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Aids: Die Hoffnung trügt

WITTEN Die Krankheit Aids scheint heutzutage viel von ihrem Schrecken verloren zu haben. Doch die Hoffnung auf den medizinischen Fortschritt ist trügerisch, wie die beiden Wittener Experten Claudia Pollmann und Markus Guhl anlässlich des Welt-Aidstages am 1. Dezember, betonen.

Aids: Die Hoffnung trügt

Claudia Pollmann und Markus Guhl arbeiten daran, dass die Zahl der Aids-Infizierten abnimmt.

Wir können das nur schätzen, da keine Meldepflicht besteht. Es ist davon auszugehen, dass 80 bis 100 Betroffene im gesamten Kreisgebiet leben.

Das hat sich nicht verändert. Mich persönlich beschäftigt speziell die Frage: Wie kann man den Jugendlichen die Gefahr deutlich machen.

Sie sind bei der Kondombenutzung führend. Nach aktuellen Statistiken benutzen 68 % aller Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren Kondome und schützen sich so auch vor Aids.

Ein Großteil der Ansteckungen passiert nämlich bei der Altersgruppe Ü30 (über 30).

Ja, das liegt sicherlich auch an der erfolgreichen Aufklärung.

Die Jugendlichen wachsen damit auf, dass pro familia in die Schulen kommt. Das ist bei den über 30-Jährigen anders. In unserer Schulzeit gab es noch keine Aufklärung.

Vor rund 20 Jahren wurden erst die Beratungsstellen aufgebaut. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant zu sehen, dass die Zahl der jugendlichen Kondombenutzer vor zehn Jahre noch geringer war. Sie lag damals noch bei 57 %.

Wer heute in dieser Altersgruppe kein Kondom benutzt, weiß, dass er eines benutzen sollte, nur er tut es nicht.

Ich merke z. B. bei meinen Besuchen in den Schulen, dass es sehr viel Scham und Unsicherheit gibt. Die Jungen meinen oft, dass ihr Penis nicht lang genug ist, und die Mädchen meinen, sie müssten aussehen wie Top-Models.

Ja, das ist vom Alter her sehr gemischt. Um den Welt-Aids-Tag herum drubbelt es sich übrigens ordentlich in den Sprechstunden, das Thema ist dann wieder mehr im Bewusstsein.

Es geht vor allem um die Frage: Ist es sinnvoll einen Test zu machen? Wenn ja, erfolgt das bei uns anonym und kostenlos.

Sehr unterschiedlich, zwischen 20 und 60 Euro.

In etwa zwei bis vier pro Jahr.

Auf circa 300.

Sehr unterschiedlich, aber immer wieder kommen Pärchen, die sich neu gefunden haben.

Das ist wohl so, viel von dem Horror ist weg, denn der Verlauf der Krankheit hat sich extrem verlangsamt. Dabei sollten aber alle wissen, es ist gerade eine Impfstudie erfolglos abgebrochen worden.

Das ist das Problem: Die Hoffnungen, die Meldungen über medizinischen Fortschritt hervorrufen, setzen sich zu schnell in den Köpfen fest.

Absolut. Der Tod ist auch heute nur eine Frage der Zeit. Wer zu leichtsinnig ist und meint, es würde schon rechtzeitig das rettende Medikament erfunden, bevor es ihn erwischt, der sollte sich auch fragen: Welche Lebensqualität bleibt mir denn dabei?

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