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Beeindruckendes Zeugnis jüdischen Lebens in Bochum

BOCHUM Eine beeindruckend große Gruppe Bochumer Bürger fand sich gestern zur zentralen Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht an der Harmoniestraße / Ecke Dr.-Ruer-Platz zusammen. Um zu demonstrieren: Wir treten dafür ein, dass jüdisches Leben wieder einen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft hat.

Beeindruckendes Zeugnis jüdischen Lebens in Bochum

Neben OB Ottilie Scholz (rechts) nahm auch Alfred Salomon (2. v. l.) an der zentralen Gedenkveranstaltung teil. Er war Mitglied der jüdischen Vorkriegsgemeinde in Bochum und hat Auschwitz überlebt.

In unmittelbarer Nähe des Versammlungsortes war vor genau 70 Jahren die 1861 bis 1863 erbaute, erste Bochumer Synagoge in Schutt und Asche gelegt worden. Von einem von den Nazis angeführten und gesteuerten Mob. Zwei neu angebrachte Gedenkstelen am Ausgang des Parkhauses erinnern an der Harmoniestraße an diese Gräueltat. In ihren Reden taten das gestern auch der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Grigory Rabinovich und Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz.

Nie wieder Die OB erinnerte auch an andere Gräueltaten aus der Reichspogromnacht, verlas etwa eine Gerichtsakte, die vom Brandanschlag auf das jüdische Kaufhaus "Fröhlich" in Gerthe zeugt. "Diese Veranstaltung ist ein deutliches Eintreten für ein: Nie wieder!", so Scholz. "Wir bekennen uns zu Toleranz - kulturelle Vielfalt bedeutet Lebensqualität!"

Für positive Werte wie Toleranz und Mitgefühl in unserer Gesellschaft setzten sich bei der zentralen Gedenkveranstaltung auch Schüler der Hermann-Gmeiner-Ganztagsschule ein: An das zahlreiche Publikum verteilten sie kleine, mit solchen Werten beschriftete Glassteine.

Für die Gedenkrede führte die Leiterin des Stadtarchivs, Ingrid Wölk, noch einmal die juristische Aufarbeitung der Pogromnacht in der Nachkriegszeit vor Augen.

Und immer, wenn der Chor der jüdischen Gemeinde ein Lied anstimmte oder Rabbiner Moshe Navon den Segen und das Totengebet durch die Innenstadt schallen ließ, wurde deutlich: Sie ist wieder lebendig, die jüdische Kultur in Bochum. Gedenken in Wattenscheid Auch im Wattenscheider Rathaus wurde an die Pogromnacht vor 70 Jahren erinnert.  In der Bochumer Synagoge lasen Mitglieder des Schauspielhaus-Ensembles aus Gerichtsakten  von früher, die von einer "kollektiven Amnesie" künden. Konzerte und Lesungen zum Jahrestag waren in der Christuskirche am Rathaus mit den Klezmatics und in der Zeche Hannover mit Nina Hoger zu erleben. 

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