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Ausraster auf dem Parkplatz

BOCHUM Unverhoffte Kaffeepause für die 1. Strafkammer des Bochumer Landgerichts gestern Morgen: Weil der 37-jährige Angeklagte aus Wiemelhausen um 9 Uhr nicht erschien, mussten alle Beteiligten bis 10.30 Uhr warten. In der Zwischenzeit hatte die Polizei dem Mann ein wenig "auf die Sprünge geholfen" und ihn vorgeführt.

Auch zur vorgerückten Vormittagsstunde machte der Mann nicht gerade einen ausgeschlafenen Eindruck und äußerte sich auf die Fragen des Vorsitzenden Richters Josef Große-Feldhaus nur in Form von unverständlichen Grunzlauten. Augenscheinlich gab er damit wohl zu verstehen, sich nicht äußern zu wollen

Laut Anklage soll der Mann im Juni 2006 auf dem Real-Parkplatz in Langendreer ausgerastet sein. Er selbst war im Auto unterwegs und musste warten, als eine Frau einparkte. Das ging ihm offenbar nicht schnell genug. Daraufhin fuhr er die Tochter, die ihre Mutter in die Parklücke lotste, kurzerhand um. Einen Zeugen, der den rabiaten Mann aufhalten wollte, malträtierte er schließlich mit Schlägen. Einige Wochen vorher soll der 37-Jährige bereits ohne Grund eine Frau mit einem Regenschirm verprügelt haben.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Mann bereits vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Nachdem ein psychiatrisches Gutachten von ihm erstellt worden war, wurde der Prozess an das Landgericht abgegeben.

Im laufenden Prozess wird zwar auch über ein mögliches Strafmaß entschieden, in erster Linie aber darüber, ob der Mann in die geschlossene Psychiatrie soll. Der Angeklagte bleibt vorerst in Haft.

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