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Märkisches Museum

Ausstellung "Schach matt" zeigt neue Lösungen

INNENSTADT Gut und Böse, Schwarz und Weiß – diese beiden Pole bestimmen das Leben. Was passiert, wenn eine dritte Kraft, ein neuer Weg dazukommt? Mit dieser Frage setzt sich die Ausstellung „Schach matt“ auseinander, die am Freitag, 29. Juni, im Märkischen Museum eröffnet wird.

Ausstellung "Schach matt" zeigt neue Lösungen

Aleksander Wawrzyniak und Markus Draper vor den laminierten Foto-Arbeiten von Josh Kolbo.

Werke von 13 internationalen zeitgenössischen Künstlern greifen das Thema auf. „Ich nenne dieses Aufbrechen des Dualismus jetzt mal Trialismus“, erklärt Markus Draper, Künstler und neben dem jungen Polen Aleksander Wawrzyniak Kurator der Ausstellung, die maßgeblich von der Kunststiftung NRW gefördert wird. Auch das Museum hat das Team seiner Ausstellung angepasst: Einige Räume haben weiße, andere schwarze Wände. Zwischen ihnen gibt es Blickbeziehungen. „Der Besucher muss sich entscheiden, wohin er als nächstes geht“, sagt Draper. Dabei nimmt er in jedem Fall Eindrücke mit.

Etwa den von Drapers Videoinstallation, die in einem der dunklen Räume steht: Da erzählen Schriftzüge auf einem Monitor die Lebensgeschichte von Horst Herold. Der einstige Leiter des Bundeskriminalamtes war zu den Zeiten der RAF eine Symbolfigur der Terrorismusbekämpfung. „Eine tragische Figur eigentlich“, sagt Draper. Denn er scheiterte und muss in seinem Ruhestand aus Sicherheitsgründen auf dem Gelände einer Bundeswehrkaserne leben. „Dennoch ist er überraschenderweise zufrieden“, erklärt Draper, der den Monitor mit Herolds „Leben“ auf einen Tisch gestellt hat, auf dem das Kasernengelände in Schwarz nachgebildet ist.

So hat Herold nach der Philosophie der Ausstellungsmacher seinen dritten Weg gefunden. „Hier passiert überall etwas“, betont Projektleiter Christoph Kohl. Mal geht es aggressiv und eher auswegslos zu, wie im Horror-Video des Malers Johannes Kahrs oder melancholisch wie in dem Film von Friedrich Kunath. Da sucht ein Schneemann mit Koffer einen Weg aus der kalifornischen Wüste. Kein Ausdruck von Hoffnung, sondern von „augenzwinkernder Hoffnungslosigkeit“, findet Draper. Doch immerhin reicht es ja noch für das Augenzwinkern.

Mit solchen Nuancen wollen Künstler und Kuratoren die Augen öffnen für neue Lösungen und das Schwarz-Weiß-Denken aufbrechen, das sich zum Beispiel im herkömmlichen Schachspiel findet. Ein Schachbrett für Drei ist darum neben den Film-Gegenspielern Batmann und Joker der Ausgangspunkt für den Rundgang durch die Ausstellung. Sie ist politisch, thematisiert Macht und Machtlosigkeit sowie deren Wechselbeziehung zueinander. Keine leichte Kost, aber sie gibt zu denken.



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