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Alles in Eigenregie

WITTEN Der Stockumer TheaterVerein hat das Stück "Der Herr der Diebe" liebevoll inszeniert. Premiere ist am Freitag um 18 Uhr in der Pausenhalle der Harkortschule.

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Der Herr der Diebe und seine Bande überwältigen den Detektiv.

Eine Szene aus der Generalprobe.

Der Herr der Diebe präsentiert seinen "Kindern" die Beute.

Zwei verwaiste Brüder, Prosper und Bo, sollen getrennt vermittelt werden. Sie brennen durch und schließen sich in Venedig einer Bande von Straßenkindern an.

Chef ist der "Herr der Diebe" namens Scippio - hervorragend interpretiert von Isabelle Gluma. Die Kinderbande haust in einem verlassenen Saal, fühlt sich solidarisch, das Überleben klappt irgendwie. Denn Scippio weiß immer etwas zu besorgen - ohne die anderen Kinder zu Dieben zu machen.

Scippio - aus wohlhabendem Hause, ist daheim unglücklich und frustriert, bedient sich gelegentlich am Reichtum der Eltern - für "seine Kinder". Er findet bei ihnen Anerkennung und Liebe, die er so sehr vermisst.

Stück ist nah am Original

Verfolgt und beobachtet werden sie von Detektiv Viktor Geetz, der die beiden Ausreißer zurückbringen soll. Dieser ist jedoch sehr kinderlieb und will den Heranwachsenden helfen. Daraus ergeben sich Konflikte, die die Akteure auf der Bühne hervorragend in die "Tat" umsetzen. Das Stück lehnt sich eng an den gleichnamigen Kinofilm nach dem Original von Cornelia Funke an. Ein Renner bei den jungen Leuten.

Spontan stand im Mai letzten Jahres fest: "Das wird unser nächstes Stück." Seitdem proben die jungen Leute einmal wöchentlich im Keller des Maximilian-Kolbe-Zentrums.

Dort hat der Stockumer TheaterVerein vorübergehend Asyl gefunden. "Wir freuen uns, dass die Jugend hier im Verein so aktiv ist", betont Erhard Dauber. Gemeinsam mit Tobias Grunwald hat er die Regie für das Stück übernommen.

Das Bühnenbild wurde von den Akteuren entworfen

Das Bühnenbild - die Kulisse von Venedig mit Brücken und Gondeln - haben die Akteure selbst entworfen und gebastelt. Farbenfroh und fröhlich. "Das hat Spaß gemacht", sagt Saskia (12).

Auch die Kostüme haben sich die Heranwachsenden passend zu ihren Rollen individuell zusammengestellt. "Oft aus der Klamottenkiste", sagt Lina (9). "Das ist preiswert und entspricht dem Outfit von Straßenkindern." Begeisterung hängt in der Luft. "Theater macht Spaß und hier im Verein ist es immer lustig", so die 12-jährige Alina.

Eine richtige Theaterfamilie geworden

"Mutter der Kompanie" ist Myriam Schüller. Gestreng, aber immer mit offenem Herzen für die Probleme der Jugendlichen. "Wir sind hier zu einer richtigen Theaterfamilie zusammengewachsen", sagt sie. Und die Kinder geben ihr recht. Das Lampenfieber kommt und geht, viel mehr Sorgen bereitet den Nachwuchsschauspielern der "Black-Out".

Newcomerin Lina: "Du stehst auf der Bühne und weißt gar nichts mehr." Die Weichen stehen aber auf "Grün" für die Aufführungen. Und weiter so - auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

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