfall geschehe, liegt nicht im Ermessen des Zwischenlager-Betreibers. „Das entscheidet der Abfalleigentümer.“ In diesem Fall sind das die Betreiber der Kernkraftwerke und der Forschungseinrichtungen.

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